Als Adlerdollar wurde der mexikanische Peso bezeichnet, dessen Avers einen auf einem Kaktus sitzenden Adler mit einer Schlange im Schnabel zeigt, der ein sehr wichtiges Zahlmittel im ostasiatischen Handel war. Die Silbermünzen waren auch unter anderen Namen im Verkehr, so als Adlerpiaster oder Adlertaler.
Als die gerade unabhängig gewordenen Vereinigten Staaten nach einer Währung suchten, orientierten sie sich am damals dominierenden internationalen Zahlungsmittel und schufen ihren eigenen „Eagle Dollar“ nach dem Vorbild des mexikanischen Silberdollars – der seinerseits bis 1857 in den USA gesetzliches Zahlungsmittel blieb.
Als Mexikanischer Pataca (Pataca Mexicana) war die Münze im 19. Jahrhundert offizielles Zahlungsmittel in Macau und Portugiesisch-Timor.
Der Vorgänger des Adlerdollars wurde von der spanischen Kolonialmacht in den Münzprägeanstalten Mexikos hergestellt. Die erste Prägeanstalt wurde am 11. Mai 1535 gegründet. Der Peso wurde das einzige Zahlungsmittel in den englischen Kolonien Nordamerikas, war ebenso im Umlauf in der Karibik, beiden Teilen des Festlandes von Amerika und schon vor 1600 auf den Philippinen und in den chinesischen Häfen von Kanton, Ningpo und Amoy. Die von 1772 bis 1848 geprägten Silberpiastern (auch Silberpeso) nannte man auch „Säulen-Piaster“ wegen der Säulen des Herakles im auf der Münze abgebildeten Wappen Spaniens. Mit dem Abbild der spanischen Könige Karl III. und Karl V. kam noch die Bezeichnung „Carolus peso“ hinzu.
Nach der Unabhängigkeit Mexikos 1821 ersetzte Agustín de Iturbide, Kaiser von Mexiko (1821–1823), die Säulen des Herkules durch einen auf einem Kaktus sitzenden Adler, der auf der indigenen Mythologie Mexikos fußte und sich auch im Wappen Mexikos wiederfindet. Der Adler gab der Münze ihren Namen, Peso del aguila im Spanischen und Mexican Eagle Dollar in den Vereinigten Staaten. Er trug eine Krone und bekräftigte damit die Botschaft, dass das unabhängige Mexiko – ganz wie zuvor unter spanischer Herrschaft – eine zentralistische Monarchie blieb.
Die Silbermünze Mexikos hatte ein Feingehalt von 24,433 g. Das entsprach 10 5/6 Dineros, den sogenannten Zwölfteln und damit dem spanischen Vorgänger. Die in großen Mengen geprägte mexikanische Münze übernahm nun die Rolle des spanischen Vorgängers als internationales Zahlungsmittel, alleine in Nord- und Südamerika für über 50 Jahre. Sie war von Wladiwostok bis Singapur ebenso im Umlauf, wie auf allen pazifischen Inseln. In Mexiko konnte sich der Silberpeso bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Währungsmünze erhalten.

Sowohl in Mexiko als auch in den USA spiegelten die nationalen Symbole auf den Münzen unbeabsichtigt die Schwäche der jungen Staaten wider. Benjamin Franklin machte sich über die ersten US-Dollar lustig, da sie einen wenig schmeichelhaften Adler zeigten. Dieselbe Kritik traf auch auf Iturbides Münzen zu: Der Adler wirkte eher schmächtig und schlecht proportioniert und vermochte es somit nicht, die Stärke eines mächtigen neuen Staates zu vermitteln. Im Falle Mexikos erwies sich der erste kaiserliche Adler als geradezu prophetisch – denn Iturbides Regierung währte weniger als ein Jahr.
1870 wurde die Gestaltung des Adlerdollars geändert: Auf der einen Seite mit der Freiheitsmütze, wurde der Schwur auf die Verfassung durch die Waage der Gerechtigkeit ersetzt (Waagepiaster oder spanisch Pesos de la balanza), jedoch kehrte man 1874 zur früheren Prägung zurück.

