Adolf Busse

Adolf Busse (* 28. Dezember 1856 in Czarnikau, Provinz Posen; † 11. Oktober 1942 in Berlin) war ein deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer.

Leben

Adolf Busse besuchte das Gymnasium in Züllichau und studierte nach der Reifeprüfung (Herbst 1876) Klassische Philologie. Nach je zwei Semestern in Tübingen und Leipzig ging er zum Wintersemester 1878/79 an die Berliner Universität. Dort gehörte er dem philologischen Seminar unter der Leitung von Adolf Kirchhoff und Johannes Vahlen an und schloss sich besonders eng an den Philosophiehistoriker Eduard Zeller an, der ihn an die aristotelische Philosophie heranführte. Er wurde Mitglied der Studentenverbindung Saxonia Tübingen. sowie des Akademisch-Philologischen Vereins Berlin im Naumburger Kartellverband. Am 29. Januar 1881 wurde Busse zum Dr. phil. promoviert.

Nach der Lehramtsprüfung unterrichtete Busse am Berliner Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, wo er auch zum Gymnasialprofessor ernannt wurde. Von Ostern 1902 bis Ostern 1922 war er Direktor des Askanischen Gymnasiums in Berlin, an dem auch der Altphilologe und Religionshistoriker Otto Gruppe von 1876 bis 1916 unterrichtete, unter dessen „Protektorat“ dort gleich nach Busses Amtsantritt ein „Kulturhistorischer Verein“ eingerichtet wurde.

Neben dem Schuldienst beschäftigte sich Busse intensiv mit der griechischen Philosophie seit Platon und Aristoteles, besonders mit ihrer Entwicklung und Rezeption bis zur Spätantike. Im Rahmen des Unternehmens Commentaria in Aristotelem Graeca (CAG) der Preußischen Akademie der Wissenschaften erstellte Busse neun kritische Textausgaben, die von 1887 bis 1904 erschienen und teilweise bis heute nicht ersetzt sind.

Adolf von Harnack und Theodor Mommsen wollten ihn offenbar auch für die geplante Ausweitung der Prosopographia Imperii Romani auf das 4. bis 6. Jahrhundert, die Prosopographia Imperii Romani saeculorum IV.V.VI. als Bearbeiter der spätantiken Philologen gewinnen.

Adolf Busse starb 1942 im Alter von 85 Jahren in Berlin. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof IV der Jerusalems- und Neuen Kirche an der Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg. Das Grab ist nicht erhalten.

Schriften (Auswahl)

Schriften zur griechischen Philosophie

Commentaria in Aristotelem Graeca

Übersetzungen

Schulreden

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Saxonia Tübingen: Saxonia Tubingensis 1874 - 1924, Greiner & Schramm, Leipzig 1924, S. 156
  2. ↑ Gegr. 1874 als Akademisch klassisch-philologischer Verein Berlin, 1931 suspendiert.
  3. ↑ M. Göbel, A. Kiock, Richard Eckert (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Herren und Ehrenmitglieder des Naumburger Kartell-Verbandes Klassisch-Philologischer Vereine an deutschen Hochschulen, A. Favorke, Breslau 1913, S. 20.
  4. ↑ Emil Weber: Direktorat Dr. Busse, in: Askanische Blätter, Weihnachten 1952, Nr. 41, Neue Folge Nr. 4, S. 1–2.
  5. ↑ Peter Klepper: 125 Jahre Askanisches Gymnasium und Askanische Oberschule 1875 bis 2000. Eine Chronik der Schule zum 125-jährigen Bestehen. Verlag Askanische Oberschule, Berlin 2000, S. 43–53.
  6. ↑ Stefan Rebenich: Theodor Mommsen und Adolf Harnack: Wissenschaft und Politik im Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Walter de Gruyter, Berlin 1997, S. 247–326. dort S. 292, online
  7. ↑ Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 288.
  8. ↑ Dazu Rainer Bast: Die Philosophische Bibliothek. Geschichte und Bibliographie einer philosophischen Textreihe seit 1868. Meiner, Hamburg 1991, S. 121, online
Personendaten
NAME Busse, Adolf
KURZBESCHREIBUNG deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer
GEBURTSDATUM 28. Dezember 1856
GEBURTSORT Czarnikau, Provinz Posen
STERBEDATUM 11. Oktober 1942
STERBEORT Berlin