
Achselhaare (lateinisch hirci) sind Haare, die in den Achselhöhlen von Menschen wachsen. Sie sind sekundäre Geschlechtsmerkmale. In den Achselhöhlen finden sich beim Menschen apokrine Schweißdrüsen, die nur in der Achsel- und Genitalregion sowie an den Brustwarzen vorkommen. Sie produzieren sexuell anziehend wirkende Pheromone, die über das Achsel- und Schamhaar verteilt und dann durch das Jacobson-Organ vom Geschlechtspartner wahrgenommen werden und als Lockstoffe dienen.
Die Achselbehaarung entwickelt sich bei beiden Geschlechtern während der Pubertät, zumeist erst im späteren Verlauf der Ausprägung anderer Geschlechtsmerkmale. Achselhaare dienen zwar auch der Schweißaufnahme, sind aber erster Linie sekundäre Geschlechtsmerkmale und dienen zum einen als optischer Reiz, vor allem aber steigern sie die Abgabe von Sexual-Lockstoffen (Pheromonen), die dann durch das Vomeronasale Organ von Sexualpartnern registriert werden.
Haupt-, Scham- und Achselhaare können in Farbe, Form und Dichte individuell sehr unterschiedlich sein, meist ist das Haupthaar am hellsten und glattesten. Die Ausprägung der Achselhaare ist von der genetischen Veranlagung und vom Androgen-Spiegel des Individuums abhängig. Das Wachstum der Achselhaare hört nicht mit einer bestimmten Haarlänge auf, sondern Achselhaare haben genetisch bedingt eine bestimmte Lebensdauer von ca. sechs Monaten und fallen dann aus. Ein Kopfhaar dagegen wird bis zu sieben Jahre alt.
Ebenso wie die Intimrasur kann die Achselrasur zu Reizungen und Entzündungen der empfindlichen Achselhaut führen.
In Europa, den USA oder im Orient gibt es eine kulturelle Praxis zur Entfernung der Achselhaare, vor allem bei Frauen. Der Modetrend zur Entfernung der Körperbehaarung kam in den USA bereits zwischen 1915 und 1945 auf und verbreitete sich im Vereinigten Königreich und später auch in Frankreich.
In Westdeutschland war eine natürliche Achselbehaarung vor 1980 üblich, in der DDR auch bis zur Wiedervereinigung. Sängerinnen wie Nena oder Schauspielerinnen wie Hanna Schygulla folgen der Rasurmode nicht. Selbst heute noch werden weibliche Achselhaare in einzelnen Boulevardmedien skandalisiert, wie beispielsweise im Fall von Drew Barrymore beim Besuch der „Fashion Week“ in New York und von Julia Roberts 1999 bei der Premiere von Notting Hill. Im westlichen Kulturkreis ist eine Entfernung in der wärmeren Jahreszeit nicht unüblich.
Manche religiöse Traditionen legen die Entfernung ebenfalls nahe. So verlangen beispielsweise Reinlichkeitsvorschriften der Fitra im Islam das Auszupfen der Achselhaare und die Entfernung der Schamhaare nach spätestens „40 Nächten“. Dies erfolgt entweder durch Rasur oder Epilation (beispielsweise mit Hilfe von Halawa) und gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Im Buddhismus verbieten hingegen die Ordensregeln der Mönche das Entfernen der Achselbehaarung.
Die Entfernung sämtlicher Körperbehaarung soll im Leistungssport, etwa beim Schwimmen, zur Minimierung des Strömungswiderstandes beitragen.