
Carl Gustav Adolph Wernher (* 20. März 1809 in Mainz; † 14. Juli 1883 ebenda) war ein deutscher Chirurg, Pathologe und Hochschullehrer in Gießen.
Adolph Wernher wurde als Sohn des Geheimen Staatsrats und Gerichtspräsidenten Johann Wilhelm Wernher und dessen Ehefrau Julie Friederike Charlotte, geborene Bruch, geboren. Er wuchs mit seinen Geschwistern Philipp (1802–1887, Politiker), Julius Karl (1803–1878, Jurist) und Friedrich August (1811–1887, Baudirektor) auf. Im Jahr 1835 heiratete er in erster Ehe in Offenbach Caroline Fleischmann, die schon im Folgejahr bei der Geburt ihres ersten Sohnes Carl Wernher starb. In zweiter Ehe heiratete er am 17. Juli 1837 in Gießen Marie Katharine Magdalene Barbara Josephine Christiane, geb. Freiin von Riefel. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Julie Valentine Henriette Franziska Wernher.
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Mainz und ab 1817 in Darmstadt studierte Wernher ab 1825 Medizin an den Universitäten der Städte Gießen, Heidelberg, Berlin und Halle. Zurück in Gießen absolvierte er die ärztlichen Prüfungen und wurde am 4. August 1832 zum Dr. med. promoviert. Danach war er für kurze Zeit als Cholera-Arzt in Nieder-Olm tätig.
Von Hause aus gut situiert, leistete er sich danach eine Ausbildungsreise, um in Paris und London die berühmtesten Chirurgen und Kliniken seiner Zeit aufzusuchen. 1834 ließ sich Wernher als praktischer Arzt in Offenbach nieder. Dort bekleidete er auch die Stelle des Physikatswundarztes.
Im Jahr 1835 wurde er zum außerordentlichen Professor und Assistenten des Professors Ferdinand von Ritgen an der chirurgischen Klinik in Gießen ernannt und begann dort seine akademische Laufbahn. Bereits zwei Jahre später wurde er ordentlicher Professor und Direktor der Chirurgischen Klinik ernannt. Zusätzlich wurde ihm 1845 der Lehrstuhl für pathologische Anatomie und 1851 die Leitung des akademischen Hospitals übertragen. 1849 und 1874 war er Rektor der Universität.
Wernher war ein herausragender Mediziner mit großen Kenntnissen. Seine praktische Tätigkeit konzentrierte er stärker auf die Pathologie als auf die Chirurgie. Eine Spezialisierung, die sicherlich auch einem schweren Augenleiden zuzuschreiben war, das er sich 1858 durch eine Infektion zugezogen hatte und das ihn bei Operationen erheblich einschränkte. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zu verschiedensten Themen zeugen jedoch von einem erheblich umfassenderen Tätigkeitsspektrum. Sein Hauptwerk ist das vierbändige Handbuch der allgemeinen und speciellen Chirurgie, dessen erste Auflage zwischen 1846 und 1857 erschien. Als Dozent konnte er seine Studenten durch seine Kenntnisse und präzise Diagnosen fesseln. Durch seinen lebendigen Vortrag gelang es ihm, sie auch für die Theorie zu begeistern.
Wernher emeritierte am 1. Mai 1878. Im Ruhestand zog er in seine Geburtsstadt Mainz, wo er weiter wissenschaftlichen Studien nachging.
| Personendaten | |
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| NAME | Wernher, Adolph |
| ALTERNATIVNAMEN | Wernher, Carl Gustav Adolph; Wernher, Adolf; Wernher, Carl Gustav Adolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chirurg, Pathologe und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 20. März 1809 |
| GEBURTSORT | Mainz |
| STERBEDATUM | 14. Juli 1883 |
| STERBEORT | Mainz |