| Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 1962 |
| Sitz | Frankfurt am Main |
| Geschäftsstelle | Berlin |
| Zweck | Zusammenarbeit, Evidenzbasierte Medizin |
| Präsident | Rolf-Detlef Treede |
| Geschäftsführung | Dennis Makoschey |
| Umsatz | 2.622.097 Euro (2025) |
| Mitglieder | 185 Fachgesellschaften |
| Website | awmf.org |
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) ist der deutsche Dachverband von 185 wissenschaftlichen Fachgesellschaften der Medizin. Ihr Zweck ist das Fördern evidenzbasierter Medizin in Lehre und Praxis.
Seit 1995 koordiniert die AWMF die Entwicklung von medizinischen Leitlinien für Diagnostik und Therapie durch die einzelnen Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Der Verband wurde am 10. November 1962 in Frankfurt am Main gegründet. Er ist als gemeinnützig anerkannt (Förderung der Wissenschaft).
Der Verein berät über grundsätzliche und fachübergreifende Angelegenheiten und Aufgaben, erarbeitet Empfehlungen und Resolutionen und vertritt diese gegenüber den damit befassten Institutionen, insbesondere auch im politischen Raum. Neben den – angesichts der zunehmenden Spezialisierung immer dringenderen – Aufgaben der inneren Zusammenarbeit will sie damit die Interessen der medizinischen Wissenschaft verstärkt nach außen zur Geltung bringen.
Einige Beispiele sind:
Der Verein ist mit seinen eigenständigen Aufgaben neben den anderen Verbänden wie Bundesärztekammer, Medizinischer Fakultätentag, Verband der Universitätsklinika Deutschlands, Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände und den Einrichtungen der Wissenschaftsförderung (z. B. DFG) eine wichtige Institution im Bereich der Organisation medizinischer Versorgung. Die AWMF bemüht sich um fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen medizinischen wissenschaftlichen Organisationen sowie den zuständigen politischen Gremien im Interesse einer leistungs- und zukunftsorientierten Weiterentwicklung der medizinischen Wissenschaften und ihrer Umsetzung in der ärztlichen Praxis.
Zusammen mit der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft gibt die AWMF Patientenleitlinien zu Magenkrebs, den verschiedenen Formen von Brustkrebs und des Prostatakarzinoms in allgemeinverständlichen Broschüren kostenlos heraus.
Die AWMF wirkt mit Vertretern in nationalen und internationalen Gremien unterschiedlichster Institutionen und Behörden mit. Dabei pflegt sie Kooperationen mit verschiedenen Institutionen und Organisationen.
Internationale Beteiligung:
Nationale Beteiligung (Auswahl):
Der Sitz der AWMF ist in Frankfurt am Main. Seit 2007 besteht die Rechtsform eingetragener Verein. Organe des Vereins sind die Delegiertenkonferenz (Mitgliederversammlung) und das Präsidium.
Die Geschäftsstelle der AWMF war bis 2016 in Düsseldorf, seit 2017 ist sie in Berlin.
2009 hat die AWMF ein Institut eingerichtet, das AWMF-Institut für Medizinisches Wissensmanagement (AWMF-IMWi). Das AMWF-IMWi ist in Marburg (Lahn) beim Fachbereich Medizin der Philipps-Universität angesiedelt.
Zur Beratung besonderer Fragestellungen kann das Präsidium der AWMF ständige Kommissionen oder Ad-hoc-Kommissionen einsetzen.
Ständige Kommissionen:
Ad-hoc-Kommissionen:

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens hat das Präsidium der AWMF beschlossen, eine „Ehrenmedaille der AWMF“ an Persönlichkeiten zu vergeben, die sich um die Belange der wissenschaftlichen Medizin besonders verdient gemacht haben.
Die Medaille erhielten:
Stand: Mai 2025
Die Organisationen Transparency International (TI Deutschland), Leitlinienwatch und MEZIS warfen der AWMF 2022 vor, dass sie Interessenkonflikte mit der Industrie verharmlosen würde. Als Vorbild nennen sie den „Physician Payments Sunshine Act“ in den USA. Danach müsse die Industrie die Geldflüsse an alle Akteure im Gesundheitswesen offenlegen.