Adalbert Emil August Wahl (* 29. November 1871 in Mannheim; † 5. März 1957 in Tübingen) war ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.
Adalbert Wahl nahm nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Bonn ein Studium der Geschichtswissenschaft an den Universitäten Oxford, Berlin, Wien und Bonn auf, das er 1895 in Bonn mit der Promotion und dem Erwerb des akademischen Grades eines Dr. phil. abschloss. Er wurde im Wintersemester 1892/1893 Mitglied im Bonner Kreis.
Im Jahr 1900 habilitierte Adalbert Wahl sich als Privatdozent an der Universität Freiburg, 1905 wurde er dort zum außerordentlichen Professor ernannt. 1908 folgte er einem Ruf auf eine Professur für Neuere Geschichte in Hamburg, 1910 wechselte er in gleicher Eigenschaft an die Universität Tübingen und von dort 1918 an die Landesuniversität Dorpat, bis er 1919 den Lehrstuhl für sein Fach in Tübingen übernahm, den er bis zu seiner Emeritierung 1937 ausfüllte. Zusätzlich bekleidete er dort im Studienjahr 1921/1922 das Rektorat.
Wahl lehrte vor allem die politische Geschichte seit dem 18. Jahrhundert. Er gehörte zu den konservativ-vaterländisch gesinnten Historikern, die den Rassegedanken als eine historische Kraft betrachteten. So erklärte er 1935 gegenüber seinem Vetter, dem Verleger Wilhelm Oldenbourg, dass er schon immer für eine stärkere Berücksichtigung des Rassegedankens eingetreten sei und urteilte über die Gattin des Historikers Otto Hintze, die Historikerin Hedwig Hintze, sie sei eine „widerliche Jüdin“. Im Januar 1929 war er Mitglied oder Unterstützer des Kampfbundes für deutsche Kultur.
Wahl war Ehrenmitglied der burschenschaftlichen Studentenverbindung Normannia Tübingen sowie des VDSt Tübingen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wahl, Adalbert |
| ALTERNATIVNAMEN | Wahl, Adalbert Emil August (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker |
| GEBURTSDATUM | 29. November 1871 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 5. März 1957 |
| STERBEORT | Tübingen |