Adrianus Reland

Adrian Reland

Adrianus Reland (auch: Hadrianus Relandus, Adriaan Relland, Adrian Reland; * 17. Juli 1676 in De Rijp; † 5. Februar 1718 in Utrecht) war ein niederländischer Orientalist.

Leben

Der Sohn des Predigers Johannes Reland und dessen Frau Agatha Prins hatte seine erste wissenschaftliche Bildung als Elfjähriger am Athenäum in Amsterdam erhalten. Damals unterrichteten dort Petrus Francius (1645–1704) und Willem Surenhuis (* um 1664; † 1729), wo er seine Kenntnisse in der lateinischen Sprache vervollkommnete. Von Everard van der Hooght (1642–1716) erhielt er die Anregung, sich mit den morgenländischen Sprachen wie Hebräisch und Chaldäisch auseinanderzusetzen. Früh erkannte man seine Fähigkeiten, so dass er als damaliger Wunderknabe dreizehnjährig die Universität Utrecht beziehen konnte, um ein Studium der Theologie zu absolvieren.

Seine Hauptlehrer auf dem Gebiet der Theologie waren Melchior Leydecker, Herman Witsius und Gerhard de Vries (1648–1705). An der philosophischen Fakultät besuchte er die Vorlesungen von Johann Georg Graevius in Hebräisch, Johannes Leusden und Jan Luits in Philosophie. Auf einer Reise nach Bremen ermutigte ihn Henricus Sike (1669–1712), der spätere Professor der morgenländischen Sprachen an der Universität Cambridge, sich mit Arabisch zu beschäftigen. Bereits mit 17 Jahren hatte er 1694 mit der Dissertation „De Libertate philosophandi“ (die Freiheit des Philosophierens) den akademischen Grad eines Doktors der Philosophie erworben.

Nach sechs Jahren in Utrecht begab er sich an die Universität Leiden. Hier widmete er sich bei Wolfgang Senkward der Experimentalphysik und wurde Hauslehrer bei Hans Willem Bentinck. Jene einflussreiche Beziehung kann der grund dafür gewesen sein, dass er 1699 eine Berufung zum Professor für Physik und Metaphysik an die Universität Harderwijk erhielt. 1701 hielt er seine Antrittsrede als Professor der orientalischen Sprachen an der Universität Utrecht, die 1713 um die Lehre der jüdischen Altertümer erweitert wurde. Dieses Amt verwaltete er bis zu seinem Lebensende, er starb an einer Pockenerkrankung. 1708/09 amtierte er als Rektor der Universität.

Reland verließ zeit seines Lebens nicht die Niederlande.

Reland erwarb sich als lateinischer Dichter und Philologe der Niederlande zu seiner Zeit einen ausgezeichneten Ruf. In seine orientalischen Studien versuchte er, auch süd- und ostasiatische Themen einfließen zu lassen. Seine bedeutendste Arbeit war die 1705 erstmals erschienene Abhandlung De religione Mohammedica in zwei Büchern, die weitere Auflagen erlebte und in ganz Europa Anklang fand. Auch hatte er auf dem Gebiet der hebräischen Altertümer und der Kartographie erfolgreich gearbeitet.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Colloquium on Professor Oriental Languages Adrianus Relandus (1676–1718) Universität Utrecht. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  2. ↑ Edward Gibbon: The History of the Decline and Fall of the Roman Empire. S. 379, Fn. 101 (books.google.de).
Personendaten
NAME Reland, Adrianus
ALTERNATIVNAMEN Relland, Hadrian; Relandus, Adriaan
KURZBESCHREIBUNG niederländischer Orientalist
GEBURTSDATUM 17. Juli 1676
GEBURTSORT De Rijp
STERBEDATUM 5. Februar 1718
STERBEORT Utrecht