Adalbert Lampe

Adalbert Lampe (* 14. Februar 1842 in Petrinja, Kroatien; † 19. Juni 1905 in Zagreb, Kroatien) war ein gehörloser kroatischer Gehörlosenpädagoge. Er war Schüler des k.k. Taubstummeninstitutes (heute: Bundesinstitut für Gehörlosenbildung), Mitbegründer des Vereins WITAF und gilt als Begründer der Gehörlosenpädagogik Kroatiens und des kroatischen Schulwesens für hörbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche.

Leben und Arbeit

Adalbert Lampe besuchte von 1851 bis 1858 das k.k. Taubstummeninstitut in Wien und wurde dort nach der Gebärdenmethode unterrichtet. Aufgrund seiner ausgezeichneten schulischen Leistungen und seiner hohen Intelligenz, wurde Adalbert Lampe vom Direktor Alexander Venus am Wiener Institut als sogenannter „Monitor“ (Hilfslehrer) eingesetzt. Dies stellt eine frühe dokumentierte Erwähnung einer gehörlosen Person dar, die an einer Gehörlosenschule eine solche unterstützende Lehrfunktion übernahm. Lampe wurde in weiterer Folge zum Kalligraphen und Abschreiber ausgebildet. Er lebte nachweislich bis mind. 1872 in Wien und trug maßgeblich zur Entwicklung der Gehörlosengemeinschaft in Wien bei. Gemeinsam mit dem Direktor des k.k. Taubstummeninstitutes Alexander Venus gründete Adalbert Lampe 1865 den ersten Verein für gehörlose Menschen in Wien – den WITAF. Lampe wurde der erste Präsident. Heute bietet der Verein Beratung, berufliche Unterstützung, Gebärdensprachkurse, sowie kulturelle und soziale Aktivitäten. Er setzt sich ebenso für die Gleichberechtigung und Inklusion gehörloser Menschen ein.

Nach der Rückkehr von Adalbert Lampe nach Kroatien arbeitete er zunächst als Stadtschreiber und Buchbinder, später als Schreiber bei der Landesregierung in Zagreb. 1885 begann er den gehörlosen Jungen Ivan Smolec privat zu unterrichten. Aufgrund der erzielten Erfolge nahm er bald weitere Schüler auf und erhielt 1886 die Genehmigung, eine private Bildungsanstalt für gehörlose Kinder zu führen.

Beim Unterricht verwendete Lampe Gebärden und Schrift und er orientierte sich an deutschsprachigen Lehrmaterialien. Seine Methode wird auch als die „kinetisch-mimische“ Methode bezeichnet. Neben Lesen, Grammatik und Rechnen wurde auch sehr viel Wert auf dem Erlernen praktischer Fertigkeiten, wie Holzschnitzen und Schneidern, gelegt. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler stieg, die öffentliche Prüfung im Jahr 1886 zeigte den Erfolg seiner Arbeit und somit wurde die Gründung einer staatlich unterstützten Einrichtung in Angriff genommen. Im Jahr 1891 wurde Lampes Schule aufgelöst und durch eine staatliche Einrichtung ersetzt. Die Nachfolgeeinreichtung trägt den Namen „Centar za odgoj i obrazovanje Slava Raškaj“.. Slava Raškaj war – ebenfalls wie Adalbert Lampe – Schülerin am Wiener Institut von 1885 bis 1893. Im Juni 1901 hielt Adalbert Lampe seine letzte Unterrichtsstunde

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Geschichte des WITAF. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
  2. Walter Schott: Das k.k. Taubstummen-Institut in Wien 1779-1918. Eigenverlag, Wien 1995.
    1. ↑ S. 275
    2. 1 2 S. 192
  3. ↑ Adolph Lehmann: Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger : nebst Handels- u. Gewerbe-Adressbuch für d. k.k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien u. Umgebung. Wien 1872, S. 291.
  4. ↑ Florian Andreas Wibmer, BA: Unterricht für gehörlose Personen im 18. und 19. Jahrhundert. Das k.k. Taubstummeninstitut als Startpunkt der Österreichischen Gehörlosenpädagogik. In: Masterarbeit. Wien 2016, S. 82.
  5. 1 2 3 4 Hrvatski biografski leksikon – „LAMPE, Adalbert“. Abgerufen am 14. Oktober 2026 (kroatisch).
  6. ↑ 1885: First School for the Deaf in Croatia, Zagreb. Abgerufen am 14. Oktober 2026 (englisch).
  7. ↑ Marianne Kollinger: Bilinguale Erziehung kroatischer gehörloser Kinder in Laut- und Gebärdensprache vor dem Hintergrund der kroatischen Sprachenpolitik. In: Diplomarbeit. Klagenfurt 2012, S. 93 f.
  8. 1 2 Centar za odgoj i obrazovanje "Slava Raskaj". Abgerufen am 14. Oktober 2026 (ungarisch).
Personendaten
NAME Lampe, Adalbert
KURZBESCHREIBUNG kroatischer Gehörlosenpädagoge
GEBURTSDATUM 14. Februar 1842
GEBURTSORT Petrinja, Kroatien
STERBEDATUM 19. Juni 1905
STERBEORT Zagreb, Kroatien