
Gabriel Adolphe Boucard (* 20. März 1839 in Eysines; † 15. März 1905 in Hampstead) manchmal auch Adolphus Boucard war ein französischer Ornithologe, Entomologe, Forschungsreisender und Geschäftsmann. Boucard verstarb im Wohnsitz seines Sohnes in 24 Stanley Garden in Hampstead.
Boucards Mutter war Héloïse Joséphine Boucard (1811–1893). Der Geburtseintrag nennt keinen Vater, so dass Boucard als außereheliches Kind galt. Sehr wahrscheinlich war Adolphe Delattre sein Vater, auch wenn dieser zwar das Geschlecht bestätigte, aber auf dem Geburtseintrag die Vaterschaft bestritten wurde. Im Jahr 1829 heiratete Delattre Jeanne Françoise Postel. Die Ehe stand unter keinem guten Stern und wurde am 30. November 1832 von einem Gericht als séparation de corps erklärt. Dieser Status kam keiner offiziellen Scheidung gleich. Einen Tag vor seinem Tod hinterlegte Delattre beim Konsul von Nizza ein Testament zu Gunsten von Héloïse Boucard, seiner jahrelangen Konkubine. Dieses Testament wurde von Frau Postel angefochten, da sie immer noch die rechtmäßige Ehefrau des Verstorbenen war.
Am 19. Januar 1851 brach er unter dem Kommando von Kapitän Moreley und dessen Schiff Union von Le Havre zu einer Reise auf, die nach San Francisco und am Kap Hoorn vorbei führen sollte. Zunächst landeten sie in Weymouth, wo Boucard zum ersten Mal in seinem Leben englischen Boden betrat. Nach fünf Tagen in Weymouth ging die Reise am 1. Februar 1851 weiter und führte sie an Madeira und den Kanarischen Inseln vorbei. Am 15. März überquerte das Schiff den Äquator. Am 26. März erblickten sie die Inselgruppe Trindade und Martim Vaz. In der Nähe von Rio de Janeiro waren sie am 1. April. Von dort segelten sie am 22. April an Patagonien, Cabo Blanco und Penguin Island vorbei und hatten am Abend den Golf von St. Georg passiert. Vier Tage später, am 26. April, sichteten sie Feuerland und die Bucht von San Sebastián. Von hier ging die Reise weiter durch die Straße von LeMaire und am 4. Mai erreichten sie schließlich Kap Hoorn. Über die Diego-Ramírez-Inseln, Hermite-Inseln und Ildefonso-Inseln erreichten sie am 1. Juni den Breitengrad um die Región de Valparaíso bzw. der Juan-Fernández-Inseln.
Am 8. Juni, nach 142 Tagen auf See, ankerte die Union vor Valparaíso und die Passagiere gingen von Bord. In der Umgebung von Valparaíso beobachtete Boucard mit dem Chilekolibri (Sephanoides sephanoides) (Syn: Eustephanus galeritus) seinen ersten Kolibri. Über dieses Erlebnis schrieb er:
„This I remember as one of the most remarkable epochs of my life.“
Schon am 15. Juni brachen sie wieder von Valparaiso auf und sahen am 22. desselben Monats die Vulkaninseln San Félix bzw. San Ambrosio. In der Nacht zum 11. Juli überquerten sie erneut den Äquator, dieses Mal in nördlicher Richtung. Schließlich ankerten sie am 15. August vor Yerba Buena Island und wurden am 16. mit kleinen Booten nach San Francisco übergesetzt.
Boucard blieb bis Ende August 1852 in San Francisco, in einer Stadt, die in dieser Zeit vom Goldrausch erfasst war. Hier lernte er auch zweifelhafte französische Landsleute wie den Marquis Charles de Pindray († 1852) und den Grafen Gastón Raoul de Raousset-Boulbon (1817–1854) kennen.
Später lernte er Étienne Derbec, den Gründer der französischen Zeitung Echo du Pacifique, kennen. Derbec wurde ein guter Freund Boucards. Von März bis August sammelte Boucard naturhistorische Objekte. Bei seinen Streifzügen machte er Bekanntschaft mit dem französischen Sammler und Entomologen Pierre Joseph Michel Lorquin (1797–1873). Neben Insekten und Schmetterlingen verlegte Boucard seinen Sammelschwerpunkt auf Vögel und insbesondere Kolibris. Besonders häufig fand er Annakolibris (Calypte anna) und Rotrücken-Zimtelfen (Selasphorus rufus), die er auch lebend aus den Nestern sammelte und aufzog. Sein Plan, diese lebend nach Europa zu schicken, scheiterte jedoch, da alle Exemplare auf See eingingen. Léon Laglaize, ein Enkel Lorquins, wurde ein guter Freund Boucards. Er schilderte Boucard, wie Rotrücken-Zimtelfen von Kalifornien nach Mexiko zogen. Neben Kolibris sammelte Boucard auch viele andere Vogelarten, wie Enten, Gänse, Sing- und Greifvögel.
