| Archäologische Stätte von Al Zubarah | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Ausgrabungsstätte von Al Zubarah | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iii)(iv)(v) |
| Fläche: | 415,66 ha |
| Pufferzone: | 7.196,40 ha |
| Referenz-Nr.: | 1402 |
| UNESCO-Region: | Arabische Staaten |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2013 (Sitzung 37) |
Al Zubarah (arabisch الزبارة, DMG az-Zubāra), auch Az-Zubāra, ist eine unbewohnte und verfallene historische Stadt an der Nordküste von Katar. Sie liegt etwa 105 km von Doha entfernt in der Gemeinde asch-Schamal. Die archäologische Stätte von Al Zubarah gehört seit 2013 zum UNESCO-Welterbe und ist die bislang einzige Welterbestätte Katars. Die Stadt war ein ehemaliger Handelsposten und Hafen für Perlentaucher am Persischen Golf und erlebte ihre Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert.
Die ummauerte Küstenstadt Al Zubarah am Persischen Golf wurde um 1760 von Kaufleuten aus Kuwait gegründet und florierte im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert als Perlen- und Handelszentrum, bevor sie 1811 zerstört und Anfang des 20. Jahrhunderts komplett aufgegeben wurde. Sie unterhielt Handelsverbindungen zur Arabischen Halbinsel, nach Persien und in den Indischen Ozean. Die Überreste der Siedlung wurden unter angewehtem Sand begraben. Bisher wurde nur ein kleiner Teil der Stätte ausgegraben.
Erste Ausgrabungen fanden in den frühen 1980er Jahren und zwischen 2002 und 2003 statt, wobei nur etwa 2,5 % der Stätte untersucht wurden. Seit 2009 wird die Stätte im Rahmen des Qatar Islamic Archaeology and Heritage Project (QIAH) von der Qatar Museums Authority und der Universität Kopenhagen systematisch erforscht. Die Ausgrabungen haben eine Vielzahl von Funden aus dem 18. und 19. Jahrhundert hervorgebracht, darunter Tauchergewichte, importierte Keramik, Porzellan und Glas. Die Funde belegen die Bedeutung der Stadt als Handels- und Perlentaucherzentrum und sind teilweise im Al-Zubarah-Fort ausgestellt.

Die Stätte gehört seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Welterbestätte umfasst eine Fläche von 415,66 Hektar (Pufferzone: 7.196,40 Hektar); das eigentliche Stadtgebiet mit Resten von Häusern, Moscheen, großen befestigten Gebäuden und einem Souq ist etwa 60 Hektar groß. Obwohl von der historischen Stadt selbst kein Gebäude mehr intakt ist, ist die Stätte seit ihrer Aufgabe weitgehend unberührt geblieben. Der Stadtgrundriss ist gut erhalten und zahlreiche Gegenstände konnten geborgen werden.
Die Eintragung in die Welterbeliste erfolgte nach den Kriterien (iii), (iv) und (v). Al Zubarah wird gemäß Kriterium (iii) als einziger vollständig erhaltener Stadtplan einer arabischen Perlenhändlerstadt gewürdigt und damit als außergewöhnliches Zeugnis der Händler- und Perlentauchertradition am Persischen Golf im 18. und 19. Jahrhundert anerkannt. Kriterium (iv) bezieht sich auf Al Zubarah als befestigte Stadt, die mit den umliegenden Siedlungen verbunden war, sowie auf ihre Rolle als Beispiel für die kleinen unabhängigen Staaten, die im 18. und frühen 19. Jahrhundert außerhalb der Kontrolle der osmanischen, europäischen und persischen Reiche entstanden und zur Herausbildung der heutigen Golfstaaten beitrugen. Kriterium (v) betont die Wechselwirkung der Stadtbewohner mit Meer und Wüste, die sich in Tauchergewichten, Darstellungen von Dhauen und importierter Keramik zeigt. Darüber hinaus wird die Perlentaucher- und Handelstradition hervorgehoben, die die großen Küstenstädte der Region bis ins 20. Jahrhundert prägte.
Zum Welterbe gehört auch das etwa 1,5 km landeinwärts gelegene Fort Qal’at Murair mit den umliegenden Anlagen zur Wasserversorgung und -verteilung in der Wüste. Die Anlage bestand ursprünglich aus einem großen rechteckigen Geviert mit vier Ecktürmen und diente als strategischer Stützpunkt, der den Zugang zum Wasser und zum Handel sicherte. Das aus dem 20. Jahrhundert stammende Al-Zubarah-Fort ist öffentlich zugänglich und beherbergt ein Besucherzentrum.
Koordinaten: 25° 59′ N, 51° 2′ O