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King’s Royal Rifle Corps | |
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Mützenabzeichen | |
| Aktiv | 1756–1966 |
| Staat | |
| Teilstreitkraft | |
| Truppengattung | Infanterie |
| Typ | Regiment |
| Truppenteile | bis zu 28 Bataillone (im Ersten Weltkrieg) |
| Motto | celer et audax |
| Traditionsfolge | → Royal Green Jackets → The Rifles |
| Alte Bezeichnungen | |
| 1755–1757 | 62nd (Royal American) Regiment of Foot |
| 1757–1824 | 60th (Royal American) Regiment of Foot |
| 1824–1830 | 60th (The Duke of York’s Own Rifle Corps and Light Infantry) Regiment of Foot |
| 1830–1881 | 60th (The King’s Royal Rifle Corps) Regiment of Foot |
| 1958–1966 | 2nd Green Jackets, The King’s Royal Rifle Corps |
Das King’s Royal Rifle Corps (KRRC), vormals 60th Regiment of Foot, war ein Infanterie-Regiment der British Army, das von 1755 bis 1966 bestand.

1754 brach in Nordamerika ein Krieg aus, der auf langjährige Gebietsstreitigkeiten zwischen britischen und französischen Siedlern zurückzuführen war. Beide Seiten stellten eigene Truppen auf und wurden von Militäreinheiten ihrer jeweiligen Mutterländer sowie von Verbündeten unterstützt. Anfangs hatten die Briten Schwierigkeiten, sich auf die irreguläre Kampfweise einzustellen, mit der sie in den Wäldern der amerikanischen Grenzgebiete konfrontiert waren. Um dem zu begegnen, stellten sie bis am 25. Dezember 1755 ein neues Regiment auf, das aus Schweizer und deutschen Siedlern in den Kolonien Maryland, Virginia und Pennsylvania rekrutiert wurde. Dieses aus vier Bataillonen bestehende Regiment warb zudem Männer direkt aus Deutschland sowie britische Freiwillige aus anderen Regimentern an. Die Soldaten waren äußerst beweglich und darin geschult, natürliche Deckung zu nutzen. Das Regiment hieß zunächst 62nd (Royal American) Regiment of Foot und wurde am 27. Dezember 1757 zu 60th (Royal American) Regiment of Foot umnummeriert.
Die ersten Kampfeinsätze des Regiments fanden im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) gegen die Franzosen und deren Verbündete statt. Anschließend war es am Kampf gegen aufständische Indianerstämmen während des Pontiac-Aufstands (1763–1766) beteiligt. Das 3. und das 4. Bataillon wurden 1763 und 1764 aufgelöst. Sie wurden jedoch für die Dauer des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775–1783) sowie erneut 1787 wieder aufgestellt. Sowohl das 1. als auch das 2. Bataillon waren in den folgenden Jahrzehnten zeitweise auf den Westindische Inseln stationiert. Der dortige Dienst des Regiments dauerte auch während der Koalitionskriege an. 1796 wurde der Großteil der Mannschaften des 1. Bataillons zum 2. Bataillon versetzt. Im darauffolgenden Jahr wurde das 1. Bataillon auf Guernsey neu aufgestellt, wobei niederländische und französische Royalististen rekrutiert wurden.

1798 stellte das Regiment ein 5. Bataillon auf. Dessen Soldaten trugen schwarze Lederhelme sowie grüne Uniformen mit scharlachroten Abzeichen – ein früher Versuch der Tarnung, der auf Erfahrungen aus der irregulären Kriegführung in Nordamerika beruhte. Dieses Bataillon war die allererste Einheit der britischen Armee, die mit Baker-Büchsen ausgerüstet wurde. Die Soldaten nutzten diese Waffen, um den Feind durch gezielte Schüsse auszuschalten. Das Bataillon nahm am gesamten Napoleonischen Krieg auf der Iberischen Halbinsel (1808–1814) teil und kämpfte in den meisten bedeutenden Gefechten.
Nach Napoleons endgültiger Niederlage in der Schlacht bei Waterloo (1815) wurde das Regiment wieder auf zwei Bataillone reduziert. Aus dem ehemaligen 2. und 3. Bataillon wurden das neue 1. beziehungsweise 2. Bataillon. Beide wurden zu Jägereinheiten (Rifles) umgewandelt, das 2. Bataillon 1818 und das 1. Bataillon 1824, wobei sie die Pelzmützen und grünen Uniformen des aufgelösten 5. Bataillons übernahmen. Am 19. Juni 1824 wurde das Regiment zu Ehren des jüngeren Bruders König Georgs IV., Field Marshal Prince Frederick, Duke of York, zu 60th (The Duke of York’s Own Rifle Corps and Light Infantry) Regiment of Foot umbenannt. Als sechs Jahre später ein weiterer Bruder Georgs als Wilhelm IV. den Thron bestieg, wurde das Regiment am 19. November 1830 erneut umbenannt, und trug fortan den Namen 60th (The King’s Royal Rifle Corps) Regiment of Foot.
