101st Infantry Battalion

101st Infantry Battalion

Aktiv 1942 bis 1943
Staat Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Streitkräfte US-Streitkräfte
Teilstreitkraft United States Army
Truppengattung Infanterie
Typ Bataillon
Standort Camp Atterbury, Indiana
Spitzname Austrian Battalion
Führung
Ehemalige
Kommandeure

Lt. Col. Vincent J. Conrad

Das 101st Infantry Battalion (Separate), auch als Austrian Battalion (Österreich Bataillon) bezeichnet, war eine Einheit des US-Heeres (United States Army) und wurde 1942 während des Zweiten Weltkriegs in den USA auf Initiative der im Exil lebenden Kaiserin Zita und des exilierten Otto von Habsburg gegründet. Das US-Heer hatte im Sommer 1942 begonnen, vier „ethnische“ Bataillone aus Männern bestimmter Abstammung aufzustellen. Das 99. Infanteriebataillon bestand aus norwegischen Auswanderern und Amerikanern norwegischer Abstammung. Das 100. Infanteriebataillon bestand aus Männern japanischer Abstammung (gemeinsam als „Nisei“ bezeichnet). Das 122. Infanteriebataillon bestand aus Griechen und griechisch-amerikanischen Soldaten, die als griechischsprachige Kommandotrupps im besetzten Griechenland eingesetzt wurden.

Das 101st Infantry Battalion entstand durch das politische Wirken der im Exil lebenden Kaiserin Zita, der Gemahlin des letzten Kaisers von Österreich-Ungarn. Als sie von anderen „ethnischen“ Einheiten hörte, drängte sie das US-Außenministerium zur Aufstellung einer österreichischen Einheit. Ihre Idee war, Exilösterreicher sollten als eigene Einheit gegen das NS-Regime kämpfen, um Österreichs Anspruch auf die Wiederherstellung der Unabhängigkeit nach dem Krieg zu untermauern, und für Otto von Habsburg verband sich damit die Hoffnung, im Nachkriegseuropa eine politische Rolle zu spielen. Die ersten Rekruten dieser Einheit wurden offiziell zu einem Sondereinsatz nach Camp Atterbury beordert; Bataillonskommandeur war Oberstleutnant (Lieutenant Colonel) Vincent J. Conrad. Sie trainierten getrennt von den anderen Einheiten auf dem Stützpunkt, wohnten in separaten Baracken und aßen in einer separaten Kantine. Kaiserin Zita erlaubte zwar dem potenziellen Thronfolger Otto nicht, in den Kampf zu ziehen, aber sie schickte ihre anderen drei Söhne, Carl Ludwig Habsburg-Lothringen, Rudolph Habsburg-Lothringen und Felix Habsburg-Lothringen, als einfache Soldaten zu der Einheit. Die drei wurden in der Einheit schnell äußerst unbeliebt, da sie darauf bestanden, von den anderen Soldaten als „Erzherzog“ angesprochen zu werden und da sie diesen nicht mehr geltenden Titel auf ihre Spinde gestempelt haben. Das österreichische Bataillon erlangte Bekanntheit durch seine schlechte Moral, mangelnde Disziplin und unzureichende Ausbildung. Da sich nur sehr wenige Österreicher freiwillig zur 101. Infanteriebataillon meldeten, versetzte das US-Heer Männer, die „Österreich“ als Geburtsland angegeben hatten und aus den Kronländern der untergegangenen Donaumonarchie stammten, zu dieser Einheit. Darunter waren Legitimisten, Austrofaschisten, Sozialisten, Juden oder Katholiken. Von der Nationalität her waren sie Polen, Kroaten, Ungarn oder Angehörige einer der vielen anderen Nationalitäten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie; von denen hatten viele Eltern, die in die Vereinigten Staaten gekommen waren, um der Herrschaft des Kaiserreichs zu entfliehen. Die Einheit wurde wegen ihrer Ineffizienz und interner Querelen als „Operettenarmee“ verspottet und im Dezember 1943 wieder aufgelöst, ohne jemals als geschlossener Verband an der Front zum Einsatz gekommen zu sein; seine Angehörigen wurden einzeln oder zu zweit anderen Einheiten zugeteilt.

Der Grazer Historiker Florian Traussnig meint dazu: „Die Geschichte endet aber nicht 1943 … Eigentlich beginnt sie da erst.“ „Das Österreich-Bataillon war letztlich eine Zwischenstation, die Leute sind danach in ganz unterschiedlichen Funktionen weiter im Krieg gewesen – oft mit einem sehr konkreten Beitrag zum Kampf gegen das NS-Regime“. Beispiele dafür sind Werner von Trapp, der als Mitglied der 10th Mountain Division in Italien gegen die Wehrmacht kämpfte und mit dem Bronze Star ausgezeichnet wurde, oder Kurt Popper, der ebenso wie Francis Joseph Trauttmansdorff als Verhörsoldat eingesetzt wurde. Insgesamt kämpften rund 6000 Exilösterreicher im Zweiten Weltkrieg im US-Heer und leisteten einen Beitrag zur Befreiung Europas von der NS-Herrschaft. Trotz des militärischen Scheiterns des Austrian Battalion war es ein wichtiges politisches Symbol des Widerstands gegen den Nationalsozialismus.

Einzelnachweise

  1. ↑ Mike Bennighof: A Bucket of Nothing: The U.S. Armys Austrian Battalion auf Avalanchepress vom Oktober 2012, abgerufen am 8. April 2026.
  2. ↑ David Rennert: Warum das "Österreich-Bataillon" der US-Armee im Zweiten Weltkrieg scheiterte auf Der Standard vom 4. April 2026, abgerufen am 6. März 2026.
  3. ↑ Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung: Österreicher in der US-Armee im Zweiten Weltkrieg auf Ludwig-Boltzmann-Institut, abgerufen am 8. April 2026.
  4. ↑ Mehr als nur „Operettenkrieger“: Florian Traussnig über das Austrian Battalion der US-Armee auf Bildungsforum bei den Minoriten, abgerufen am 6. März 2026.