Am 18. August 1852 bestieg er das Schiff Heva unter dem Kommando von Kapitän Magne und am 10. Oktober erreichten sie die Bucht von Acapulco. Hier verbrachte er einige Tage, bevor er am 18. Oktober erneut an Bord ging. Die Heva segelte Richtung San Juan del Sur, dessen Bucht sie am 5. November erreichten. Zunächst verbrachte Boucard in der Regensaison 5 Wochen in San Juan del Sur. Dabei sammelte er viele Insekten und Schmetterlinge. Seine Reise führte ihn am 15. Dezember mit einer Gruppe über den gefährlichen Landweg nach La Virgen am Nicaraguasee. Mit einer 14-stündigen Fahrt auf einem kleinen Schoner erreichte er am 16. Dezember Granada. In Granada wurde er Gast des französischen Konsuls Pierre Rouhaud und seiner Frau. Rouhaud half ihm ein Haus zu finden und so lebte Boucard bis Mai 1853 in Granada. Natürlich sammelte Boucard auch in diesem Gebiet. Zu seiner Ausbeute gehörten u. a. Mantelbrüllaffen (Alouatta palliata), Brauenmotmots (Eumomota superciliosa), Langschwanzpipras (Chiroxiphia linearis), Blauschwanzamazilien (Amazilia cyanura), Grünbrust-Mangokolibris (Anthracothorax prevostii), Stahlgrüne Amazilien (Amazilia saucerrottei) und Goldschwanz-Saphirkolibris (Hylocharis eliciae). Am 18. Mai 1853 entschloss Boucard sich mit einem kleinen Boot weiter zu reisen. Zunächst ging es nur bis auf zwei Inseln nicht weit von Granada. Von dort führte die Reise nach San Carlos und weiter über den Río San Juan nach San Juan del Norte. Die ganze Reise dauerte ganze 12 Tage. Da das Dampfschiff nach New York City gerade abgefahren war, musste Boucard 12 Tage in San Juan del Norte verbleiben. So machte er Ausflüge in die Umgebung, hatte aber mäßigen Erfolg mit seiner Ausbeute. Nur eine erlegte Scharlachbauchtangare (Ramphocelus dimidiatus) konnte Boucard erfreuen. So schiffte er am 3. Juni auf dem Dampfer Prometheus über Havanna Richtung New York ein, das er am 15. Juni nach ruhiger Fahrt erreichte. New York begeisterte Boucard so sehr, dass er dort über ein Jahr bis zum 12. Juli 1854 blieb. Sein starkes naturhistorisches Interesse bekundete Boucard mit dem Besuch des Barnum Museum und vielen anderen Museen. Außerdem besuchte er Wissenschaftler, wie den in Ulm geborenen Entomologen Franz G. Schaupp (1840–1903), den Conchologen Thomas Bland (1909–1885), den Ornithologen George Newbold Lawrence (1808–1895), den Kapitän und Forschungsreisenden Dow, den Ornithologen und Ichthyologen Spencer Fullerton Baird (1823–1887) und viele andere mehr. Auch Naturalienhändler wie John Graham Bell (1812–1889) und John Wallace in New York, John Akhurst in Brooklyn oder Alfred Henry Alexander (1834–1916) in Hoboken waren Ziel seiner Besuche.
Im Zeitraum zwischen 1854 und 1867 machte Boucard zwei Expeditionen in den Süden von Mexiko. Von 1854 bis 1856 begleitete er seinen Freund Auguste Sallé (1820–1896) und sammelte mit ihm im Municipio San Andrés Tuxtla im mexikanischen Bundesstaat Veracruz. Die Ausbeute wurde 1857 von Philip Lutley Sclater (1829–1913) in seinem Artikel On a collection of birds received by M. Sallé from Southern Mexico beschrieben. Es folgten viele weitere Sammlungen beispielsweise aus Oaxaca (List of birds collected by M.A. Boucard in the state of Oaxaca in south-western Mexico, with descriptions of new species) oder der Umgebung von Orizaba (Notes on a collection of birds from the vicinity of Orizaba and Neighbouring Parts of Southern Mexico), die von Sclater, Osbert Salvin (1835–1898) oder George French Angas (1822–1886) bearbeitet wurden. Im Rahmen der französischen Intervention in Mexiko setzte Napoléon III. 1864 eine wissenschaftliche Kommission ein, die unter der Leitung des Zoologen Marie Firmin Bocourt (1819–1904) als Mission scientifique au Mexique et dans l’Amérique Centrale publizierte. Boucard trug als korrespondierendes Mitglied zum Erfolg des Unternehmens bei.
