Alan William Napier-Clavering (* 7. Januar 1903 in Birmingham, England; † 8. August 1988 in Santa Monica, Kalifornien) war ein britischer Theater- und Filmschauspieler.
Napier wurde 1903 als Alan William Napier-Clavering in Birmingham geboren. Sein Cousin war Neville Chamberlain, der von 1937 bis 1940 Premierminister von Großbritannien war. Obwohl niemand in Napiers Familie zuvor eine Theaterkarriere eingeschlagen hatte, wollte er bereits in jungen Jahren Schauspieler werden. Nach dem Besuch des Clifton College studierte er an der Royal Academy of Dramatic Art. Daraufhin schloss er sich den Oxford Players an, zu denen auch John Gielgud und Robert Morley gehörten. In den 1930er Jahren stand Napier regelmäßig auf den Theaterbühnen des Londoner West End und spielte gelegentlich in britischen Filmen mit. 1939 ging er nach New York, wo er 1940 mit Gladys George in dem Bühnenstück Lady in Waiting am Broadway auftrat.
In Hollywood wurde der 1,98 Meter große Napier mit Beginn der 1940er-Jahre ein vielbeschäftigter Nebendarsteller, der oft seriös oder streng wirkende Persönlichkeiten wie Ädelige, Ärzte, Wissenschaftler, Anwälte oder Väter der Hauptfiguren verkörperte. Er trat in so unterschiedlichen Filmen auf wie den Horrorfilmen Katzenmenschen (1942) und Der unheimliche Gast (1944), dem Thriller Ministerium der Angst (1944) von Fritz Lang, der Lassie-Verfilmung Lassies Heimat (1948) und der Ritterkomödie Der Hofnarr (1955). Zu seinen Rollen zählten ein schurkischer Aristokrat in Johanna von Orleans (1948) neben Ingrid Bergman, ein Universitätsdekan in der Jules-Verne-Verfilmung Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1959) sowie Sean Connerys wohlhabender Vater in Alfred Hitchcocks Thriller Marnie (1964). Im Bereich der Shakespeare-Verfilmungen spielte er den Heiligen Vater in Orson Welles’ Macbeth-Verfilmung (1948) sowie Cicero in Julius Caesar (1953) unter Regie von Joseph L. Mankiewicz.
Ab 1949 war er häufig in US-amerikanischen Fernsehserien zu sehen. Seine bekannteste Rolle erhielt er jedoch erst 1966, als man ihn als Butler Alfred Pennyworth in der Fernsehserie Batman besetzte. Er hatte zunächst gezögert, das Angebot anzunehmen, spielte aber schließlich den Butler in 120 Folgen, bis die Serie 1968 eingestellt wurde. Ihm zu Ehren gab Tim Burton dem Joker in seiner Kinoadaption Batman (1989) den Namen Jack Napier. Für Walt Disney kam Alan Napier auch als Synchronsprecher zum Einsatz. So sprach er 1963 die Rolle des Sir Pellinore in Die Hexe und der Zauberer. Zuletzt stand Napier im Jahr 1981 für den Fernsehfilm Privatdetektiv Joe Dancer – Ein Auftrag für den Affen vor der Kamera, insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen rund 150 Film- und Fernsehproduktionen.
Von 1930 bis 1944 war Alan Napier mit Emily Nancy Bevill Pethybridge verheiratet. 1944 trat er mit Aileen Dickens Downing alias Gypsy Raine vor den Traualtar. Die Ehe währte bis zu ihrem Tod im Jahr 1961. Napier hatte mit Pethybridge eine leibliche Tochter, Jennifer Nichols, und adoptierte Raines Tochter Jennifer Raine Bissell. Sein Enkel war der neuseeländische Schauspieler Marshall Napier. Dessen Tochter Jessica Napier und Neffe James Napier sind ebenfalls als Schauspieler tätig.
Alan Napier starb 1988 im Alter von 85 Jahren an einer Lungenentzündung in Santa Monica im Berkeley East Convalescent Hospital. Bereits ein Jahr zuvor hatte er einen Schlaganfall erlitten. In der Chapel Of The Pines Crematory in Los Angeles wurde er beigesetzt.
Filme
Fernsehserien
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Napier, Alan |
| ALTERNATIVNAMEN | Napier-Clavering, Alan William (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Theater- und Filmschauspieler |
| GEBURTSDATUM | 7. Januar 1903 |
| GEBURTSORT | Birmingham, England |
| STERBEDATUM | 8. August 1988 |
| STERBEORT | Santa Monica, Kalifornien |