| Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Deutschland e. V. (ANW) | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 1950 in Schwäbisch Hall |
| Sitz | Poststraße 7, 57392 Schmallenberg |
| Zweck | Naturgemäße Waldwirtschaft, Naturschutz, Lobbyorganisation |
| Vorsitz | Hans von der Goltz |
| Geschäftsführung | Johannes Odrost |
| Mitglieder | 3311 (2026) |
| Website | anw-deutschland.de |
Die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Deutschland e. V. (ANW) ist ein bundesweit agierender Verein, der sich dem Ziel verpflichtet hat, durch naturgemäße Waldbewirtschaftung gleichzeitig ökologisch verantwortungsvoll zu handeln und ökonomisch erfolgreich zu sein.
Der Verein wurde 1950 in Schwäbisch Hall gegründet. Mitglieder der ANW sind die Landesgruppen in den jeweiligen Bundesländern.
Die ANW ist Mitglied des europäischen Dachverbandes Pro Silva Europa mit 23 Mitgliedsländern. Bundesvorsitzende der ANW waren Karl Dannecker (1950–1954), Willy Wobst (1954–1971), Willi Gayler (1971–1981), Hilmar Schoepffer (1981–1989) und Sebastian Freiherr von Rotenhan (1989–2001). Seit 2001 ist Hans von der Goltz Bundesvorsitzender.
Ausgangspunkt der naturgemäßen Waldbewegung ist der sogenannte Dauerwaldstreit, der von Alfred Möller, dem Direktor der Eberswalder Forstakademie 1922 ausgelöst wurde. Dieser hatte den Bärenthorener Wald waldbaulich und ertragskundlich untersucht und in seiner Schrift Der Dauerwaldgedanke – sein Sinn und seine Bedeutung der breiteren forstlichen Öffentlichkeit seiner Zeit vorgestellt. Diese Schrift löste den sog. Dauerwaldstreit aus, der im Jahr 1950 zur Gründung der ANW führte.
Viele waldbauliche Vorstellungen der ANW finden sich mittlerweile z. B. in den Zielen der Bundesregierung zum Waldumbau im Klimawandel, sowie in den Regelungen der EU aus Brüssel zur naturnahen Waldbewirtschaftung.
Seit 1989 gibt die ANW halbjährlich die Fachzeitschrift Der Dauerwald. Zeitschrift für naturgemäße Waldwirtschaft heraus. Seit 2026 wird diese ergänzt durch zwei Newsletter pro Jahr.
Seit 2022 existiert an jeder deutschen Forsthochschule eine Hochschulgruppe der ANW. Die sieben Hochschulgruppen und Alumni bis zum Alter von 36 Jahren haben sich zur Jungen ANW zusammengeschlossen, die mit Sitz und Stimme im Bundesvorstand der ANW-Deutschland e. V. gleichberechtigt zu den 13 Landesgruppen vertreten ist.
Der Dauerwald steht gemäß Alfred Möller, dem Schöpfer des Begriffes, für eine Waldgesinnung mit einer ganzheitlichen Betrachtung des gesamten Wirkungsgefüges naturgemäßer Bewirtschaftung im Ökosystem Wald. Die 2024 veröffentlichten Grundsätze und Leitlinien der ANW definieren die wesentlichen Ziele, die Dauerwald ausmachen. Die Wege zu den Zielen sind sehr individuell gestaltbar.
Dauerwald ist:
Der Dauerwald ist ein Toleranzmodell, in dem keine Waldfunktion maximiert, aber alle Leistungen im Sinne der Multifunktionalität optimal erfüllt werden. Er steigert langfristig Resilienz, Vitalität, Stabilität, und Produktivität in einem intakten Ökosystem Wald. Damit erfüllt er integrativ die vielfältigen Anforderungen von Eigentum und Gesellschaft an die Nachhaltigkeit des Waldes.
Er ist ökonomisch erfolgreich und wird gleichzeitig ökologisch verantwortungsvoll bewirtschaftet. Er ist nach heutigem Ermessen die „Best Practice“ einer zukunftsfähigen Form der Waldbewirtschaftung. Eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen von Dauerwald sind kompetente und engagierte Forstleute in der Fläche, die genügend Zeit haben, Natur zu erkennen und im Einklang mit ihr wirtschaften.
Insbesondere die ANW-Landesgruppen bieten ihren Mitgliedern und forstlich Interessierten über Exkursionen und Übungen im Wald, Fortbildungsreisen im In- und Ausland sowie Fachvorträge vielseitige praxisbezogene Informationen an.
ANW-Beispielbetriebe, die sich schon seit längerer Zeit auf den Weg zum Dauerwald gemacht haben, stehen als erfahrene Praktiker für Interessierte zur Information zur Verfügung.
Die ANW-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern hat ein Dauerwald-Zertifilkat entwickelt, das seitens der Bundesregierung als gleichwertig zur PEFC oder FSC Zertifizierung anerkannt worden ist. Die Landesgruppe Bayern hat sich diesem Dauerwald-Zertifikat angeschlossen.
Seit 2015 lässt die ANW besonders interessierende Themen aus ihrem reichen Erfahrungswissen durch die Wissenschaft untersuchen. So hat sich die ANW bisher um folgende Themen gekümmert:
Projekt Weisstanne 2.0
Projekte BioWild und WiWaldI
Projekte Dauerwald und Dauerwald 2.0
Projekt Waldresilienzindex
Projekt Pfahlwurzler