Agrapha

Agrapha (altgriechisch Ἄγραφα wörtl.: die Ungeschriebenen, singular: Agraphon) nennt man Aussprüche von Jesus von Nazareth („Herrenworte“), die nicht in den Evangelien des Neuen Testamentes enthalten sind, aber in anderen urchristlichen oder altkirchlichen Schriften (etwa bei den Kirchenvätern) oder in anderen Schriftfragmenten überliefert wurden. Der Apostel Paulus zitiert mehrfach Jesusworte, die nicht aus den Evangelien bekannt sind (Apg 20,35 EU; 1 Thess 4,15–17 EU u.ö.).

Der Ausdruck „Agrapha“ wurde 1776 vom deutschen Gelehrten Johann Gottfried Körner eingeführt. Kraft des Standardwerks von Alfred Resch (1889) setzte er sich durch.

Definition

Anthony Maas definierte ein Agraphon mithilfe der folgenden drei Kriterien:

Aus diesen Gründen lassen kritische Forscher wie Joachim Jeremias oder William Morrice (siehe Literaturliste) nur einige wenige Dutzend der mehreren hundert Agrapha als tatsächliche Jesusworte gelten.

Otfried Hofius lässt nur Sprüche des irdischen Jesus gelten. Er schließt folgende Fälle aus:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Alfred Resch: Agrapha: aussercanonische Evangelien-Fragmente in möglichster Vollständigkeit zusammengestellt und quellenkritisch untersucht. 1. Auflage, 1889 (online)
  2. 1 2 Anthony Maas: Agrapha. In: Catholic Encyclopedia, Band 1, Robert Appleton Company, New York 1907 (englisch).
  3. ↑ Markschies, Apokryphen I,1, S. 185.