A23a wurde auf der Expedition PS96 des Forschungsschiffes POLARSTERN 2016 im zentralen Weddellmeer besucht. Durch das Alter von über30Jahren ist die ehemals steile Abbruchkante stark erodiert (edge wasting).A-23 A (im Bild rechts oben) nordöstlich der Joinville-Inseln (Bildmitte), an die sich die Spitze der Antarktischen Halbinsel anschließt (im Bild links unten)Treiben des Eisbergs A-23 A (Kartendaten)
Im September2025 war er auf etwa1700km² geschrumpft und galt damals als zweitgrößter Eisberg hinterD15a mit rund3000km². Nach weiterer Drift nach Norden in den Südatlantik betrug die Fläche am5.März2026 nur noch etwa180km². Zu diesem Zeitpunkt wurde damit gerechnet, dass der Eisberg binnen weniger Wochen ganz geschmolzen sein würde.
Verlauf
Bis 2023 zurückgelegte StreckeLage der Pirie-Bank in der Scotiasee, wo A-23A bis Dezember2024 rotierte, und von Südgeorgien
Nach dem Kalben vom Filchner-Ronne-Schelfeis im Jahr 1986 musste die darauf befindliche sowjetischeForschungsstationDruschnaja 1 verlegt werden. Bis2020 blieb der bis zu etwa300m tief ins Meer reichende Eisberg weitgehend ortsfest, da er am Meeresboden auf der Berkner Bank aufsaß.
Im Dezember2024 verließ A-23A den Wirbel und steuerte Südgeorgien an. Anfang März2025 lief er vor Südgeorgien auf Grund und kam vorübergehend zum Stillstand; NASA-Bilder vom4.März zeigen den festliegenden Eisberg nahe dem Schelf der Insel. Im Mai2025 schwamm A-23A wieder frei und folgte seither dem starken SACCF-Jet gegen den Uhrzeigersinn um Südgeorgien; anschließend driftete er ost- bis nordostwärts in den Südatlantik („Iceberg Alley“).
Zerfall und Fragmentierung im Jahr 2025
Bereits im Frühjahr2025 begann der Eisberg stärker zu zerbrechen. Zwischen dem11. und12.April 2025 spaltete sich A-23C (ca.20×8km²) von der Nordostkante ab; im Juli folgten die Fragmente A-23D (ca.159km²) und A-23E (ca.73km²), womit die Gesamtfläche vonA-23A auf etwa2.510km² sank. Am17.August 2025 kalbte A-23F; bis zum21.August hatte es sich bereits weiter in Teilstücke zerlegt und A-23A selbst zeigte edge wasting an den Kanten. Anfang September2025 meldete der British Antarctic Survey schließlich einen raschen Zerfall in mehrere sehr große Teilstücke; die Fläche vonA-23A lag zu diesem Zeitpunkt bei nur noch etwa1700km². Bis zum1.Februar 2026 verringerte sich seine Fläche auf500km².
Größe und Masse
Angaben zur Größe vonA-23A variieren; die Flächenangaben reichen von etwa3360 bis4000km² (vergleichbar mit Mallorca). Die Masse lag zeitweise bei nahezu einer Billion Tonnen. Bis Ende2024 führte A-23A mehrfach die Liste der jeweils größten derzeitigen Eisberge an; nach den Abbrüchen2025 ging dieser Status anD15a über, der mit rund3.000km² vergleichsweise stabil nahe der australischen Davis-Station liegt (Stand: September2025).
Ökologische Aspekte
Das zeitweilige Auflaufen auf der Schelfkante Südgeorgiens und der anschließende Zerfall könnten lokale Ökosysteme sowohl belasten (mechanische Störungen am Meeresboden, Risiken für Fischerei/Schifffahrt) als auch befördern (Eintrag großer Mengen nährstoffreichen Schmelzwassers mit möglichen Phytoplankton-Blüten).
Name
Die Benennung/Nummerierung antarktischer Eisberge mit einer Längenausdehnung von mindestens 10Seemeilen erfolgt durch das US-amerikanische National Ice Center(USNIC):
der erste Buchstabe kennzeichnet den Herkunftsquadranten
A=0°–90°westl. Länge
B=90°W–180°
C=180°–90°östl. Länge
D=90°O–0°
23 als laufende Nummer seit1978
A als das größte Teil nach dem Zerbrechen des Ursprungseisbergs.
↑Claudia Hinz, Dieter Etling:Das Ende des Eisbergs A23a – ein Abgesang auf einen Giganten. In: Mitteilungen DMG. Nr.1, 2026, S.6–7 (dmg-ev.de[PDF; 29,3MB]).