Aitor Arregi

Aitor Arregi

Aitor Arregi Galdos (* 1977 in Oñati) ist ein spanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er gehört dem Filmemacherkollektiv Moriarti Produkzioak an und arbeitet bei seinen Filmen häufig mit Jon Garaño und Jose Mari Goenaga zusammen.

Leben

Arregi studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mondragón und absolvierte anschließend eine Ausbildung am Ausbildungszentrum Sarobe in Urnieta. Mit Asier Acha, Xabier Berzosa, Garaño, Jorge Gil und Goenaga baute er Anfang der 2000er-Jahre die Produktionsfirma Moriarti Produkzioak auf. Das Kollektiv entwickelt seine Projekte gemeinschaftlich und verteilt Aufgaben wie Regie, Drehbuch und Produktion je nach Film unter seinen Mitgliedern.

Filmische Arbeiten

Arregi führte 2007 beim Dokumentarfilm Lucio mit Goenaga Regie und war 2014 am Drehbuch des baskischsprachigen Spielfilms Loreak beteiligt. Loreak wurde als erster Film in baskischer Sprache für den Goya als bester Film nominiert und als spanischer Beitrag für den Oscar für den besten internationalen Film ausgewählt. Gemeinsam mit Garaño inszenierte Arregi Handia (2017), dessen auf tatsächlichen Ereignissen beruhende Handlung zwei Brüder im Baskenland des 19. Jahrhunderts begleitet. Der Film erhielt bei der Verleihung im Jahr 2018 zehn Goya-Preise bei 13 Nominierungen; Arregi gewann zusammen mit Andoni de Carlos, Garaño und Goenaga den Preis für das beste Originaldrehbuch. 2019 inszenierte er mit beiden La trinchera infinita (Der endlose Graben), und 2024 war das Trio an der Fernsehserie Cristóbal Balenciaga beteiligt. Mit Garaño drehte Arregi anschließend Marco (2024) über Enric Marco, der sich jahrelang fälschlich als Überlebender eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers ausgegeben hatte. Ein bereits 2006 geplantes Dokumentarfilmprojekt über Marco entwickelten sie nach umfangreichen Interviews zum Spielfilm mit Eduard Fernández in der Hauptrolle weiter. Marco wurde 2024 in der Sektion Orizzonti der Filmfestspiele von Venedig gezeigt.

Maspalomas

Mit Goenaga führte Arregi bei Maspalomas (2025) Regie, der vom 76-jährigen Vicente handelt, der nach einem Schlaganfall aus seinem schwulen Alltag auf Gran Canaria in ein Pflegeheim im Baskenland zurückkehren muss. Arregi und Goenaga legten Wert darauf, das sexuelle Begehren älterer Menschen ausdrücklich und ohne Exotisierung darzustellen. Das Pflegeheim dient dabei als Schauplatz für die Diskrepanz zwischen rechtlich garantierter Freiheit und gesellschaftlichen Erwartungen, welche ein offenes Leben weiterhin einschränken können.

Commons: Aitor Arregi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Aitor Arregi Galdós. In: Cineclub FAS. Abgerufen am 19. September 2026 (spanisch).
  2. 1 2 3 4 5 Los maestros del ‘plano conjunto’ que gestaron la eclosión del cine en euskera. In: El País. 6. November 2025, abgerufen am 19. September 2026 (spanisch).
  3. 1 2 Handia. In: Premios Goya. Abgerufen am 19. September 2026 (spanisch).
  4. 1 2 3 Todas las mentiras de Enric Marco, el falso superviviente del horror nazi, reviven en el festival de Venecia. In: El País. 31. August 2024, abgerufen am 19. September 2026 (spanisch).
  5. 1 2 3 Regisseure über Schwulsein im Alter: „Wie zeigt man einen 76-jährigen Mann beim Sex?“ In: die tageszeitung. 18. September 2026, abgerufen am 19. September 2026.