Albert Maucher

Albert Maucher (* 22. Dezember 1907 in Freiberg, Sachsen; † 1. April 1981 in Krailling bei München) war ein deutscher Mineraloge und Stifter des Albert Maucher-Preises.

Leben

Albert Maucher kam 1907 als Sohn des Mineralogen Wilhelm Maucher in Freiberg/Sachsen zur Welt. Seine Schulzeit verbrachte er mit seinen drei Geschwistern in München. Nach dem Abitur und einem anschließenden Praktikum als Hüttenarbeiter studierte Albert Maucher ab 1926 Metallhüttenkunde an der TH Aachen. 1930 schloss er das Studium als Diplomingenieur ab. 1932 promovierte Maucher am Mineralogisch-geologischen Institut der TH München, an der er bis 1934 als Volontärassistent tätig war.

Nach einer Ausbildung in Spektralanalyse an der Universität Göttingen folgte eine Assistentenzeit am Institut für Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde der TH Berlin. Nach seiner Habilitation 1936 wurde Maucher Leiter der Mineralogisch-petrographischen Abteilung des „Maden Tetkik ve Arama Enstitüsü“ (Institut für Lagerstättenforschung) in Ankara/Türkei. 1937 kehrte er als Assistent an das Mineralogisch-petrographische Institut der Universität Göttingen zurück, an der er 1939 eine Dozentur erhielt. Von 1939 bis 1944 folgte der Kriegsdienst. Anschließend bis Kriegsende wurde er außerplanmäßiger Professor in Straßburg, später in Straubing. Ab 1946 lehrte Maucher an der Universität München. 1947 wurde er dort zum Professor und Vorstand des Instituts für Allgemeine und angewandte Geologie und Mineralogie ernannt und 1973 emeritiert.

1977 stiftete Albert Maucher den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergebenen Albert Maucher-Preis für junge Geowissenschaftler, die hervorragende Forschungsergebnisse mit Mitteln der DFG erzielen konnten.

1945 heiratete er die Pianistin Nadina Ferreri. Albert Maucher verstarb am 1. April 1981 in Krailling bei München.

Mit Beginn des Studiums in Aachen trat er der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Kaiserpfalz im CV bei und war dort bis zu seinem Tod Mitglied.

Das Grab von Albert Maucher im Familiengrab auf dem Friedhof Pasing in München

Lebenswerk

Albert Maucher erhielt die ersten Anregungen zur Beschäftigung mit Mineralen bereits in frühester Kindheit durch seinen Vater. Arbeiten im Bayerischen Wald führten zum besonderen Interesse an schichtgebundenen Lagerstätten, deren Erforschung ein Schwerpunkt seiner Arbeiten blieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten erneute lagerstättenkundliche Untersuchungen, besonders im nordostbayerischen Raum. Studien im Rahmen einer Monographie über deutsche Blei-Zink-Lagerstätten in den Alpen wiesen gleichfalls auf die Schichtgebundenheit derartiger Erzvorkommen hin. Die Diskussion seiner Ergebnisse brachte Maucher internationale Anerkennung. Seine Resultate bewirkten auch ein Umdenken bei der genetischen Deutung anderer Lagerstättentypen. Hierher gehört vor allem die Existenz schichtgebundener Vorkommen von Antimon und Quecksilber, gelegentlich auch von Wolfram. Gleichzeitig wurde eine gesetzmäßige Bindung bestimmter Lagerstättentypen bzw. Mineralvorkommen an bestimmte Zeitabschnitte der Erdgeschichte postuliert. Die Probleme dieser „zeitgebundenen“ Lagerstätten wurden zu einem weiteren Schwerpunkt von Mauchers wissenschaftlichen Interessen, wobei weltweit beachtete Ergebnisse erzielt wurden, die auch zur Entdeckung der Wolframlagerstätte Felbertal/Österreich führten. Gemeinsam mit G. Rehwald und P. Ramdohr hat Maucher die „Bildkarte der Erzmikroskopie“ mit 600 Bildtafeln erstellt. Sie ist eine vielbenutzte Dokumentation der wichtigsten erzmikroskopischen Strukturen.

Albert Maucher hat zusammen mit seinen Schülern die Entwicklung der modernen Lagerstättenkunde richtungsweisend beeinflusst.

Auszeichnungen

Schriften

Literatur

Personendaten
NAME Maucher, Albert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Geologe und Stifter des Albert Maucher-Preises
GEBURTSDATUM 22. Dezember 1907
GEBURTSORT Freiberg, Sachsen
STERBEDATUM 1. April 1981
STERBEORT Krailling bei München