Ada Hayden

Ada Hayden

Ada Hayden (* 14. August 1884 in Ames, Iowa, USA; † 12. August 1950) war US-amerikanische Botanikerin, Hochschullehrerin und Naturschützerin. Sie war die erste Frau, die an der Iowa State University promovierte. Sie dokumentierte erhaltene Prärieflächen und setzte sich dafür ein, besonders wertvolle Gebiete unter Schutz zu stellen. Ihre Arbeit trug zur Einrichtung von Naturschutzgebieten in Iowa bei. Das Hayden Prairie State Preserve, das erste Gebiet, das gemäß dem Iowa State Preserves Act von 1965 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde, ist nach ihr benannt.

Leben und Werk

Ada Hayden (1926)

Hayden war das einzige Kind von Maitland David Hayden und Christine Hayden, die eine Farm in der Nähe von Ames besaßen und bewirtschafteten. Hayden lernte bereits während ihrer Schulzeit Louis Pammel, einen Professor des Iowa State College, kennen. Pammel, ein Naturschützer und Begründer des Parksystems von Iowa, ermutigte sie, ihr Interesse an Botanik zu vertiefen. Nach ihrer mit Auszeichnung bestandenen Hochschulreife an der Ames High School im Jahr 1904 studierte Hayden bei Pammel und erwarb 1908 ihren Bachelor-Abschluss in Botanik am Iowa State College. Dank eines Forschungsstipendiums der Shaw School of Botany konnte sie an der Washington University in St. Louis ein Aufbaustudium absolvieren und erwarb 1910 einen Master-Abschluss in Botanik. 1911 kehrte sie als Dozentin und Doktorandin an das Iowa State College zurück. Sie promovierte dort 1918 als vierte Person und als erste Frau. Von 1919 bis 1950 war sie Assistenzprofessorin für Botanik am Iowa State College, wobei 1934 ihre Stelle in eine Forschungsposition an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation umgewandelt wurde. Von 1947 bis 1950 war sie Kuratorin des Herbariums und erweiterte das 1870 von C. E. Bessey gegründete Herbarium um mehr als 40.000 Belege.

Botanische Forschung

Sie untersuchte die einheimische Pflanzenwelt Iowas, sammelte Pflanzenbelege und veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten über die Flora und Ökologie der Region. Auch das Fotografieren und Illustrieren von Pflanzen gehörte zu ihren Spezialgebieten. Bis zu Pammels Tod 1931 forschte Hayden größtenteils in Zusammenarbeit mit ihm und Charlotte King, einer weiteren seiner Studentinnen. Sie steuerte Kapitel und Illustrationen zu zwei von Pammels Hauptwerken bei: The Weed Flora of Iowa (1926) und Honey Plants of Iowa (1930). Nach 1931 konzentrierte sie sich verstärkt auf die Präriepflanzen der Seenregion.

Naturschützerin

Innerhalb eines Jahres nach ihrer Promotion wurden ihre Forschungsergebnisse zur Ökologie der Präriepflanzen in Zentral-Iowa im American Journal of Botany (1919) und in den Proceedings of the Iowa Academy of Science (1919) veröffentlicht. In einem kurzen Beitrag mit dem Titel Conservation of Prairie, der in Iowa Parks: Conservation of Iowa Historic, Scientific and Scenic Areas (1919) erschien, sprach sie sich für den Erhalt der Prärie aus und schlug vor, in jedem County des Bundesstaates einige Hektar Reliktprärie, vorzugsweise in der Nähe größerer Schulen, zu schützen. In den folgenden zwei Jahrzehnten hielt Hayden auch öffentliche Vorträge, um die Bevölkerung Iowas über die Ökologie der Prärie aufzuklären. In den 1930er Jahren schlossen sich ihr einige weitere Stimmen für den Schutz der Prärie an. 1944 veröffentlichten Hayden und J. M. Aiken, Vorsitzender des Naturschutzkomitees der Iowa Academy of Science (IAS), einen Bericht über den Stand des Naturschutzes in Iowa und identifizierten erhaltenswerte Reliktprärien. Hayden leitete das sogenannte Prärieprojekt, und die IAS veröffentlichte ihre Ergebnisse in The Selection of Prairie Areas in Iowa Which Should Be Preserved (1945), gefolgt von A Progress Report on the Preservation of Prairie (1947).

