Alanoud Alsharekh (arabisch العنود الشارخ, DMG al-ʿAnūd aš-Šāriḫ) ist eine kuwaitische Frauenrechtsaktivistin und Gründungsmitglied der Kampagne Abolish 153 (auch Abolish Article 153 ), einer Kampagne gegen Ehrenmorde in Kuwait. Sie wurde mit dem Ordre national du Mérite ausgezeichnet und wurde 2019 als eine der 100 einflussreichsten Frauen der BBC ausgezeichnet.
Alsharekh wurde in Kuwait geboren. Sie studierte an der Al Bayan Bilingual School und hätte 1992 ihren Abschluss gemacht, was aber durch die Invasion des Irak verhindert wurde. Sie studierte Englische Literatur am King’s College London. Sie erwarb 1996 einen Bachelor, bevor sie an die SOAS University of London wechselte, wo sie Angewandte Linguistik studierte. Sie erhielt ein Stipendium der Universität Kuwait. Als sie nach Kuwait zurückkehrte, war sie schwanger mit ihrer Tochter. Zur selben Zeit begann in Kuwait die Wahlrecht-Bewegung. Nachdem Frauen 1999 ihren Kampf um volle politische Rechte verloren hatten, nahm sie ihre Promotion an der SOAS wieder auf und konzentrierte sich dabei auf vergleichenden Feminismus und Nahoststudien.
Nach ihrer Promotion wurde sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der SOAS angestellt. Sie wechselte sie an die Universität Uppsala, wo sie über die Literatur des Nahen Ostens forschte. Sie war als Gastdozentin und Seniorberaterin an der Universität Uppsala, am Whittier College (Kalifornien) und der Universität Kuwait. Im Jahr 2008 wurde sie in das Nationale Sicherheitsbüro von Kuwait berufen.
Alsharekh ist Associate Fellow bei Chatham House und leitet dort das Programm „Stärkung kuwaitischer Frauen in der Politik“ („Empowering Kuwaiti Women in Politics“). Sie ist zugleich Direktorin der strategischen Beratungsfirma Ibtkar. In dieser Funktion setzt sie sich für die Rechte von Frauen in Kuwait und im Ausland ein. Ibtkar führte das Programm „Stärkung kuwaitischer Frauen in der Politik“ durch, welches ein einjähriges Training für kuwaitische Frauen in politischer Führung umfasste. Neben der Ausbildung von Frauen in Kuwait führte Ibtkar auch kultursensible Schulungen (Cultural sensitivity) für das Great Ormond Street Hospital und das Royal College of Art durch.
Neben ihrem Engagement für Ibtkar leitete Alsharekh die Kampagne „Friends who Care“ für gefährdete junge Mädchen im kuwaitischen Sozialsystem. Sie arbeitete als Genderberaterin für UN Women und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). In Kuwait-Stadt hielt sie einen TED-Talk über ihren feministischen Aktivismus. Alsharekh ist Gründungsdirektorin der Kampagne „Abolish 153“, die sich für die Beendigung von Ehrenmorden in Kuwait einsetzt. Sie ist außerdem Abteilungsleiterin an der Arab Open University. 2018 wurde sie zum Non-Resident Fellow am The Arab Gulf States Institute ernannt. Sie ist Mitglied des Beirats des Global Diplomatic Forum.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Alsharekh, Alanoud |
| ALTERNATIVNAMEN | العنود الشارخ (arabisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | kuwaitische Feministin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |
| GEBURTSORT | Kuwait |