Die nächste Reise führte ihn 1876 in die Länder Panama, Costa Rica, Guatemala und zurück nach Kalifornien. Am 29. Dezember 1876 erreichte er die Hafenstadt Puntarenas. In Costa Rica sollte er bis 30. Mai 1877 bleiben und so schlug er sein Hauptquartier in der Hauptstadt San José auf. Zunächst begann er in der Umgebung von San José zu sammeln, war aber von den Sammelerfolgen in diesem Gebiet reichlich enttäuscht. Zusammen mit dem aus Oppeln stammenden Theodor Franz Koschny († 1913) und einem Herrn Meil de Fontenay begab er sich im Januar 1877 in das Tal von San Carlos, um dort zu sammeln. Die Reise führte sie an Zarcero und Laguna, zwei kleine Dörfer nahe dem Poás, vorbei. Weitere Ausflüge führten Boucard in die Gegenden von Cartago, Aguas Caliente, Navarro, den Vulkankomplex Orosí, den Vulkan Irazú, nach Candelaria und Naranjo de Alajuela.
Als 1878 die Kolibrisammlung von Louis Marie Pantaléon Marquis Costa, Marquis de Beauregard (1806–1864) zum Verkauf stand, da war es Boucard, der diese aufkaufte. Er betrachtete sie als eine der besten Sammlungen, die er je gesehen hat.
Als er nach Paris zurückkehrte, gab er in seinem Katalog Liste des coléoptères en vente chez A. Boucard aus dem Jahre 1886 die Adresse Rue Guy de la Brosse 13, Paris an. 1891 zog er in die 22 High Holborn Street in London und eröffnete das Geschäft Boucard, Pottier Co. Im Zeitraum 1891 bis 1895 brachte er ein Journal unter dem Namen The Humming bird. A monthly scientific, artistic, and industrial review heraus, welches er zu Gunsten seines Projektes Genera of humming birds: being also a complete monograph of these birds aufgab. War das Journal anfänglich noch monatlich herausgegeben, änderte er die seit 1893 auf vierteljährlich. In einem Artikel Allgemeines und Specielles über Kolibris erörtert Ernst Hartert ein paar Merkwürdigkeiten, was das Erscheinungsdatum der einzelnen Teile angeht. So bemerkte Hartert durchaus kritisch:
„Wegen seiner Handlichkeit und Übersichtlichkeit würde Boucard's Werk sich in hervorragender Weise als Handbuch eignen, wenn es zuverlässiger wäre. Durch eine Überall beigegebene Gattungsdiagnose würde das Buch einen Vorzug vor Salvin's Bearbeitung haben, wenn die Diagnosen nur treffender wären. Bestimmungstabellen sind nicht gegeben. Es werden Kolibris in 18 Familien eingeteilt und in 156 Gattungen untergebracht. Es werden eine ganze Anzahl von neuen Arten beschrieben, und neue Namen für Exemplare "Vorgeschlagen", im Falle sie sich als "neue Arten" erweisen! Die Beschreibungen sind gern übertrieben und hochtrabend gehalten. Eine grosse Anzahl orthographischen und typographischen Fehlern entstellen das Buch, auch enthält der Text mehrfach nur schwer verständliche und geradezu humoristische Stilblühten. Viele der neubeschriebenen Arten (z. B. Phaëthornis) sind jedoch wichtige Entdeckungen, und der Autor hat oft einen scharfen Blick bekundet und einige gute Fingerzeige gegeben, andere "Arten" dagegen sind nach einzelnen aberranten Exemplaren und ohne Kritik in die Welt gesetzt.“
Neben der Ornithologie engagierte sich Boucard sehr politisch in der Frage, ob der Panamakanal oder ein Nicaragua-Kanal gebaut werden sollte. Dabei schien er unentschlossen und so unterstützte er mal das eine, mal das andere Projekt. Bei den Weltausstellungen 1878 und 1889 in Paris vertrat er jeweils Guatemala. Als Händler war er ein scharfer Gegner des McKinley Tariff, der die US Wirtschaft vor fremden Gütern schützen sollte.
