| ABC-Zeitung | |
|---|---|
| Beschreibung | Kinderzeitschrift |
| Sprache | Deutsch |
| Verlag | Verlag Junge Welt, Verlags-Union Pabel-Moewig (DDR, BRD) |
| Hauptsitz | Berlin, Leipzig, Rastatt |
| Erstausgabe | 1946 |
| Einstellung | 1996 |
| Erscheinungsweise | monatlich |
| Verkaufte Auflage | 885.000 Exemplare |
| Chefredakteur | Gerhard Holtz-Baumert |
| Herausgeber | Kurt Egbert Ebert, Malla Naas |
| ISSN (Print) | 0001-0375 |

Die ABC-Zeitung war eine monatliche Kinderzeitschrift in der DDR. Sie erschien in einer Auflage von bis zu 885.000 Exemplaren, einem Umfang von 16 oder 24 Seiten (Stand 1983) und im Zirka-A4-Format im Verlag Junge Welt (zuerst, ab 1946, im Volk und Wissen Verlag) und war Organ des Zentralrates der FDJ. Ebenfalls ab Juli 1946 und gestaltet von der gleichen Redaktion erschien die Schülerzeitschrift Die Schulpost.
Die Zeitung erschien zuerst am 1. Juli 1946 und war die älteste Kinderzeitschrift der DDR. Seinerzeit, ein Jahr nach Kriegsende, musste sie Schulbücher ersetzen. Nach dem Ende der DDR erschien sie noch bis Ausgabe 2/1996 in der Verlags-Union Pabel-Moewig, Rastatt, weiter.
Die Titelseite von Heft 2/1949 war den Jungen Pionieren der DDR gewidmet.
Das Impressum in Heft 8/1950 wies erstmals aus Herausgegeben vom Zentralrat der Freien Deutschen Jugend für die Jungen Pioniere; ab Heft 7/1951 ergänzt (...) für die Jungen Pioniere und Schüler.
Ab Heft 1/1958 hatte die ABC-Zeitung die Beilage Unser Wimpel, verfasst für die Jungpioniere und ihre Gruppen. Sie thematisierte das Pionierleben, aber auch andere Themen, etwa das Meisenfüttern im Winter oder das Basteln von Faschingskostümen. Außerdem erschien mit dieser Ausgabe erstmals in der ABC-Zeitung eine Übersicht maßgeblicher Kindersendungen im DDR-Radio und -Fernsehen:
Wir hören und sehen
Fernsehen Radio DDR
Kinderfernsehen
Mit Heft 11/1960 führte die ABC-Zeitung die wiederkehrenden, aus Murmeln bestehenden Comic-Figuren Rolli und Flitzi ein. Rolli, ein Junge, trug einen Propeller auf dem Kopf und konnte damit fliegen. Flitzi, seine Schwester, hatte anfangs noch keinen Propeller.
Der Hund Schnapp erschien zuerst in Heft 11/1963: Rolli und Flitzi, unsere beiden Freunde, haben einen neuen Gefährten. Er heißt Schnapp und ist genauso kullerlustig wie sie. Sein Schwanz ist ein kleines Pinselchen.
Als Schülerzeitschrift angelegt, war anfangs ihr Erscheinungsrhythmus dem Schuljahr angepasst, mit dem ersten Monatsheft im September und einem Doppelheft Juli/August, zuletzt 1970, vor den Sommerferien. Von Sommer 1971 an gab es ein Juli- und ein Augustheft. Ab Oktober 1976 entfiel der Bezug auf das Schuljahr. Das Heft hieß nur noch Nr. 10/1976. Ab Sommer 1987 bis zum Frühjahr 1990 erschien zusätzlich halbjährlich, im Mai und Oktober, eine Kleine ABC-Zeitung im A5-Format und mit 32 Seiten zum Preis von 50 Pfennig. Die Redaktion hatte ihren Sitz in Berlin-Mitte, anfangs in der Oberwallstraße 11/12, später in der Kronenstraße 30–31; Druckerei war Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden.
