Albert Benary (* 3. Juni 1881 in Lehsten; † 22. September 1963 in Berlin) war ein deutscher Offizier, Lyriker und Militärschriftsteller.
Albert Agathon Benary, Enkel des gleichnamigen klassischen Philologen Albrecht Agathon Benary, war der älteste Sohn von Franz Wilhelm Gustav Martin Eduard Benary (1853–1924) und seiner Ehefrau Susanne, geborene Meinhold (1853–1921). Er verbrachte eine unbeschwerte Kinderzeit auf dem Land in dem Haus seiner Eltern, zuerst auf dem Gut Lehsten in Mecklenburg, dann in Neu-Cölln bei Freyenstein in der Priegnitz.
1900 trat Benary als Fahnenjunker in das Feldartillerie-Regiment Nr. 39 der Preußischen Armee in Perleberg ein. Nach seinem mit „Allerhöchster Belobigung“ bestandenen Offiziersexamen wurde er zum Leutnant befördert und besuchte anschließend die Kriegsakademie in Berlin.
Er heiratete 1911 Clara Hoepke (1893–1969); das Paar hatte drei Kinder, Eleonore (1912–1997), Irmgard (1914–1983) und Friedrich Franz (* 1917). Benary pflegte seine an Multipler Sklerose erkrankte Frau die letzten zwanzig Jahre seines Lebens.
Im Ersten Weltkrieg stieg er zum Oberleutnant auf. Spätestens 1923 war er Major, Mitarbeiter des Nachrichtenbüros (N) im Reichswehrministerium in Berlin. Sein Vorgesetzter war Oberstleutnant Karl-Ludwig von Oertzen (1876–1934). Diese Abteilung war offiziell als Pressestelle des Ministeriums deklariert und bearbeitete Themen der Reichswehr für die Weitergabe an die Presse. Darüber hinaus brachte sie auch eigene Publikationen über die Reichswehr und ihre Traditionspflege heraus. Zahlreiche der veröffentlichten Bücher stellten eine Verherrlichung der Rolle der preußischen Streitkräfte während des Ersten Weltkrieges dar. Er selbst schrieb Artikel, Aufsätze und Bücher zu militärischen Formationen, über die Geschichte Preußens und zu Ereignissen des verlorenen Weltkrieges.
Nach 1933 wurde Benary wegen seiner Herkunft aus der ursprünglich jüdischen Familie Benary aus der nationalkonservativen Veteranenvereinigung Kyffhäuserbund verdrängt. Er sympatierte mit der Diskriminierung der Ostjuden und protestierte mehrfach gegen seine Behandlung als Deutscher zweiter Klasse, nach Erlass des Arierparagraphen. Als sogenanntem deutsch-jüdischem Mischling drohte ihm nach Erlass der Nürnberger Gesetze der Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer und damit ein Veröffentlichungsverbot. Da Benary jedoch aus Kriegszeiten mit dem obersten „Parteirichter“ der NSDAP und Schwiegervater Bormanns Walter Buch befreundet war, durfte er „nach Rücksprache Minister“ weiterhin als Schriftsteller tätig sein.
Nach Kriegsende indizierten die Besatzungsbehörden einen Großteil seiner Arbeiten.
Benarys Nachlass lagert unerschlossen im Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg. Er selbst sah sich stärker als Lyriker. Seine Gedichte veröffentlichte er unter dem Pseudonym Lehsten im Selbstverlag.
unter dem Pseudonym „Albert Lehsten“:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Benary, Albert |
| ALTERNATIVNAMEN | Lehsten, Albert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier, Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 3. Juni 1881 |
| GEBURTSORT | Lehsten |
| STERBEDATUM | 22. September 1963 |
| STERBEORT | Berlin |