Ahmed Essop

Ahmed Essop (* 1. September 1931 in Surat, Indien; † Juni 2019 in Johannesburg, Südafrika) war ein südafrikanischer Schriftsteller und Verfasser von Kurzgeschichten und Romanen.

Leben

Essop zog als Kind von Indien nach Südafrika und wuchs im Johannesburger Stadtteil Fordsburg auf. Dort besuchte er die Johannesburg Indian High School.

Zunächst erwarb er im Jahr 1956 an der University of South Africa einen Bachelor of Arts und 1956 einen Bachelor of Arts in englischer Literatur. Zunächst unterrichtete er an der Central Indian High School in Fordsburg. 1963 zo er nach Lenasia, unterrichtete an der Nirvana High School und wurde Sekretär des örtlichen Zweigs der South African Indian Teachers’ Association (SAITA). Zwischen 1980 und 1985 lehrte er an einer weiterführenden Schule in Eldorado Park.

Nach wiederholten Strafversetzungen in den Jahren 1973 und 1974 kündigte er 1975 und verlor 1977 einen Prozess gegen die Schulbehörde, womit er gegen seine Versetzungen vorgehen wollte, zu denen ihm keine Begründungen gegeben wurden. Er beendete seine Lehrtätigkeit 1986 endgültig und wandte sich hauptberuflich der Schriftstellerei zu. Wegen seiner Kritik an der Apartheidpolitik hatten die Behörden per Bannungsverfügung ein Berufsverbot verhängt.

Essop verstarb in Johannesburg und wurde auf einem Friedhof im Stadtteil Lenasia beerdigt, der eine von der indischstämmigen Bevölkerung bevorzugte Begräbnisstätte ist.

Wirken

Essops Sammlung The Hajji and Other Stories (1978) schildert das Leben im indisch geprägten Stadtteil Fordsburg von Johannesburg. Themen wie Familientreue, Religion und die rassistische Ordnung der Apartheid spielen dabei eine Rolle für die Konflikte der Figuren. The Visitation (1980) und The Emperor (1984) sind satirische Werke, die sich gegen Ausgrenzung und Machtmissbrauch einsetzen. The Emperor karikiert dabei auch die Bildungsbürokratie. The Third Prophecy (2004) behandelt die politischen Verhältnisse im Südafrika nach der Überwindung der Apartheid.

Auszeichnungen

Essop wurde für The Hajji and Other Stories mit den Olive Schreiner Prize (1979) ausgezeichnet. Edmund Morris schlug im Jahr 1998 The Visitation für die Modern-Library-Liste der 100 besten englischsprachigen Romane des 20. Jahrhunderts vor, blieb mit dem Vorschlag jedoch erfolglos. Marta Fossati widmete Essop in ihrer Studie The South African Short Story in English, 1920–2010 (2024) ein Kapitel.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Angelo Fick: A tribute to Ahmed Essop, teacher, writer and shining light of South Africa. In: Mail & Guardian. 12. Juni 2019, abgerufen am 3. November 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 Hem Raj Bansal: Essop, Ahmed (1931–). In: Encyclopedic Dictionary of Diasporic Indian English Writing, Singapore 2025, S. 149–151 (englisch).
  3. 1 2 3 4 Ismail Vadi: Lenz70 - Lenasia’s literary talent. In: The Post. 24. Juli 2025, abgerufen am 3. November 2026 (englisch).
  4. ↑ Ismail Vadi: Lenz70 - Lenasia’s literary talent. In: post.co.za, 24. Juli 2025 (englisch, thepost.co.za).
  5. ↑ Renowned Indian-Origin Writer Ahmed Essop Dies In South Africa. In: NDTV, Nachruf vom 13. Juni 2019 (englisch)
  6. ↑ Renowned Indian-origin writer Ahmed Essop dies. In: The Indian Express. 13. Juni 2019, abgerufen am 3. November 2026 (englisch).
  7. ↑ Edmund Morris: The Top 100. In: The New York Times Book Review. 23. August 1998, abgerufen am 3. November 2026 (englisch).
  8. ↑ Marta Fossati: The South African Short Story in English, 1920–2010: When Aesthetics Meets Ethics. In: Oxford Academic. 12. August 2024, abgerufen am 3. November 2026 (englisch).