Vertrieben wurde die ABC-Zeitung zum Heftpreis von 30 DDR-Pfennig direkt über die Schulen, im Abonnement und am Kiosk. Mit Heft 7/1949 wurde der Preis auf 20 Pfennig gesenkt. Ab 1987 war die Erscheinungsweise zweimal im Monat mit 8 Seiten Umfang bei einem Preis von 15 Pfennig. In der Zeit des beginnenden Endes der DDR, ab Ausgabe 9/1990 (1. Maiheft), wurde der Umfang wieder auf 16 Seiten erweitert, und der Preis stieg zunächst auf 45 Pfennig, später 80 Pfennig.
Ab Januar 1969 wurde das bisherige Druckformat, ca. 28,5 cm × 20 cm, auf 33,8 cm × 23,4 cm vergrößert.
Die ABC-Zeitung richtete sie sich an Schüler der Klassenstufen 1 bis 3 und behandelte inhaltlich Freizeit, Sport und Schule, war aber zugleich ein Propagandainstrument für Jungpioniere. Häufig wiederkehrende Themen waren das Leben von Wladimir Iljitsch Lenin, Karl Marx und Ernst Thälmann (dieser als Namensgeber der DDR-Pionierorganisation) sowie Berichte über die Lenin-Pioniere der Sowjetunion und Freundschaftstreffen mit in der DDR stationierten sowjetischen Soldaten. Berichte über Westdeutschland waren in der Regel mit Kritik verbunden: Das Maiheft 1967 beschreibt zum Beispiel die zunehmende Zahl von Zwergschulen mit einem einzigen Klassenraum sowie die fortbestehende Prügelstrafe.
In der Endphase der DDR erschien sie vom 2. Januarheft 1990 an nur noch als "ABC-Zeitung" für Schüler der 1. bis 3. Klasse, ohne Bezug auf die Pionierorganisation.
Jede Ausgabe hatte eine Seite Guten Tag, 1. Klasse mit Lese- und Rechenübungen. Die Mathematik-Olympiade der Schulen der DDR wurde jeweils im März (Heft 5 bzw. 1. Märzheft) mit Aufgaben für die Klassenstufen 1 bis 3, zum Teil bis Klasse 4, begleitet. Auf einer Doppelseite wurden z. B. 1968 Grundlagen der Astronomie wie die Neugung der Erdachse und die daraus folgenden Jahreszeiten erklärt. Ab 1988 wurde das Phänomen des Computers thematisiert, zum Beispiel mit einer vierseitigen Anleitung, wie ein Computer-Algorithmus abläuft.
Im Jahr 1967/68 erschien eine zehnteiliges Kinderlexikon auf Ausschneidekarten (September bis Juni) im Format A5 und mit zirka 500 Begriffen, erklärt entweder mit Text oder nur durch eine Zeichnung.
Der in der DDR aus dem Eulenspiegel bekannte und sehr populäre Zeichner Henry Büttner steuerte gelegentlich eine Witzeseite bei. Der ebenso berühmte Buchillustrator Werner Klemke (u. a. Grimms Märchen, Das Magazin) gestaltete manche Titelseiten der ABC-Zeitung.
Symbolfiguren seit den 1960er Jahren waren zwei Kugelmännchen namens Rolli und Flitzi, zu denen sich später der Hund Schnapp gesellte.
Auflage gemäß Impressum: 300.000
In Ausgabe 3/1984 rief die ABC-Zeitung erstmals auch die Kinder ihrer Zielgruppe zum Fernwettbewerb um den Stärksten Pionier der DDR auf, einen Dreikampf, der in früheren Jahren schon aus der Kinderzeitung Trommel bekannt war. Bei dieser Form für die kleineren Kinder wurden für die Mädchen als Teildisziplinen Schlusssprung aus dem Stand, Medizinballschocken und Anzahl der Seildurchschläge in einer Minute gewertet; für die Jungen Schlusssprung aus dem Stand, Medizinballschocken und Liegestütze (eine Minute).
Eine Geschichte der Ausgabe 11/1984, S. 18, geriet später als antisemitisch und antizionistisch in die Kritik. Die Geschichte Der Feuerdrache Zion, mit zwei anderen auf derselben Doppelseite verfasst von Paul Horst Basedow, beschreibt, wie der Drache Zion den Kindern Palästinas das Essen auffrisst und sie sich aufmachen, ihn zu vertreiben.