In den 1940er Jahren erhielt Hayden 100 Dollar von der Iowa Academy of Science, um die verbliebenen Prärien des Bundesstaates zu kartieren. Zu diesem Zeitpunkt war bereits ein Großteil Iowas für den Ackerbau umgepflügt worden, da der Prärieboden sehr fruchtbar war. Sie bereiste den gesamten Bundesstaat und besuchte alle verbliebenen Präriegebiete, darunter Feuchtprärien, Trockenprärien, Sandprärien und weitere. Im Zuge ihrer Recherchen schlug Hayden dem Bundesstaat vor, 22 Standorte zu berücksichtigen, die ihrer Ansicht nach die Vielfalt der Prärie in Iowa repräsentierten. Kurz nach ihrem Tod kaufte der Staat drei der 22 Prärien, eine davon wurde nach ihr benannt. Durch den systematischen Aufbau einer wissenschaftlichen Datenbank, auf deren Grundlage die staatliche Naturschutzkommission (State Conservation Commission, SCC) fundierte Entscheidungen über Landkäufe treffen konnte, initiierten Hayden und die IAS in Zusammenarbeit mit der SCC ein Prärieschutzprogramm. Ende der 1940er Jahre erwarb die SCC zwei Gebiete mit Reliktprärie: drei angrenzende Parzellen in Howard County und weitere 160 Acres in Pocahontas County, bekannt als Kalsow Prairie. Daraufhin wurde Iowa 1949 vom Exploratory Committee des Bureau of Plant Industry des US-Landwirtschaftsministeriums als einer der Vorreiter im Prärieschutz ausgezeichnet. Im selben Jahr richtete die IAS einen Beirat ein, um die SCC beim Präriemanagement zu unterstützen. 1950 benannte die SCC das Präriegebiet in Howard County nach ihr.

Hayden war aktives Mitglied folgender Gesellschaften: Botanical Society of America, American Association for the Advancement of Science, American Society of Plant Taxonomists, Ecological Society of America, Ecologists’ Union, Sullivant Moss Society, Grassland Research Foundation, American Association of University Professors, Sigma Delta Epsilon (Präsidentin 1930–1932), American Society of Range Management und Iowa Academy of Science. Sie war Mitglied der Ehrengesellschaften Phi Kappa Phi, Gamma Sigma Delta und Sigma Xi sowie der Schwesternschaft Alpha Delta Phi.

Ihr wurde der Status einer ordentlichen Professorin verweigert, und ihre Leistungen fanden kaum öffentliche Anerkennung. Bis zu ihrem Tod 1950 setzte sie sich unermüdlich für ihre Überzeugungen ein. Während ihrer Zeit an der Iowa State University sammelte sie über 15.000 Pflanzenexemplare für das Herbarium und sandte zudem zahlreiche Duplikate an andere Institutionen.

Hayden starb 1950 zwei Tage vor ihrem 66. Geburtstag und wurde auf dem Ames Municipal Cemetery beigesetzt.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

1988 wurde das Herbarium der Iowa State University zu Ehren seiner ehemaligen Kuratorin in Ada-Hayden-Herbarium umbenannt. Nach ihrem Tod wurde ein Prärieschutzgebiet in Howard County, Iowa, von der Naturschutzkommission von Iowa in Ada Hayden Prairie Preserve umbenannt. Von 2002 bis 2004 wurde der Ada Hayden Heritage Park in der Nähe ihres Geburtsortes nach ihr benannt. Ada Hayden wurde 2007 in die Iowa Women’s Hall of Fame aufgenommen.

Literatur

Commons: Ada Hayden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ada Hayden papers. In: CARDinal: Cyclone Archival Research Database. Iowa State University, abgerufen am 13. Oktober 2026 (englisch).
  2. ↑ Details Page - The Biographical Dictionary of Iowa - The University of Iowa Libraries. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  3. ↑ IGEIN |Ada Hayden. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  4. ↑ Hayden Prairie State Preserve | Department of Natural Resources. Abgerufen am 13. Oktober 2026 (englisch).
  5. ↑ Ada Hayden. Abgerufen am 13. Oktober 2026 (englisch).
  6. ↑ Details Page - The Biographical Dictionary of Iowa - The University of Iowa Libraries. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  7. ↑ https://esa.org/history/2016/03/ada-hayden-preserving-iowas-prairies/
  8. ↑ Emma Hovick: Ada Hayden: The First Woman at Iowa State to receive a Ph.D. In: Iowa State Daily. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  9. ↑ Details Page - The Biographical Dictionary of Iowa - The University of Iowa Libraries. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  10. ↑ Ada Hayden. Ames History Museum, 2016, abgerufen am 13. Oktober 2026 (englisch).
  11. ↑ Ada Hayden. Abgerufen am 13. Oktober 2026 (englisch).
  12. ↑ Ada Hayden Heritage Park - Discover Ames. Abgerufen am 13. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  13. ↑ Ada Hayden papers. In: Special Collections and University Archives. Iowa State University, abgerufen am 13. Oktober 2026 (englisch).
  14. ↑ Ada Hayden Heritage Park. Abgerufen am 13. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
Personendaten
NAME Hayden, Ada
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Botanikerin, Hochschullehrerin und Naturschützerin
GEBURTSDATUM 14. August 1884
GEBURTSORT Ames, Iowa, USA
STERBEDATUM 12. August 1950