| AC Schnitzer | |
|---|---|
| Besitzer/Verwender | KOHL automobile GmbH |
| Einführungsjahr | 1987 |
| Produkte | Autoteile |
| Märkte | weltweit |
| Website | ac-schnitzer.de |
AC Schnitzer ist seit 1987 eine Marke der KOHL automobile GmbH, einem in Aachen ansässigen Auto- und Motorradhändler mehrerer Marken. Das "AC" im Namen der Marke steht für „Aachen“. Das Unternehmen hat gemeinsame Wurzeln mit Schnitzer Motorsport, ist jedoch ein wirtschaftlich und juristisch eigenständiges Unternehmen. Industrieunternehmen fertigen die Teile nach den Vorgaben von AC Schnitzer. Im März 2026 kündigte das Unternehmen an, den Geschäftsbetrieb in Deutschland zum Ende des Jahres einzustellen. Ende September 2026 wurde bekannt, dass die niederländische AM Group den Tuner AC Schnitzer zum November 2026 übernehmen wird.
Das Angebot umfasst ca. 2.500 Produkte wie Fahrwerke, Sportauspuffanlagen, Innenausstattungen oder Leichtmetallfelgen sowie komplette Fahrzeuge und Leistungssteigerungen für Benzin- und Dieselmotoren. Ein Großteil des Zubehörs kann direkt über BMW-Vertragshändler bezogen werden. Aufwändigere Umbauten werden in Aachen vorgenommen.
Im Jahr 1987 gründeten Willi Kohl, Inhaber der Kohl automobile GmbH in Aachen, und Herbert Schnitzer, Inhaber von Schnitzer Motorsport in Freilassing, gemeinsam das Unternehmen AC Schnitzer, mit Stammsitz in Aachen. Im gleichen Jahr debütierte mit dem ACS7 auf Basis des BMW 7er E32 das erste AC-Schnitzer-Fahrzeug auf der IAA in Frankfurt. Des Weiteren trat AC Schnitzer mit einem BMW 635 CSi DTM in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft an. 1988 trat AC Schnitzer mit Manfred Wollgarten als Fahrer mit einem AC Schnitzer ACS3 Sport Gruppe N (auf Basis des BMW M3 E30) in der DTT (Deutsche Tourenwagen Trophäe) an. Parallel dazu schickte man Andreas Wetzelsperger auf AC Schnitzer ACS3 Sport Gruppe N Rallye (auf Basis des BMW M3 E30) in den Rallyezirkus.
1992 erfolgte ein Umzug vom Stammsitz der Kohl automobile GmbH in der Neuenhofstraße in das neue AC-Schnitzer-Gebäude in der Debyestraße in Aachen. 1996 folgte ein erneuter Umzug in den Neubau an der Neuenhofstraße 160 in Aachen, zurück ins Stammhaus der Kohl automobile GmbH.
2005 brach AC Schnitzer Tension auf Basis BMW M6 E63 in Nardò den Weltrekord mit 331,78 km/h und ist damit der schnellste straßenzugelassene BMW. 2007 fuhr der AC Schnitzer GP3.10 Gas Powered auf Basis des BMW 335i Coupé einen Geschwindigkeitsweltrekord für flüssiggasbetriebene Pkw in Nardò mit 318,1 km/h. 2009 fuhr das AC Schnitzer ACS3 3.5d Coupé auf Basis des BMW 335d in Nardò mit 288,7 km/h einen Geschwindigkeitsweltrekord für Diesel-Pkw. 2011 wurde der AC Schnitzer EAGLE zum schnellsten MINI auf dem kleinen Kurs in Hockenheim mit einer Rundenzeit von 1:12,3 min. Im Jahr 2015 stellte auf dem Sachsenring der ACZ4 5.0d einen neuen Rekord für Diesel-Fahrzeuge auf. 2017 war der AC Schnitzer ACL2 der schnellste straßenzugelassene BMW auf der Nürburgring-Nordschleife mit 7:25,80 min, 2018 am selben Ort der M5 by AC Schnitzer die schnellste Limousine mit 7:31,71 min.
Die Absicht, den Geschäftsbetrieb von AC Schnitzer zum Ende des Jahres 2026 einzustellen, begründete die Unternehmensgruppe Kohl automobile damit, dass Tuning in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sei. Das Unternehmen führte dafür ständig steigende Kosten in Entwicklung und Herstellung von Teilen an. Die extrem lange Dauer der Zulassung von Teilen führe zu Nachteilen gegenüber Wettbewerbern aus dem Ausland. Als weitere Gründe nannte die Kohl-Gruppe ein verändertes Konsumverhalten und den schleichenden Rückzug des Verbrennermotors. Eine Chance gab das Unternehmen einer Übernahme der Marke AC Schnitzer, für die es Interessenten gebe.

Koordinaten: 50° 45′ 57″ N, 6° 8′ 50,3″ O