Albert Joseph Maria Defant (* 12. Juli 1884 in Trient; † 24. Dezember 1974 in Innsbruck) war ein österreichischer Meteorologe und Ozeanograph. Er hat bedeutende Beiträge zum Verständnis der Physik der Atmosphäre geleistet und gilt als einer der Begründer der physikalischen Ozeanographie.
Albert Defant wurde zu einer Zeit geboren, als Trient zu Österreich-Ungarn gehörte. Trient ist seit 1919 Trento in Italien. Albert Defant besuchte Schulen in Trient und Innsbruck und studierte dann ab 1902 Mathematik, Physik und Geophysik an der Universität Innsbruck. Während seines Studiums wurde er Mitglied der Universitätssängerschaft Skalden zu Innsbruck.
Defant wurde 1906 an der Universität Innsbruck promoviert mit einer Dissertation über Tropfengrößen bei Regenfällen. Ab 1907 arbeitete er an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien, Österreich. 1909 habilitierte er sich an der Universität von Wien mit einer Arbeit über Seespiegelschwankungen des Gardasees. Bis 1918 arbeitete er in der Zentralanstalt und befasste sich vorwiegend mit Fragen der atmosphärischen Physik, insbesondere in Gebirgsregionen. Auch bei praktischen Problemen der Wettervorhersage sammelte er Erfahrungen. In den späteren Wiener Jahren wurden zwei Arbeitsgebiete für ihn immer wichtiger, zum einen die großräumige atmosphärische Zirkulation und zum anderen Wasserstandsschwankungen in Seen und Nebenmeeren, insbesondere als Seiches und Gezeiten.
Defant war von 1919 bis 1926 Professor für Kosmische Physik an der Universität Innsbruck. In dieser Zeit führte er den Nachweis, dass große turbulente Strukturen in der Atmosphäre den meridionalen Wärmetransport von tropischen zu hohen Breiten ermöglichen können.
Er galt bald auch als Fachmann für Gezeiten, wurde zu zwei Fahrten 1925 und 1926 auf dem deutschen Vermessungsschiff „Panther“ in die Nordsee eingeladen. Von 1926 bis 1945 war er Professor für Ozeanographie an der „Friedrich-Wilhelms-Universität“ (später Humboldt-Universität) und Direktor des Instituts und Museums für Meereskunde in Berlin, der damals führenden deutschen Meeresforschungseinrichtung. Nachdem Alfred Merz, der wissenschaftliche Leiter der Deutschen Atlantischen Expedition des Forschungs- und Vermessungsschiffes „Meteor“ 1925–1927 in Buenos Aires 1925 gestorben war, übernahm Defant ab 1926 die Leitung.
Seine Arbeiten in Berlin richteten sich auf die Physik des Ozeans, insbesondere auf den oberen Bereich mit der Grenzfläche zur Atmosphäre. Internationale Beziehungen bestanden vor allem zu skandinavischen Wissenschaftlern. Diese internationalen Verbindungen wurden unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg. Defant blieb in Berlin bis zur ersten Bombardierung des Instituts. Dann übernahm er Lehraufgaben in Wien und arbeitete in Wunsiedel, wohin die Bibliothek des Berliner Instituts gebracht worden war.
1945 wurde ihm der Lehrstuhl für Meteorologie und Geophysik an der Universität Innsbruck (jetzt wieder Österreich) angeboten. Von 1945 bis 1955 war er erneut Professor in Innsbruck und Direktor des Instituts für Meteorologie und Geophysik. In diese Zeit fiel 1949–1950 ein Gastforscher-Aufenthalt an der Scripps Institution of Oceanography der Universität von Kalifornien in La Jolla, USA. Von 1950 bis 1951 war er Rektor der Universität Innsbruck. Nach seiner Emeritierung 1955 arbeitete er wiederholt als Gastprofessor, im Zeitraum 1952–1956 an der Universität Hamburg und im Zeitraum 1956–1958 an der Freien Universität Berlin. Dazwischen lag 1957–1958 ein Aufenthalt am Sveriges meteorologiska och hydrologiska institut in Stockholm.
Albert Defant war seit 1909 verheiratet mit Maria Krepper, mit der er drei Kinder hatte. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1949 heiratete er 1952 Maria Theresia Schletterer. Der Meteorologe Friedrich Defant ist sein Sohn.
Albert Defants Publikationen umfassen 222 Aufsätze und 12 Bücher. Eine Auswahl wird hier gegeben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Defant, Albert |
| ALTERNATIVNAMEN | Defant, Albert Joseph Maria (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Meteorologe und Ozeanograph |
| GEBURTSDATUM | 12. Juli 1884 |
| GEBURTSORT | Trient, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 24. Dezember 1974 |
| STERBEORT | Innsbruck, Österreich |