
Ajit Cour (Panjabi ਅਜੀਤ ਕੌਰ; * 16. November 1934 in Lahore, Pakistan) ist eine indische Autorin von zahlreichen belletristischen Werken, die vor allem wegen ihrer über Jahrzehnte hinweg gefeierten literarischen Autobiographie Khana Badosh von 1982 bekannt wurde, für den sie 1985 mit dem Sahitya Akademi Award ausgezeichnet wurde.
Ajit Cour (je nach Schreibweise – unter anderem – auch: Ajeet, Ajīta und Kaura, Caur und mit vollem Namen Padma Shri Ajeet Cour) wuchs zunächst in Lahore, Pakistan auf und ging dort zur Schule.
Nach der Teilung Britisch-Indiens in Indien und Pakistan 1947 zog die Familie nach Delhi, Indien. Mit 16 Jahren wollte Cour ihren Professor beeindrucken, der sie für noch ein Kind hielt und nahm deshalb im College an einem Schreibwettbewerb teil, bei dem Bachelorstudenten ihre Gedichte und Werke vorlasen. Ein Verleger eines bekannten Verlages bat sie nach ihrer Lektüre um das Manuskript.
Ajit Cour machte in Delhi ihren Masterabschluss in Wirtschaftswissenschaften und Panjabi Literatur an der University of Delhi.
Cour begann ihre Schreibkarriere als Autorin im Genre der Romantik, schrieb aber im Laufe der Zeit mehr dem Realismus zugehörige Textgenres. Sie schreibt auf Hindi, Panjabi und Urdu.
Um Geld zu verdienen, übersetzte Cour Ralph Waldo Emerson, Henry James und andere Autoren auf Panjabi.
1977 gründete sie die Akademie der schönen Künste und Literatur (Academy of Fine Arts and Literature) für junge Künstler, Literatur und Malerei.
Mit ihrer Autobiographie 1982, für den sie 1985 den renommierten Sahitya Akademi Award erhielt, wurde sie bekannt.
1987 gründete Cour die Abteilung Autoren und Literatur (Foundation of SAARC Writers and Literature, FOSWAL) innerhalb der Organisation Südasiatische Vereinigung für regionale Kooperation (South Asian Association for Regional Cooperation, SAARC). Sie organisierte jährliche Treffen der SAARC, um die Nationen kulturell zu vernetzen.
Ajit Cour wird für ihre Leidenschaft und ihren Einsatz für alle ihre Unternehmungen geschätzt, die von kreativem Schreiben bis hin zu Aktivitäten im kulturellen Bereich und vom Kampf für eine unversehrte Natur bis hin zur Unterstützung von Frauen am Rande der Gesellschaft gehen.
2005 wurde sie zusammen mit anderen Frauen, die für den globalen Frieden eintreten (1000 PeaceWomen Across the Globe), für den Friedensnobelpreis nominiert.
Cour veröffentlichte über 30 Werke, darunter Sammlungen von Kurzgeschichten und Erzählungen, Romane, zusätzlich Übersetzungen und Artikel. Einige ihrer Bücher, z. B.: The Other Woman, Leftovers, Pebbles in a Tin Drum, Gauri, Dead End und Water Weaver wurden ins Englische übersetzt. Weitere ihrer Werke wurden aus ihrer meist verwendeten Schreibsprache Panjabi in andere Sprachen übersetzt.
2026 wurde das Drama Rehmat (Regisseur Gurvinder Singh), auf der Basis von einigen von Cours Kurzgeschichten beim 79. Locarno Film Festival im Hauptwettbewerb vorgestellt.
Für das indische kulturelle Erbe las sie weltweit und erhielt nationale und internationale Auszeichnungen.

1982 gab Ajit Cour ihre Autobiographie mit Erinnerungen an ihre Kindheit und die Zeit des Wegzugs aus Pakistan zum ersten Mal unter dem Titel Khana Badosh heraus, die auf Goodreads mit 4.24 von 5 Sternen bewertet wurde und die als so lebhaft geschildert dargestellt wird, dass Leser die Ereignisse visualisieren. Zusätzlich schrieb sie darin über die erlittene häusliche Gewalt durch ihren Ehemann, trotz ihrer finanziellen Unabhängigkeit von ihm.
Cour gilt wegen der großen Anzahl ihrer Werke als literarische Legende („literary legend“) Südasiens. Personen, die – wie sie – trotz individueller Tragödien Gutes bewirken, sind laut NepalPress auch in den 2020ern nötig.
Sie wird als eine der artikuliertesten Stimmen für die Belange von Frauen in Südasien gesehen, die unter anderem über Tabus wie weibliche Wünsche, emotionale Traumata und patriarchale Unterdrückung schreibt.
Cour meint, dass Literatur die Kraft der Veränderung in sich trägt, da diese die Herzen von Menschen erreichen könne. Im Gegensatz zu den Worten von Politikern nähmen Menschen Literatur ernst, was zu positiven Veränderungen in der Gesellschaft führen könne.
Für Cour ist Schreiben eine Art Katharsis, bei dem sie ihre Erlebnisse, wie den Tod ihrer ersten Tochter Candy in einem Brand in Frankreich, verarbeiten kann, was sie zuerst auf Anraten der Lyrikerin und Autorin Amrita Pritams in der Zeitschrift mit dem Titel Nagmani tat. Kuldip Singh Dir von der Zeitung TributeIndia stimmt zu und schreibt, Cour würde wütende, rebellierende Frauen um „uns“ herum portraitieren.
Ajit Cour schreibt, weil sie dadurch die Widersprüchlichkeiten des Lebens kennenlernt und das Leben in überzeugenderer Weise darstellen kann, als es selbst ist. Sie erkennt die Macht der Worte und nutzt sie, um die Welt wieder aufzubauen. Sie kann durch Literatur als eine Kombination von Form und Bedeutung Wahrheiten sagen und ihren Protest gegen alles äußern, was falsch ist. Sie kann die großen Mysterien des Lebens entdecken. Schreiben fasziniert sie.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cour, Ajit |
| ALTERNATIVNAMEN | Kaura, Ajīta; Cour, Ajeet; Caur, Ajeet; Cour, Padma Shri Ajeet |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Autorin |
| GEBURTSDATUM | 16. November 1934 |
| GEBURTSORT | Lahore, Pakistan |