Boucard sah nur bedingt Anlass Vögel zu schützen. Als er 1891 durch London lief, entdeckte er in den Modeläden ein Mobile aus Vogelfedern verschiedener Arten, das in Wirklichkeit aber ein Modeaccessoire sein sollte. Diese Verunstaltung der Natur zu Modezwecken führte dazu, dass er sich mit anderen Vogelliebhabern austauschte und erfuhr, dass es in der Vergangenheit einen erbitterten Streit darüber gab, ob das Tragen von Kolibris und anderen exotischen Vögeln noch akzeptabel sei. Im Zuge dieser Diskussion schrieb Boucard in seinem Magazin:
„Das Ganze zusammengefasst. Was sind eine oder zwei Millionen Vögel, die jedes Jahr nach Europa geschickt werden, die hauptsächlich aus Trinidad, Kolumbien, Südamerika und aus Indien stammen, gegenüber der Anzahl mit der die Natur aufwarten kann. Selbst unter der Annahme, dass die Mode für immer so weiter machen würde, ist es meine Meinung, dass bestimmte Arten so verbreitet sind, dass es hunderte von Jahren dauern würde, bevor sie ausgerottet sind.“
Doch etwas später relativierte er:
„Trotzdem möchte ich den Regierungen vorschlagen, dass das Töten von Vögeln in bestimmten Jahreszeiten verboten werden sollte, insbesondere die Zerstörung von Eiern, genauso wie das Töten bestimmter Singvögel, die unverzichtbar für die Landwirtschaft sind.“
In seinem späteren Lebensabschnitt, so um 1893, zog Boucard nach Ryde auf der Isle of Wight. Von dort schickte er großzügige Zuwendungen seiner immensen Sammlung an unterschiedlichste Institutionen. Die meisten Bücher und 23.000 Vogelbälge vermachte er 1895 dem Muséum national d’histoire naturelle. Duplikate gingen an United States National Museum, das Real Museo de Ciencias Naturales de Madrid und das Real Museu de História Natural de Lisboa.
Als William Frederick Henry Rosenberg (1868–1957) von James Henry Fleming (1872–1940) einen Artikel von Charles Atwood Kofoid (1865–1947) über Boucard in die Hände bekam, fühlte er sich bemüßigt, auf diesen zu antworten. In einem Brief lobte er seinen Mentor für seine Ermutigungen, die er ihm als jungen Anfänger zukommen ließ. Viele der Bälge, die Rosenberg in seiner Sammlung besaß, kamen ebenfalls von Boucard. Viele der Label der Vogelbälge waren von bekannten Sammlern dieser Zeit wie François Sumichrast (1829–1882), George Franklin Gaumer (1850–1929), Enrique Arcé, Henry Whitely (1844–1892), James H. Orton (1830–1877), Alfred Russel Wallace (1823–1913) und Clarence Buckley (fl. 1839–1889) beschriftet.
Im Jahr 1859 beschrieb Louis Alexandre Auguste Chevrolat (1799–1884) eine zur Familie der Blatthornkäfer gehörende neue Art Chrysina adolphi
„…;nous la dédions à M. Adolphe Boucard, jeune et intrépide voyager, qui explore, en ce moment, l’Etat mexicain d'oaxaca, où il l’a découverte, en mai 1855, sur de jeune chênes aux environs de Juquila.“
Mit dem zu den Rüsselkäfern gehörenden Cleonidius boucardi (Syn. Apleurus boucardi) und der zur Familie der Laufkäfer gehörenden Art Oxygonia boucardi widmete Chevrolat ihm zwei weitere Arten. Auguste Sallé beschrieb 1873 einen Schnellkäfer, der heute unter dem Namen Platycrepidius boucardi geführt wird. Mit dem Namen würdigte er seinen Freund Adolphe Boucard. Boucards früherer Angestellter W. F. H. Rosenberg machte ihm 1898 mit der Blattkäferart Alurnus boucardi seine Aufwartung. Mit der Art Byrrhinus boucardi aus der Familie der Uferpillenkäfer (Limnichidae) gedachte ihm Maurice Pic (1866–1957) noch Jahre nach seinem Tod.
Der Malakologe Félix Pierre Jousseaume (1835–1921) machte ihm 1894 für seinen lobenswerten und verdienstvollen Einsatz für die japanische Fauna der Mollusken mit der zur Ordnung Arcida gehörenden Art Arca boucardi seine Aufwartung.
