Adele Bertei

Adele Bertei (* 1955 in Cleveland) ist eine US-amerikanische Liedermacherin, Schriftstellerin, Regisseurin und Performerin, die als Mitglied der Contortions und als Gründerin der Bloods eine wichtige Vertreterin der New Yorker No-Wave-Szene ist. Später verfasste sie autobiografische Bücher, darunter Twist: An American Girl und No New York: A Memoir of No Wave and the Women Who Shaped the Scene.

Leben

Bertei wuchs in Cleveland in einem von Gewalt geprägten Umfeld auf; ihre Mutter litt an Schizophrenie, und Bertei verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Pflegefamilien und Erziehungsanstalten. Im Jahr 1967 wurden sie und ihre beiden jüngeren Brüder zu Mündeln des Staates Ohio; danach lebte sie in Einrichtungen im Raum Cleveland. In der Anstalt Blossom Hill sang sie Gospel und bezeichnete diese Erfahrung später als entscheidend für ihre künstlerische Entwicklung. Nachdem sie in Cleveland von Peter Laughner gefördert worden war, zog sie nach dessen Tod 1977 nach New York.

Wirken

In New York schloss sich Bertei 1977 den Contortions an und wurde zu einer wichtigen Vertreterin der No-Wave-Szene; als Assistentin Brian Enos trug sie zudem dazu bei, dass er Konzerte der Szene besuchte und sie auf Schallplatte dokumentierte. Anfang der 1980er-Jahre gründete sie mit Kathy Rey die Bloods, die als erste offen queere Frauenrockband gelten; die Gruppe tourte international, eröffnete Konzerte für Richard Hell, die Heartbreakers und The Clash und veröffentlichte 1981 die Single Button Up. Danach arbeitete Bertei unter eigenem Namen weiter, nahm die von Thomas Dolby produzierte Single Build Me a Bridge auf und sang oder schrieb später für Musiker wie Tears for Fears, Culture Club, Sandra Bernhard, Matthew Sweet und die Pointer Sisters. Sie arbeitete auch in der Film- und Literaturszene, las in New York Prosa und Lyrik zur Eröffnung für Schriftsteller wie William S. Burroughs, Allen Ginsberg und Kathy Acker und veröffentlichte mit Twist: An American Girl (2023) und No New York: A Memoir of No Wave and the Women Who Shaped the Scene (2026) zwei autobiografische Bücher. Später lebte sie in Los Angeles, arbeitete dort als Regisseurin und Ghostwriterin und leitete musikalische Arbeitskreise für obdachlose Jugendliche und für Gefängnisinsassen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Adele Bertei bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 10. April 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Adele Bertei: ‘We did all the things rock’n’roll boys would be lionised for’. In: The Guardian. 13. Juni 2023, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
  3. 1 2 More than Theoretical Girls: Adele Bertei on the Women of No Wave. In: The Quietus. 7. März 2026, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 How Adele Bertei incited rebellion and connection through rock ’n’ roll. In: Xtra Magazine. 24. Mai 2023, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
  5. 1 2 3 No New York by Adele Bertei review – a vivid, vibrant, musical coming of age. In: The Guardian. 27. März 2026, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
  6. ↑ Adele Bertei On Entering The Battle Zones Of Her Youth. In: Public Libraries Online. 23. März 2023, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
  7. 1 2 Author Adele Bertei Rewrites the Legacy of One of Cleveland's Underground Punk Icons. In: Ideastream Public Media. 28. Januar 2021, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
  8. 1 2 Adele Bertei discusses TWIST: An American Girl, her wrenching & poignant new memoir. In: INTERLOCUTOR magazine. 11. April 2023, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
  9. 1 2 Adele Bertei: ‘We really need our male allies to come to the fore and help us out’. In: The Irish Times. 25. März 2026, abgerufen am 30. März 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Bertei, Adele
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Liedermacherin, Schriftstellerin, Regisseurin und Performerin
GEBURTSDATUM 1955
GEBURTSORT Cleveland