1918 war er Mitgründer des Arbeitsrates für Kunst in Berlin, 1919 wurde er auf der Vollversammlung des Arbeitsrats gemeinsam mit dem Maler César Klein und dem Architekten Walter Gropius in die dreiköpfige Leitung des Rats gewählt. Der Arbeitsrat für Kunst ging von einem „Primat der Architektur“ aus, die alle anderen Künste zusammenführen sollte. Behne selbst begrüßte die Architektur des Expressionismus und setzte sich für das Neue Bauen ein. Er stand den Mitgliedern der Magdeburger Künstlervereinigung Die Kugel nahe und forderte die Schaffung einer neuen volksnahen Kunst und Architektur. Adolf Behne war ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Die Weltbühne, in der er sich für eine fortschrittliche Architektur und Stadtplanung einsetzte.
Die Bekanntschaft mit den Künstlern und Architekten des Bauhauses führte u.a. zu einer nicht nur der gemeinsamen Arbeit geschuldeten Freundschaft mit Bruno und Max Taut. Die Familie Behne führte ein offenes Haus, in dem sich Künstler und Publizisten trafen. Hannah Höch, Hans Orlowski, Karl Schmidt-Rottluff zählten ebenso zum Freundeskreis wie Heinrich Zille, mit dem Adolf Behne mehrere Veröffentlichungen herausgab. Dass auch der Malerei sein Interesse galt, zeigt das groß angelegte MappenwerkDer Sieg der Farbe, das 1933 verboten wurde. Mindestens von 1929 bis 1932 hielt Adolf Behne Vorträge im Rundfunk, so etwa am 11. Oktober 1929 zum Thema „Die Wohnung, wie sie nicht sein soll“ oder am 10. August 1932 über „Kunstgeschichte als Weltgeschichte“.
Von 1945 bis 1948 war Behne Professor an der staatlichen Hochschule für Bildende Kunst Berlin und gehörte der Architektenvereinigung Der Ring an. Mit seinem Vortrag Entartete Kunst, eine Hitler-Lüge eröffnete er im Juni 1945 die Volkshochschule Berlin-Wilmersdorf. 1948 starb er nach einem erneuten Ausbruch der Tuberkulose und einem Blutsturz in seiner langjährigen Charlottenburger Wohnung im Haus Schillerstraße 103 an einem Herzinfarkt.
Seine Heimatstadt Magdeburg benannte eine Straße, den Behneweg, nach ihm.
Schriften (Auswahl)
Der Inkrustationsstil in Toscana. Emil Ebering, Berlin 1912. (Dissertation, vorgelegt am 24. September 1912; 188 Seiten; OCLC604393680; als Nachdruck: University of Michigan Library, o.J.)
Zur neuen Kunst. (= Sturm-Bücher, Band 7.) Verlag „Der Sturm“, Berlin 1915. (DNB100425170X)
Wiederkehr der Kunst. Kurt Wolff, Leipzig 1919. (DNB100425170X; 113 Seiten)
Alte und neue Plakate. In: Das politische Plakat. Verlag „Das Plakat“, (Berlin-)Charlottenburg 1919, S. 5–23. (DNB361576072)
Der Sieg der Farbe. Die entscheidende Zeit unserer Malerei in 40 farbigen Lichtdrucken. (Mappenwerk in acht Lieferungen) Photographische Gesellschaft, Berlin-Charlottenburg 1920–1925. (DNB36822743X; Deutsche Nationalbibliothek, Leipzig / Frankfurt am Main 2018, urn:nbn:de:101:1-2018072606160329758166)
Heinrich Zille. (= Graphiker der Gegenwart, Band 12.) Neue Kunsthandlung, Berlin 1925. (DNB578835983; 18 Seiten)
Der moderne Zweckbau. (= Die Baukunst, Band 1.) Drei-Masken-Verlag, Berlin o. J. (1925). (81 Seiten; DNB578835991; als Nachdruck in der Reihe Bauwelt Fundamente Band 10, Ullstein, Berlin 1964. (DNB450308472); als Nachdruck: Gebrüder Mann, Berlin 1998, ISBN 3-7861-2250-4)
Die frühen Meister. Eine Einführung in die Schönheiten alter Bilder. Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin 1928. (267 Seiten; DNB578835959; Download als PDF-Dokument mit 77,1MB auf kpbc.umk.pl)
Eine Stunde Architektur. Akademischer Verlag Dr. F. Wedekind & Co., Stuttgart 1928. (64 Seiten; DNB579163075; als Neuausgabe: (= Architextbook, Nr. 5.) Archibook, Berlin 1984, ISBN 3-88531-781-8.
