| 53-65 | |
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| Allgemeine Angaben | |
| Bezeichnung | 53-65 |
| Herkunftsland | |
| Hersteller | NII-400 Morpeplotechnika, Maschinenbauwerk Kirow |
| Einsatzzeit | 1965 bis heute |
| Technische Daten | |
| Länge | 7,945 m |
| Durchmesser | 533 mm |
| Gefechtsgewicht | 2070–2100 kg |
| Antrieb | Gasturbine |
| Geschwindigkeit | 68,5 kn (127 km/h) |
| Reichweite | 12 km bei 68,5 kn |
| Ausstattung | |
| Gefechtskopf | 307 kg TGAG-75 |
| Zielortung | Kielwasser-Sensor |
| Zünder | |
| Listen zum Thema | |
Der 53-65 ist ein Torpedo, der in den 1960er-Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde. Er war der erste gelenkte Torpedo der Sowjetischen Marine.
Der Torpedo wurde ab 1958 im Forschungsinstitut NII-400 Morpeplotechnika, im Rahmen des Projektes „SST“ entwickelt. Die ersten Versuche wurden ab 1961 im Yssyk-Köl-See in der Kasachischen SSR durchgeführt. Im Jahr 1965 wurde der Torpedo bei der sowjetischen Marine unter der Bezeichnung 53-65 in Dienst gestellt. Für die Arbeiten am 53-65 wurde dem Chefkonstrukteur D. A. Kokrjakow der Leninpreis verleihen. Basierend auf dem 53-65-Torpedo entstanden später die Modelle 53-65A und 53-65K. Aufgrund der einfachen Konstruktion und den geringen Kosten, wurde das Modell 53-65K zu dem meistproduzierten Torpedo der Sowjetunion bzw. von Russland.
Der 53-65 ist ein Schwergewichtstorpedo mit einem Durchmesser von 21 Zoll (533,4 mm) und einem Gewicht von über 2000 kg. Der Torpedo kann sowohl von Überwasserschiffen als auch von U-Booten gegen Überwasserschiffe eingesetzt werden. Angetrieben wird der Torpedo von einer 2DT-Gasturbine mit zwei Brennkammern. Als Brennstoff wird Kerosin und als Oxidator 85- bis 98-prozentiges Wasserstoffperoxid (englisch HTP – High Test Peroxide) verwendet. Die Gasturbine hat eine Leistung von 1.455 PS (1.070 kW) und treibt eine innere und äußere Welle an. An dieser sind am Heck des Torpedos zwei koaxial montierte, gegenläufige, vierblättrige Propeller verbaut. Als Gefechtskopf wird 307 kg TGAG-75, eine Mischung aus 35 % TNT, 35 % RDX und 30 % Aluminiumpulver verwendet.
Für dem Abschuss werden nur rudimentäre Zieldaten benötigt. Daher kann der 53-65-Torpedo von einer Vielzahl unterschiedlicher U-Boote und Überwasserschiffen eingesetzt werden. Der Torpedo kann aus einer Tauchtiefe von bis zu 150 m abgeschossen werden. Nach dem Abschuss taucht der Torpedo zuerst 15 bis 20 m ab, weshalb beim Abschuss die Wassertiefe unter dem Kiel mindestens 40 m betragen muss. Danach nimmt der Torpedo eine Tiefe von 4 bis 14 m ein (je nach Tiefeneinstellung). Der Torpedo funktioniert nach dem Fire-and-Forget-Prinzip, d. h. nach dem Abfeuern verfolgt der Torpedo sein Ziel selbstständig. Dazu nutzt er einen Sensor zur Ortung von Kielwasser (englisch Wake-homing). Dieser erkennt die Wellenbewegung, die von fahrenden Schiffen verursacht wird. Sobald der Torpedo das aufgewühlte Wasser wahrnimmt, folgt er dem Schiff auf einem S-förmigen Kurs zwischen den Rändern der Wellenkämme, bis er sein Ziel findet. Dabei reagiert der Sensor nicht auf gängige Torpedo-Köder und hinterlässt auf der Wasseroberfläche keine Spur. Der Gefechtskopf wird von einem Aufschlagzünder oder Magnetzünder zur Detonation gebracht.
Die Initialversion 53-65 war 1965 einsatzbereit. Angetrieben wird der Torpedo von einer 2DT-Gasturbine, welche als Treibstoff Kerosin und Wasserstoffperoxid verwendet. Der Torpedo ist 7,945 m lang und wiegt 2070 kg. Bei einer Geschwindigkeit von 68,5 kn hat er eine Reichweite von 12 km. Bei einer reduzierten Geschwindigkeit von 45 kn beträgt die Reichweite 22 km.
Die Ausführung 53-65A wurde zwischen 1967 und 1969 speziell für die U-Boote der 705 Alfa-Klasse entwickelt. Bei diesem Torpedo können über eine elektrische Schnittstelle, Zieldaten direkt aus dem Feuerleitsystem des U-Bootes eingegeben werden.
Aufgrund der Sicherheitsrisiken mit dem explosiven Wasserstoffperoxid, startete man im Forschungsinstitut NII-400 das Projekt „SST-2“, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des 53-65-Torpedos zu verbessern. Im Rahmen von diesem Programm entstand 1969 das Modell 53-65M. Dieser Torpedo verwendet eine zuverlässigere 5DT-3-Gasturbine mit einer Leistung von 1.835 PS (1.350 kW). Weiter wurde 1973 das verbesserte Modell 53-65MA entwickelt und ab Mitte der 1970er-Jahre auf den U-Booten der Sowjetmarine verwendet. Die Modelle 53-65M und 53-65MA verblieben bis Ende 2000 im Dienst. Der Torpedo hat bei einer Geschwindigkeit von 44 kn eine Reichweite von 22 km. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei rund 68 kn.
Da die Handhabung des 53-65-Torpedos mit dem Kerosin-Wasserstoffperoxid-Treibstoffgemisch kompliziert und risikoreich war, wurde vom Maschinenbauwerk Kirow in Almaty der 53-65K entwickelt. Der Torpedo wurde ab 1969 in großer Anzahl bei der sowjetischen Marine in Dienst gestellt. Danach wurde er mehrfach modernisiert (zuletzt im Jahr 2011) und befindet sich im Dienst der Russischen Marine. Angetrieben wird der 53-65K von einem 2TF-Turbinentriebwerk, welches als Treibstoff Kerosin und Sauerstoff verwendet. Das Triebwerk hat eine Leistung von 748 PS (550 kW). Der Torpedo ist 7,945 m lang, wiegt 2100 kg und kann aus einer Tauchtiefe von bis zu 200 m abgeschossen werden. Bei der max. Propellerdrehzahl von 1670 U/min erreicht er eine Geschwindigkeit von 45 kn und eine Reichweite von 19 km.
Dies ist die Exportversion des 53-65K, welche seit 1984 in unterschiedlichen Ausführungen auf dem Exportmarkt angeboten wird.
Beim 53-68 handelt es sich um einen modifizierten 53-65K-Torpedo, der mit einem Nukleargefechtskopf mit 20 kT ausgerüstet ist. Der Torpedo kann aus einer Tauchtiefe von bis zu 300 m abgeschossen werden.
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