Adam Schilling

Selbstbildnis und Familienwappen, 1592 (Bildausschnitte)

Adam Schilling (* Oktober 1566 in Kirchhain; † März 1637 in Hamburg) war ein kursächsischer Kunstmaler der ausgehenden Renaissance.

Leben

Schilling war ein Sohn des lutherischen Oberpfarrers Caspar Schilling (1517–1591) von Kirchhain und entstammte der Familie der Rochlitzer Schilling. 1574 wechselte der Vater auf die Pfarrstelle von Finsterwalde, wo in der Person des Samuel Heber d. Ä. ein Maler ansässig war, bei dem Adam Schilling vielleicht die ersten Erfahrungen in seinem späteren Beruf sammelte. Nach seinem weitestgehend unbekannten Bildungsweg ließ er sich 1594 in Freiberg nieder, wo er am 12. Juli 1594 für 2 Gulden 6 Groschen das Meisterrecht erwarb und in der heutigen Pfarrgasse 1 eine Werkstatt eröffnete. Bereits 1608 zwangen ihn jedoch finanzielle Engpässe und hoher Konkurrenzdruck zum Umzug nach Großenhain, wo er seine Werkstatt fortführte. Im März 1637 starb er auf einer Reise in Hamburg, wo er auch beerdigt wurde. Verheiratet war er seit 1592 mit Sara Koswig (1573 bis 1626), der Tochter eines aus Finsterwalde stammenden Pfarrers, der nahe Großenhain in Skäßchen im Kirchendienst stand. Das Paar hatte mindestens fünf Kinder, von denen der Erstgeborene, Adam der Jüngere, die Malerwerkstatt nach 1637 weiterführte. Unter seinen Nachkommen, von denen mehrere ebenfalls Kunstmaler wurden, sind sein Sohn Christian Schilling für Arbeiten am Altar der Kirche in Kreinitz bei Strehla an der Elbe und sein Enkel Christian Schilling (1644 – nach 1718) durch seine Bemalung der Bilderdecke in der Dorfkirche Löbnitz bekannt. Die von Adam Schilling begründete Werkstatt in Großenhain erlosch mit dem Tod des letzten Inhabers Johann Christoph Schilling im Jahr 1722.

Werk

Schillings bekanntestes und größtes Werk ist die manieristische Ausmalung der Kirchendecke in der Stadtkirche von Geithain, für die er zahlreiche Stichvorlagen verwendete. Für Schilling lassen sich unterschiedliche Aufträge belegen, neben großflächigen Fassadengestaltungen und einfachen Handwerkstätigkeiten bis hin zu Epitaphien, Gemälden und Porträts. Von seinen Werken haben sich nur wenige erhalten. Teilweise wurde der Name „A. Schilling“ von Fritz Löffler und anderen auch als „Andreas Schilling“ interpretiert.

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Iris Berndt: Das Porträt – 12.a) Adam Schilling Porträt des Caspar Schilling mit Ansicht der Trinitatiskirche Finsterwalde, 1592. In: Historische Bildquellen: eine Handreichung für Ortschronisten. Universitätsverlag Potsdam, 2024, ISBN 978-3-86956-586-6, S. 53–56 (google.de – Bild S. 54).
  2. ↑ Konrad Knebel: Die Mal- und Zeichenkunst in Freiberg – Dritter Beitrag zur Kenntnis des älteren Kunsthandwerks in Sachsen. In: Mitteilungen des Freiburger Altertumsvereins mit Bildern aus Freibergs Vergangenheit. Heft 36: 1899. Heinrich Gerlach, Freiberg, Sachsen 1900, S. 88 (Textarchiv – Internet Archive – Eintrag zu Adam Schilling, Maler zu Freiberg).
  3. ↑ Fritz Löffler: 37 Geithain. In: Karl Wagner (Hrsg.): Die Stadtkirchen in Sachsen. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1973, S. 212 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Personendaten
NAME Schilling, Adam
ALTERNATIVNAMEN Schilling, A.; Schilling, Andreas (Falschschreibung)
KURZBESCHREIBUNG kursächsischer Maler
GEBURTSDATUM Oktober 1566
GEBURTSORT Kirchhain
STERBEDATUM März 1637
STERBEORT Hamburg