Auch die zu den Karpfenfischen gehörende Art Hybopsis boucardi (Syn. Leuciscus bourcardi), die Albert Günther (1830–1914) im Jahre 1868 beschrieb, beinhaltet seinen Namen, da das Typusexemplar aus der Sammlung Boucards stammte. Die Conchologen Joseph Charles Hippolyte Crosse (1826–1898) und Paul Henri Fischer (1835–1893) widmeten ihm 1885 das Artepitheton einer Blasenschneckenart, die heute in der Wissenschaft als Physella boucardi (Syn. Physa Boucardi) bekannt ist.
Aus der Ausbeute der Mission scientifique au Mexique et dans l’Amérique Centrale beschrieben Bocourt und Auguste Duméril (1812–1870) eine Krötenechsenart unter dem Namen Tapaya boucardii, die heute als Unterart Phrynosoma orbiculare boucardii und dem englischen Trivialnamen Boucard's Horned Lizard bekannt ist.
Natürlich kam Boucard auch in der ornithologischen Namensfindung zu Ehren. Im Jahr 1887 beschrieb Martial Étienne Mulsant (1797–1880) die Mangrovenamazilie (Amazilia boucardi) (Syn: Arena Boucardi), der er auch den französischen Trivialnamen Le Thumatias de Boucard gab. Boucard hatte den Balg im Mai 1877 nahe Puntarenas gesammelt. Philip Lutley Sclater würdigte ihn im Jahr 1859 im wissenschaftlichen Namen des Graukehltinamu (Crypturellus boucardi ) (Syn: Tinamus boucardi) und 1867 in einer Unterart der Rostscheitelammer (Aimophila ruficeps boucardi) (Syn: Zonotrichia boucardi). Der amerikanische Vogelkundler Robert Ridgway (1850–1929) ehrte ihn in einer Unterart des Graukehl-Granatellus Granatellus sallaei boucardi.
Im Englischen findet man gelegentlich den Trivialnamen Boucard's Hermit (Phaethornis adolphi) Gould , 1857, der heute als Synonym für den Streifenkehl-Schattenkolibri (Phaethornis striigularis saturatus) Ridgway, 1910 gilt. Schon 1950 erkannte John Todd Zimmer, dass das Artepitheton bereits im Namen Trochilus Adolphei Lesson, 1843 vergeben war. Er schloss daraus, dass trotz der unterschiedlichen Schreibweise der Artikel 35 der Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur greift und somit Lessons Namensgebung Priorität über die von Gould hat. Deshalb schlug er den neuen Namen Phaethornis longuemareus cordobae vor. Später stellte sich diese Unterart als Synonym für Phaethornis striigularis saturatus heraus. Trochilus Adolphei, der übrigens zu Ehren seines Bruders Pierre Adolphe Lesson (1805–1888) benannt wurde, gilt heute als Nomen dubium, da Beschreibung und Fundort Acapulco nicht zueinander passen. Einzig bei Eugène Simon und bei Zimmer finden sich Hinweise, dass dies ein Fehler sein müsste und es sich in Wirklichkeit um eine Beschreibung der Unterart Phaethornis ruber nigricinctus Lawrence, 1858 (Syn.: Trochylus pygmaeus) handeln sollte.
Im Jahr 1865 wird er korrespondierendes Mitglied der Zoological Society of London. Es folgte im Jahr 1878 der Offizier der Académie française. 1881 wird zusätzlich korrespondierendes Mitglied des Real Museo de Ciencias Naturales de Madrid und im Jahr 1880 tritt er der Société zoologique de France bei. 1894 wird er gewähltes Mitglied der Sociedade de Geographia de Lisboa. Als Mitglied der Sociedad economica de Guatémala vertrat er die wirtschaftlichen Interessen Guatemalas.
Boucard wurden die Ritterorden Orden unserer lieben Frau von Vila Viçosa, Königlicher Orden von Kambodscha und Orden de Isabel la Católica verliehen.
Boucard war für einige Vogelarten und Unterarten der Erstautor.
Zu den Arten, die Boucard beschrieb, gehören chronologisch:
Zu den Unterarten, die Boucard beschrieb, gehören chronologisch:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boucard, Adolphe |
| ALTERNATIVNAMEN | Boucard, Gabriel Adolphe (vollständiger Name); Boucard, Adolphus |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Ornithologe, Entomologe, Forschungsreisender und Geschäftsmann |
| GEBURTSDATUM | 20. März 1839 |
| GEBURTSORT | Eysines |
| STERBEDATUM | 15. März 1905 |
| STERBEORT | Hampstead |