als Herausgeber: Berlin in Bildern. (mit Aufnahmen von Sasha Stone) Verlag Dr. H. Epstein, Wien / Leipzig 1929. (15 Seiten; DNB576551759; Auszüge auf fulltable.com)
5 Aufsätze in: Das neue Berlin, Monatshefte für Probleme der Großstadt (hrsg. von Martin Wagner, Schriftleiter Adolf Behne) Verlag der Deutschen Bauzeitung, Berlin 1929. (DNB014044986; als Nachdruck: Birkhäuser, Basel / Berlin u.a. 1988, ISBN 3-7643-2216-0)
Rembrandt. (Nachwort) In: Meta Scheele: Die Sendung des Rembrandt Harmenszoon van Rijn. (Roman) Paul List Verlag, Leipzig 1934, S. 327–341. (Download als PDF-Dokument mit 125MB auf kpbc.umk.pl)
Alte deutsche Zeichner. Meisterwerke deutscher Graphik von den Karolingern bis zum Barock. Deutsche Buch-Gemeinschaft / C. A. Koch’s Verlag Nachf., Berlin 1943. (216 Seiten; OCLC4528620; online als PDF-Dokument mit 229MB auf kpbc.umk.pl)
Vorwort. In: 150 Jahre soziale Strömungen in der bildenden Kunst. (zur Kunstausstellung des FDGB-Kreisvorstands Dresden [u.a.] anlässlich des Revolutionsjahres 1948, Malerei, Grafik, Plastik, April bis Mai 1948 in der Stadthalle am Nordplatz in Dresden) Dresden 1948. (DNB576580392, online auf k10plus.de)
Architekturkritik in der Zeit und über die Zeit hinaus. Texte 1913–1946. (hrsg. von Haila Ochs) (= Birkhäuser-Architektur-Bibliothek) Birkhäuser, Basel / Boston / Berlin 1994, ISBN 3-7643-5032-6.
Bernd Lindner: Mut machen zu Phantasie und Sachlichkeit. Zum 100. Geburtstag von Adolf Behne. In: Bildende Kunst (ISSN0006-2391), Jahrgang 1985, Heft 6, S. 292 f.
Marcel Bois: Kunst und Architektur für eine neue Gesellschaft. Russische Avantgarde, Arbeitsrat für Kunst und Wiener Siedlerbewegung in der Zwischenkriegszeit. In: Arbeit – Bewegung – Geschichte, Jahrgang 2017, Heft III, S. 12–34. (arbeit-bewegung-geschichte.de)
Emily Crockett, Lee Sorensen: Adolf Bruno Behne bei arthistoricum.net – Wissenschaftshistorischer Kontext und digitalisierte Werke im Themenportal „Geschichte der Kunstgeschichte“
↑Adolf-Behne-Archiv.Signatur 26.In:Archiv der Akademie der Künste.Akademie der Künste Berlin,S.Tab 1,abgerufen am 24.März 2024(Sammlung von Zeitungsartikel-Kopien, hier zwei Rezension aus: Monatsheft für Kunstwissenschaft. 1914 und 1920).
↑Marcel Bois: Kunst und Architektur für eine neue Gesellschaft. Russische Avantgarde, Arbeitsrat für Kunst und Wiener Siedlerbewegung in der Zwischenkriegszeit. In: Arbeit – Bewegung – Geschichte, Jahrgang 2017, Heft III, S. 12–34, hier S. 23. (arbeit-bewegung-geschichte.de)
↑Marian Stein-Steinfeld:Hanna Bekker vom Rath. Handelnde für Kunst und Künstler. Biografie der Malerin, Mäzenin, Sammlerin und Vermittlerin (=Mäzene, Stifter, Stadtkultur. Band16). Verlag Frankfurter Bürgerstiftung, Frankfurt 2018, ISBN 978-3-934123-27-4, S.184.