Das 1. Bataillon wurde 1845 nach Indien verlegt und kämpfte von 1848 bis 1849 im Zweiten Sikh-Krieg. Das 2. Bataillon wurde 1851 ins südliche Afrika verlegt, wo es am Achten Grenzkrieg gegen die Xhosa teilnahm.
1855 und 1857 wurden das 3. und 4. Bataillon neu aufgestellt. 1858 erhielt das Corps ein Regimentsdepot, die heutigen Peninsula Barracks in Winchester, Hampshire.
Beim Indischen Aufstand von 1857 kämpfte das 1. Bataillon unter anderem in der Belagerung von Delhi 1857. Es wurden acht Victoria-Kreuze an Angehörige des Bataillons verliehen. Das 2. Bataillon kam 1858 aus Südafrika in Indien an und nahm an den Schlusskämpfen in Oudh teil. Es kam ferner im Zweiten Opiumkrieg von 1860 gegen China zum Einsatz, wo es an der Einnahme der Taku-Forts beteiligt war.
Nach Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs 1861 wurde das 4. Bataillon als zusätzlicher Grenzschutz nach Britisch-Nordamerika verlegt. Das 1. Bataillon kam 1867 ebenfalls in Kanada an und nahm an der Niederschlagung der Red-River-Rebellion von 1870 teil.
Das 2. Bataillon war von 1878 bis 1880 am Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg beteiligt und nahm unter anderem an Frederick Roberts’ Marsch auf Kandahar teil.
Das 3. Bataillon wurde 1879 im Zulukrieg eingesetzt und blieb anschließend im südlichen Afrika, wo es im Ersten Burenkrieg von 1881 bei Ingogo und Majuba Hill kämpfte. 1882 kam es im Anglo-Ägyptischen Krieg gegen die Urabi-Bewegung zum Einsatz.
Im Rahmen der Childers-Reformen wurde der Regimentsname am 1. Juli 1881 zu The King’s Royal Rifle Corps gekürzt. Dem Regiment wurde dabei kein bestimmtes County zugewiesen, jedoch wurden Miliz-Regimenter aus Huntingdonshire, Middlesex, Flint, Carlow und Cork, und mehrere Freiwilligen-Corps aus Middlesex als Bataillone in das Regiment eingegliedert.
Das 1. Bataillon wurde im Winter 1890/91 nach Britisch-Indien verlegt, wo es bis 1896 an mehreren der Militärkampagnen im Nordwesten Britisch-Indiens teilnahm, unter anderem an der Chitral-Expedition von 1895. Bei der Rückkehr aus Indien erlitt das Truppenschiff Warren Hastings vor Mauritius eine Havarie und das 1/KRRC blieb bis März 1899 auf dieser Insel stationiert, als ein anderes Schiff eintraf, um es nach Natal zu bringen.

Zu Beginn des Zweiten Burenkrieges war das 1/KRRC im nördlichen Natal in der Gegend Glencoe/Dundee stationiert und wurde Teil der 4. Division der Natal Field Force unter Penn Symons. Es kämpfte im Oktober 1899 in den Schlachten von Talana Hill und Lombard’s Kop, bevor es mit dem 2/KRRC und anderen Truppen bis Ende Februar 1900 in Ladysmith eingeschlossen wurde. Das 3/KRRC war Teil der Streitkräfte, die unter Redvers Buller zum Entsatz entsandt wurden, und kämpfte unter anderem bei Spion Kop. Die drei nun vereinigten Bataillone nahmen ab Mai 1900 an der Invasion des Transvaal teil. Es wurden in Südafrika Experimente unternommen, die leichte Infanterie als berittene Infanterie einzusetzen.
1908 erhielt das Regiment zwei Reserve-Bataillone, zusätzlich zu den vier regulären.
Das 1. Bataillon stand im August 1914 in der Garnison Aldershot und bildete bei der Mobilmachung einen Teil der 6. Brigade der 2. Division. Es landete am 13. August in Rouen. Im Dezember 1915 wurde es zur 99. Brigade derselben Division transferiert.
Das 2. Bataillon stand bei Kriegsausbruch im Blackdown Camp, Surrey. Es kam zur 2. Brigade der 1. Division und landete am 13. August in Le Havre.
Das 3. und 4. Bataillon standen in Britisch-Indien und erreichten England zusammen im November 1914. Beide kamen zur 80. Brigade der 27. Division, mit der sie am 21. Dezember 1914 in Le Havre landeten. Im November 1915 wurden sie mit der Division von Marseille aus an die neugebildete Salonikifront verlegt und kamen im November bzw. Dezember 1915 in Thessaloniki an. Das 4. Bataillon wurde im Juni 1918 nach Frankreich zurückverlegt, wo es der 151. Brigade der 50th (Northumbrian) Division unterstellt wurde.
Das 5. und 6. (Reserve-)Bataillon standen im August 1914 in Winchester. Bei der Mobilmachung wurden sie nach Sheerness, Kent verlegt und blieben für die Dauer des Krieges in diesem Gebiet stationiert als Teil der Thames & Medway Garrison.
Die 7. bis 13. (Service-)Bataillone wurden im Zeitraum August bis Oktober 1914 aufgestellt und wurden alle zwischen Mai und Ende Juli 1915 nach Frankreich transferiert. Sie wurden überwiegend im Rahmen der 14th (Light) Division und der 20th (Light) Division der „New Army“ eingesetzt.