Mexikanische Silberdollar waren in China der Qing-Dynastie weit verbreitet. Hatte man bereits im 16. Jahrhundert begonnen, Silbermünzen aus Europa zu importierten, wurde ab 1800 der spanische Peso mit den Abbildern der Könige Karl III. und Karl V. sich zum Währungsstandard in Südchina entwickelt, dem Yuan. Mit der Unabhängigkeit Mexikos ersetzten seine Silbermünzen die „Carolus peso“. Auch die Varianten des philippinischen Peso waren im Umlauf. Die Münzen wurden gestempelt und zum Teil in Bruchstücken für Teilbeträge weitergegeben.
Um 1910 die umlaufende oder gehortete Zahl in China auf 500 Millionen geschätzt.

In Japan wurde der Wechselkurs zwischen dem Ichibugin und dem Adlerdollar auf 3 zu 1 festgelegt.


In den portugiesischen Besitzungen in Ostasien erhielten die mexikanischen Silbermünzen die Bezeichnung „Pataca Mexicana“. Der Name leitet sich von der Währung Macaus ab, die ab 1894 auch in Portugiesisch-Timor galt, ab 1912 mit eigenen Geldscheinen des timoresischen Patacas, die aber weniger Anklang fanden, als die mexikanischen Silbermünzen. Erste Nachweise des Pataca Mexicana in Portugiesisch-Timor gehen bis auf das Jahr 1880 zurück. Daneben wurde auch der niederländische Gulden (Florin) in schwankenden Wechselkursen verwendet. So erhielt man im Jahr 1880 für eine mexikanische Silbermünze 2,40 Gulden, 1891 war das Verhältnis bei 1:2. In den folgenden Jahren versuchte man den Wert des mexikanischen Pataca gegenüber dem Gulden weiter zu drücken und einen festen Wechselkurs festzulegen. Während man in der Kolonialhauptstadt Dili den Gulden bevorzugte, verwendete man östlich mehr die mexikanische Silbermünze. Nach Westen hin, in Richtung Grenze zum niederländischen Westtimor wurden beide Währungen verwendet.
Vor dem Ersten Weltkrieg drängten die Niederländer die Portugiesen weg von der silberbasierten Währung mit den mexikanischen Münzen zum Gold basierenden Standard der Niederländer. Die Wertschwankungen erschwerten für die Portugiesen den Handel mit ihren kolonialen Nachbarn. Der Großteil der Importe Timors lief über Niederländisch-Indien, während die Exporte über die niederländische Häfen abgewickelt wurde. 1918 wurde der timoresische Pataca die einzige offizielle Währung in der Kolonie. Der Handel wurde trotzdem überwiegend mit Gulden abgewickelt.
Nach der Besetzung Portugiesisch-Timors durch die Japaner 1942 versuchten die Besatzer die portugiesische Kolonialregierung zum Wechsel auf die japanische Währung zu bewegen, indem sie dem Gouverneur ein Darlehen anboten. Dieser griff stattdessen auf Reserven der Staatskasse in mexikanischen Patacas zurück, musste schließlich aber zustimmen. Am 23. November 1943 verboten die Japaner den mexikanischen und den timoresischen Pataca und führten stattdessen japanisches Militärnotgeld ein. Als der Leiter der lokalen Banco Nacional Ultramarino (BNU) von den Japanern verhaftet wurde und die Portugiesen gezwungen wurden, die Bewachung von der Bank abzuziehen, verschwanden auf mysteriöse Weise sieben Geldkisten mit insgesamt 34.000 Adlerdollar sowie eine Menge Silber und Schmuck. Nach der Kapitulation der Japaner 1945 tauchte der Schatz wieder auf und wurde dem Gouverneur übergeben.