| 13 Definitions of Truth | ||||
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| Livealbum von Peter Kowald / Tatsuya Nakatani | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Quakebasket, Locust Music | ||||
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
11 | |||
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47:32 | ||||
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Besetzung |
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Aufnahmeort(e) |
b.p.m., Brooklyn, New York City | |||
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13 Definitions of Truth ist ein Musikalbum von Peter Kowald und Tatsuya Nakatani. Die am 27. und 28. November 2001 im b.p.m. in Brooklyn, New York, entstandenen Aufnahmen erschienen am 25. Januar 2003 auf den Labels Quakebasket und Locust Music.
Die Kooperation zwischen Peter Kowald und Tatsuya Nakatani fand während der ausgedehnten Tournee des Bassisten 20021/02 durch die Vereinigten Staaten statt. Kowald starb im September 2002 an Herzversagen, nachdem er nach einem Trio-Auftritt im New Yorker Kunstzentrum „b.p.m.“ in Brooklyn erkrankt war. Es war das zweite Mal, dass die beiden Improvisatoren zusammenarbeiteten.
Die Kompositionen stammen von Peter Kowald und Tatsuya Nakatani.
Auf eine gewisse Weise makaber, schwinge in diesem hervorragenden Duoalbum eine außermusikalische Vorahnung mit, meint Ken Waxman (JazzWord): Es wurde an jenem Ort aufgenommen, an dem der deutsche Bassist Peter Kowald weniger als zehn Monate später sein letztes Konzert geben sollte. Als Musiker, der sein Spiel ständig weiterentwickelt habe, zeige er sich in dieser früheren Begegnung mit dem amerikanischen Perkussionisten Tatsuya Nakatani stets offen für neue Situationen und Herausforderungen. Auf 13 Definitions of Truth bewegten sich beide Musiker in einem gemeinsamen musikalischen Raum. Nakatani, bekannt für seine Soloarbeiten und Kooperationen mit Vertretern der mikrotonalen Musikszene zwischen New York und Boston – etwa dem Trompeter Greg Kelley sowie den Saxophonisten Bhob Rainey und David Gross –, pflege einen Stil, der Stille mit punktgenauen, sparsamen Impulsen verbinde. Kowald, einer der Pioniere des europäischen Free Jazz, bleibe untrennbar mit der radikalen, bahnbrechenden Arbeit des Saxophonisten Peter Brötzmann in den 1960er-Jahren verbunden. In den letzten Jahrzehnten [vor seinem Tod] habe er sich jedoch zunehmend weniger aggressiven, dafür umso nuancierteren musikalischen Kontexten gewidmet und gezielte Verbindungen zu Musikern aus unterschiedlichsten Kulturkreisen geknüpft.
Auf diesem Album agiere Kowald als treibende Kraft, wobei er sowohl weit ausladende Bogenstriche als auch Erkundungen im Pizzicato einsetze, so Waxman weiter. Sein Bassspiel erinnere bisweilen an die rituelle japanische Gagaku-Musik und lasse Anklänge an die chinesische Pipa oder die japanische Biwa erkennen. Oft scheine er Finger und Bogen simultan zu nutzen, indem er unregelmäßige Muster zupfe, während er gleichzeitig die Saiten schlage. In den tiefen Lagen bringe er seinen Kontrabass zum Klingen wie eine zwölfsaitige Gitarre; spiele er hingegen Coll’arco in hohen Lagen, könnte man schwören, die Töne stammten von einer Flöte. Wiederum in anderen Momenten lasse er alle vier Saiten gleichzeitig erklingen, wobei unterschiedliche Obertöne hörbar würden.
In Anlehnung an schamanistische Traditionen der amerikanischen Ureinwohner oder Skandinaviens habe Kowald jeden Auftritt damit abzuschließen gepflegt, dass er tief in das Innere des Basses – durch dessen F-Löcher hindurch – hineinsang, so Waxman. Der sonore Ton, den er dabei anschlug, sei zugleich klangvoll und von einer anderen Welt gewesen. Wenn Nakatani auf seinem Schlagzeug Rhythmen hämmere, „die an einen durch einen Bahnhof fahrenden Zug erinnern“, und Kowald dazu singe, könne man – bei einer gehörigen Portion Romantik – in diesen Klängen „metaphorisch eine Vorahnung der späteren Reise des Bassisten in die Weiten des Kosmos hören“. Doch darum habe es sich natürlich keineswegs gehandelt, so der Autor. Kowald – im Begleittext des Schlagzeugers als „Freund, Held, großartiger musikalischer Partner und Vater“ gewürdigt – habe seinen eigenen Tod ebenso wenig vorausgesehen, „wie es einer von uns tun würde.“ Vielmehr sei es ihm darum gegangen, seine eigenen musikalischen Vorstellungen mit denen Nakatanis zu verschmelzen. Gemeinsam hätten sie eine unvergessliche CD geschaffen, die – und hier hole einen die Realität ein – ihre einzige gemeinsame Aufnahme bleiben sollte.