Adolf Luchner wuchs in einer Großfamilie in Schwaz auf. Er besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck und legte die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen und für Hauptschulen ab. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und Kriegsgefangenschaft war er als Lehrer an den Volksschulen in Schwaz und Gerlosberg und ab 1951 an der Hauptschule Schwaz tätig. 1971 übernahm er die Leitung der Hauptschule Weer.
Als Lehrer setzte er neue Akzente und förderte die Kinderkunst. In den 1960er Jahren arbeitete er bei der Firma Swarovski in Wattens an der Entwicklung des „Kristallglasmosaiks“ mit, eines neuen Materials für künstlerisches Arbeiten an Schulen. Er schuf damit Werke, die europaweit auf Ausstellungen und Messen präsentiert wurden und veröffentlichte das Buch Leuchtendes Kristallglas-Mosaik, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Von 1965 bis 1975 war er Landesleiter des Bundes österreichischer Kunst- und Werkerzieher.
Luchner war Mitautor und Illustrator von Lesebüchern für die Volksschule, die ab 1965/66 neu erschienen. Im Gegensatz zu den spartanisch ausgestatteten Schulbücher der Nachkriegszeit erhielten diese farbenkräftige Aquarelle und prägnante Tuschzeichnungen Luchners, die viel gelobt wurden. Unter dem Titel Frohes Lernen wurden die Bücher auch in Bayern herausgegeben und an Grundschulen genutzt.
Am 29. August 1967 war Luchner Kandidat in der Sendung Was bin ich? mit dem Beruf: Mosaizist.
Auch im Schwazer Kulturleben war Luchner sehr aktiv. Er regte die Serenadenkonzerte im Franziskanerkloster an und war maßgeblich an der Realisierung der überregional beachteten Ausstellung Begegnung in Schwaz '82: Franziskanische Klosterkunst – 800 Jahre Franz von Assisi beteiligt. Von 1978 bis 1995 war er Obmann des Museums- und Heimatschutzvereins Schwaz. In dieser Funktion sorgte er, zusammen mit seinem Vorgänger Norbert Forster, dafür, dass das Rabalderhaus in der Schwazer Altstadt angekauft und als Museum und Ausstellungsraum revitalisiert wurde.
Auszeichnungen
Preis des Landes Tirol für graphisches Schaffen, 1955
Kommt, wir wollen lesen und schreiben. Schreiblesebuch für die erste Schulstufe. Hrsg. von einer Lehrergemeinschaft unter Leitung von Hans Eiter. Illustration und Schrift von Adolf Luchner. Leitner, Wels 1962
Kommt, lest mit. Lesebuch für die 2. Schulstufe. Hrsg. von Hans Eiter, Adolf Luchner, Rudolf Messner, illustriert von Adolf Luchner. Hölder-Pichler-Tempsky u.a., Wien 1965
Durchs bunte Jahr. Lesebuch für die 3. Schulstufe. Hrsg. von Hans Eiter, Adolf Luchner, Rudolf Messner. illustriert von Adolf Luchner. Leykam u. a., Graz 1966
Zwischen den Zeilen. Lesebuch für die 4. Schulstufe. Hrsg. und verf. von Hermann Gritsch, Adolf Luchner, Rudolf Messner. Österreichischer Bundesverlag u. a., Wien 1975
Tag für Tag. Lesebuch für die 2. Schulstufe. Hrsg. und verf. von Hermann Gritsch, Adolf Luchner, Rudolf Messner, illustriert von Adolf Luchner. Österreichischer Bundesverlag u.a., Wien 1979
Und wir sind mittendrin. Lesebuch für die 3. Schulstufe. Hrsg. und verf. von Hermann Gritsch, Adolf Luchner, Rudolf Messner. Österreichischer Bundesverlag u. a., Wien 1979
Beim Wort genommen. Lesebuch für die 4. Schulstufe. Hrsg. und verf. von Hermann Gritsch, Adolf Luchner, Rudolf Messner. Österreichischer Bundesverlag u. a., Wien 1980
Wandbild Landschaft mit Getreidefeld und Bäurin, Raiffeisenbank, Niederndorf, 1977
Entwurf Glasmalereifenster, Friedhofskapelle Weer, 1983
Fassadenfresko hl. Barbara, Rote Kapelle, Schwaz
Literatur
Josef Ringler:Luchner, Adolf. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band3: K–P. E. A. Seemann, Leipzig 1956, S.266–267 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).