Adolf Thiem

Adolf Thiem (um 1900)

Adolf Thiem (* 21. Februar 1836 in Liegnitz; † 2. Mai 1908 in Leipzig) war ein deutscher Hydrologe und Wasserbau-Ingenieur, der als Begründer der wissenschaftlichen Grundwasserforschung gilt.

Leben

Grabstätte Adolf und Günther Thiem, Leipziger Südfriedhof, Abt. II

Thiem besuchte die Realschule in Liegnitz und begann danach, als Autodidakt das Gas- und Wasserfach zu erlernen. Wenn auch damals der Begriff der Hydrologie noch nicht in Gebrauch war, schuf Adolf Thiem wissenschaftliche Grundlagen für dieses Fachgebiet, insbesondere für die Grundwassererschließung. Er erstellte 1878 mit der Leipziger Grundwasserkarte die zweite hydrologische Karte der Welt.

Adolf Thiem war Leiter verschiedener Einrichtungen, wie des Liegnitzer Gaswerks, und Initiator seinerzeit hochmoderner Wasserversorgungs-Anlagen wie des Wasserwerks der Stadt Leipzig in Naunhof.

Von Idealismus geprägt und der Forschung verpflichtet, verzichtete Thiem durchweg auf eine Anmeldung seiner Erfindungen zum Patent. Er wurde 1886 in Anerkennung seiner Verdienste zum (königlich sächsischen) Baurat ernannt.

Thiem starb 1908 und wurde in einem Ehrengrab auf dem Leipziger Südfriedhof bestattet. Seit 1912 ist eine Straße in Leipzig nach ihm benannt.

Sein Sohn Günther Thiem (1875–1959) führte sein Werk fort.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Paul-Gerhard Franke, Adolf Kleinschroth: Kurzbiographien Hydraulik und Wasserbau. Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum. Lipp, München 1991, ISBN 3-87490-517-9, S. 360.
  2. ↑ Herfried Apel: Woher kam ich? Wohin ging ich? Selbstverlag, 2008, 1. Teil, S. 8–11.
  3. ↑ Hoffmann, Albrecht, "Thiem, Günther" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 121 - online