Agnes Taar

Agnes Taar (mit bürgerlichem Namen Agnes-Elsa Blaubrük, estisiert Kajara, * 5. Septemberjul. / 17. September 1897greg. in Maru, Gemeinde Halliste; † 7. Dezember 1976 in Tartu) war eine estnische Schriftstellerin.

Leben

Taar machte 1916 als Externe in Pärnu ihr Abitur und war ein Jahr später nach Absolvierung einiger pädagogischer Kurse bereits Volksschullehrerin. In diesem Beruf war sie bis 1925 an verschiedenen Schulen tätig. Nach einem Jahr (1927–1928) als Postangestellte in Viljandi lebte sie ab 1928 als freiberufliche Schriftstellerin in Tartu.

Taar war 1931–1932 bei der Zeitschrift Eesti Naine ('Die estnische Frau') und wurde 1940 in den Estnischen Schriftstellerverband aufgenommen. Nach den politischen Umwälzungen in Estland wurde sie jedoch 1950 wieder aus dem Verband ausgeschlossen. 1976 ging sie gemeinsam mit ihrem Mann in den Freitod.

Werk

Agnes Taar debütierte 1924 mit Geschichten und Gedichten für Kinder und legte 1928 ihr erstes Kinderbuch vor. Hierin waren die Verse „schwerfällig und stellenweise technisch unkorrekt“, aber spätere Sammlungen erreichten ein höheres Niveau. Seit Beginn der 1930er-Jahre schrieb Taar Schauspiele für Erwachsene, die von einer „farbenfrohen Volkssprache“ und „schönen Situationskomik“ gekennzeichnet waren. Die Stücke wurden seinerzeit viel gespielt, haben aber letztlich nicht dem Zahn der Zeit standgehalten.

In vielen ihrer Werke beschäftigte Taar sich, darin Helmi Mäelo vergleichbar, mit Frauen- bzw. Emanzipationsfragen. 1938 und 1940 veröffentlichte sie zwei stark autobiografisch geprägte Entwicklungsromane, die auf ein geteiltes Echo stießen. Während eine Kritikerin bemängelte, der zweite Band Herumstreunend und auf der Flucht biete nichts weiter als eine „überholte Moral“, wurden sie anderswo als „gelungen“ herausgestrichen.

Bibliografie

Schauspiele und Prosa

Kinder- und Jugendliteratur

Literatur zur Autorin

Einzelnachweise

  1. ↑ Cornelius Hasselblatt: Geschichte der estnischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2006, S. 550.
  2. ↑ Eesti kirjanike leksikon. Koostanud Oskar Kruus ja Heino Puhvel. Tallinn: Eesti Raamat 2000, S. 571.
  3. ↑ Reet Krusten: Eesti Lastekirjandus. Tartu: Elmatar 1995, S. 114.
  4. ↑ Oskar Kruus: Agnes Taari tähtpeäv, in: Looming 9/1968, S. 1435.
  5. ↑ Oskar Kruus: Agnes Taar, in: Naine hanesulega. Tallinn: Eesti Raamat 1971, S. 216.
  6. ↑ Reet Krusten: Unustatud või ahistatud?, in: Keel ja Kirjandus 9/1997, S. 643.
  7. ↑ Aira Kaal: Agners Taar: Hulkumas ja põgenemas, in: Looming 7/1940, S. 792.
  8. ↑ Eesti kirjanduse ajalugu. IV köide, 2. raamat. Tallinn: Eesti Raamat 1984, S. 337.
Personendaten
NAME Taar, Agnes
ALTERNATIVNAMEN Blaubrück, Agnes; Kajara, Agnes
KURZBESCHREIBUNG estnische Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 17. September 1897
GEBURTSORT Maru, Gemeinde Halliste
STERBEDATUM 7. Dezember 1976
STERBEORT Tartu