Der Abhidhamma (pali; sanskrit abhidharma) ist der dritte Teil (pali pitaka ‚Korb‘) des buddhistischen Pali-Kanons. Die Lehren des Buddha und seiner Hauptschüler erhalten in diesem Werk eine psychologische und philosophische Begründung und Ausformulierung. Abhidhamma bedeutet eigentlich der höhere Dhamma, da im Abhidhamma in Begriffen der letztendlichen Wirklichkeit (paramattha dhamma) gelehrt wird. Der Abhidhamma ist auf das Erfahrungswissen des Buddha gegründet, das hier systematisch geordnet vorliegt. Es ist die ernüchternde und letztlich befreiende Sicht der Dinge, wie sie wirklich sind, die der Buddha durch ruhige Einsichts-Weisheits-Meditation (samatha-vipassana) erlangt hat.
Im späteren Verständnis ist der Abhidhammapitaka eine detaillierte und systematische Durchdringung und Darstellung all der Themen und Dinge, die im Suttapiṭaka verstreut zu finden sind. Weil Sāriputta, einer der beiden Hauptschüler des Buddha, bekannt war für seine analytische Begabung, seine durchdringende Logik und Befähigung zu systematischer Darlegung, werden ihm traditionell auch die drei folgenden Werke zugeschrieben:
Der Abhidharmakosha („Schatzkammer des Abhidharma“) ist eine inhaltlich vom Abhidhammapitaka der Theravadins abweichende Abhidharma-Literatur der Sarvastivadin.