Adrian Ramsauer (* 20. Mai1959, heimatberechtigt in Winterthur und Herisau) ist ein SchweizerRechtsanwalt, Politiker (Grüne) und Autor. Er führt eine Anwaltskanzlei in Winterthur und ist II.Vizepräsident des Bezirksrats Winterthur (Aufsichts-, Rechtsmittel- und gerichtliche Beschwerdeinstanz in Kinder- und Erwachsenenschutzsachen). Am 28. Oktober 2024 wurde er für die Amtsdauer 2025 bis 2029 bestätigt.
Als LGBT-Aktivist warb er 1996 schweizweit auf einer Plakatkampagne der Werbeagentur Schmid & Hostettler & Fabrikant im Auftrag der Mineralwassermarke Passugger mit dem Slogan «Ich will meinen Freund heiraten dürfen / Je veux pouvoir épouser mon ami / Chiedo il diritto di poter sposare mio compagno» für die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Er entwarf einen Vorschlag für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ins Schweizerische Zivilgesetzbuch, nachdem er die Forderung zur Einführung bereits 1992 erstmals öffentlich gestellt hatte. Auf einen von ihm eingereichten parlamentarischen Vorstoss hin erfolgte die erste Antidiskriminierungsnorm im Schweizerischen Recht. Das am 12. April 1999 erlassene Personalstatut der Stadt Winterthur verankert eine Pflicht zur Förderung der Toleranz und Akzeptanz gegenüber Mitarbeitenden, die aufgrund der geschlechtlichen Orientierung benachteiligt sein könnten.
Er begründete als Bezirksanwalt die Anlaufstelle der Justiz- und Polizeibehörden für homophobe Gewaltopfer in Zürich, Zug und Winterthur. Ein gegen ihn ohne hinreichenden Tatverdacht geführtes Strafverfahren wegen sexueller Handlungen mit Kindern wurde eingestellt und Ramsauer wurde vom Obergericht des Kantons Zürich rehabilitiert 2004 nahm er im sogenannten «Zentnerprojekt» rund 50 kg an Gewicht ab.
Zehn aktuelle Grundrechtsthesen. In: Rüdiger Lautmann, Martin Winter u. a.: Dokumentation des 2. Symposiums Homosexualität Aids und Menschenrechte in memoriam Siegfried Dunde. Köln 1993.
Grundrechtsentwicklung in der Schweiz in bezug auf Homosexualität und Aids. In: Schriftenreihe Koordinationsstelle für Homosexualität und Wissenschaft. Zürich 1993 (jus.swissbib.ch).
↑Ernst Meyer: Obergericht rehabilitiert Adrian Ramsauer. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. November 2002 (nzz.ch, abgerufen am 26. September 2019).
↑«Abgespeckt: Adrian Ramsauer, Winterthurs profiliertester Grüne hat sich gewandelt», Martin Gmür, Tages-Anzeiger, 21. Januar 2005, 21; Peter Fritsche, Der Landbote, 22. Januar 2005, 13
↑… Adrian Ramsauer, der den Wahlkampf der Grünen mit seinem Kabarettprogramm «Schwubarett» belebt. In: Neue Zürcher Zeitung. 45, 26. August 1999 (zeitungsarchiv.nzz.ch, abgerufen am 26. September 2019).