Agere sequitur esse

Agere sequitur esse ( lat. das Handeln folgt dem Sein) bezeichnet ein, insbesondere durch von Thomas von Aquin bekannt gewordenes, Prinzip im scholastischen Denken.

Thomas von Aquin schrieb in seiner Summa contra gentiles vom „agere sequitur ad esse in actu“ („das Tätigsein folgt auf das Wirklichsein“). Esse ist hier im Sinne von Existenz zu verstehen. Der scholastische Satz besagt, dass nur was existiert handelt (bloße Wesenheiten oder „ens rationis“ handeln nicht). Auf der anderen Seite existieren die Dinge durch ihre Wesenheit. So wird dennoch aus dem Handeln die wesentliche Vollkommenheit eines Dinges sichtbar.

Das bestimmende Sein kann dabei in verschiedenen Formen auftreten:

Der (metaphysische) Aktualismus verneint den Grundsatz des agere sequitur esse.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Summa contra gentiles (ScG) III, 69: „Facere autem aliquid actu consequitur ad hoc quod est esse actu, ut patet in Deo: … Si agere sequitur ad esse in actu, inconveniens est quod actus perfectior actione destituatur.“, zitiert nach Corpus Thomisticum (Hervorhebung vom Verfasser).