Die 16. bis 18. (Service-)Bataillone wurden zwischen November 1914 und Juni 1915 aufgestellt und landeten zwischen November 1915 und Mai 1916 in Frankreich.
Das 20. und 21. (Service-)Bataillon wurden im August und September 1915 aufgestellt und beide landeten im Frühjahr 1916 in Frankreich.
Die vollständige Liste der Bataillone umfasst weitere neuaufgestellte Reserve-Bataillone, die alle im Mutterland blieben.

Über 12.800 Offiziere und Männer des KRRC wurden im Ersten Weltkrieg getötet. Ihre Namen sind auf einer Roll of Honour in der Winchester Cathedral aufgezeichnet und eine 1922 enthüllte Statue nahe dem Westportal erinnert an sie. Die Zahl der Verwundeten überstieg 123.000.
Nach dem Kriegsende kehrte das Regiment zu seinen üblichen Aufgaben zurück, Garnisonsdienst in den britischen Kolonien, in Irland und in den neuen Mandatsgebieten. 1922 wurde es von vier auf zwei reguläre Bataillone reduziert. Ab 1926 fanden Experimente zur Umrüstung als mechanisierte Infanterie statt.
Das 1/KRRC, anfangs unter dem Befehl von William Gott, wurde zu Beginn des Krieges nach Nordafrika verlegt. Es kämpfte hier unter anderem gegen die Italienische Invasion Ägyptens von 1940, in der Operation Compass 1940/41, gegen Rommels erste Offensive 1941, in der Operation Crusader Ende 1941, in der Gazala-Stellung und in den Schlachten von El Alamein 1942. Es folgte die Teilnahme am Tunesienfeldzug und am Italienfeldzug bis Kriegsende.
The 2/KRRC bildete wie ein neuausgehobenes 7. Bataillon einen Teil der (2.) British Expeditionary Force in Frankreich. Als Teil der 30th Infantry Brigade ging es bei der Belagerung von Calais verloren und musste neu aufgestellt werden. Es kam anschließend zur 22nd Armoured Brigade der 1st Armoured Division und kämpfte wie das 1. Bataillon bei Gazala und El Alamein. Es wurde anschließend ins Mutterland verlegt, um an der Operation Overlord teilzunehmen. Es kämpfte anschließend unter anderem bei Arnhem und im Reichswald.
Ein neugebildetes 9. Bataillon (The Rangers) wurde 1941 ins Mittelmeer entsandt und kämpfte unter anderem gegen den deutschen Balkanfeldzug auf dem griechischen Festland und in der Schlacht um Kreta. Es wurde 1942 aufgelöst.
Ein 11. Bataillon nahm wie das 1. Bataillon an den Kämpfen in Italien teil. Es wurde nach Griechenland abgestellt, als dort Kämpfe gegen die Kommunisten ausbrachen (Schlacht um Athen 1944). Es blieb bis 1946 in dem Land stationiert.
Ein 8. und 12. Bataillon wurden für den Einsatz bei der Invasion in Nordfrankreich aufgestellt, ersteres wurde schon nach kurzer Zeit wieder aufgelöst.
Die Verluste des Regiments im Zweiten Weltkrieg lagen vermutlich bei über 1000 Toten und über 8000 Verwundeten, Gefangenen und Vermissten.
1946 wurden die jeweiligen Depots der Infanterieregimenter der British Army zu insgesamt 14 gemeinsamen übergeordneten Hauptdepots zusammengeschlossen und die Ausbildung und Verwaltung der zugeordneten Regimenter jeweils dort in einer „administrativen Brigade“ gebündelt. So wurde das Depot des King’s Royal Rifle Corps in Winchester zum gemeinsamen Infantry Depot O der O Group, die 1948 zur Green Jackets Brigade umbenannt wurde. Der Brigade gehörten neben dem King’s Royal Rifle Corps auch die Prince Consort’s Own (Rifle Brigade), sowie ab April 1958 auch die Oxfordshire and Buckinghamshire Light Infantry an.
Am 7. November 1958 wurden die Oxfordshire and Buckinghamshire Light Infantry zu 1st Green Jackets (43rd and 52nd), das King’s Royal Rifle Corps zu 2nd Green Jackets, The King’s Royal Rifle Corps und die Prince Consort’s Own (Rifle Brigade) zu 3rd Green Jackets, The Rifle Brigade umbenannt. Am 1. Januar 1966 wurden die drei Regimenter der Brigade als drei neue Bataillone zum Regiment der Royal Green Jackets verschmolzen. Dieses wurde im Februar 2007 mit der Devonshire and Dorset Light Infantry, der Light Infantry und dem Royal Gloucestershire, Berkshire and Wiltshire Regiment zum Regiment der Rifles verschmolzen. Die Rifles führen die Tradition des King’s Royal Rifle Corps bis heute weiter.
Colonel-in-Chief des Regiments waren:
Dem Regiment wurden folgende Battle Honours verliehen (englische Originalbezeichnungen):