Albert Murasira

Albert Murasira (* 11. November 1962 in der Provinz Maniema, DR Kongo) ist ein ruandischer Politiker, Schachspieler und pensionierter Militäroffizier. Seit August 2023 ist er Minister in Charge of Emergency Management. Von 2018 bis 2023 war er Verteidigungsminister des Landes.

Leben und Karriere

Ausbildung und Lehre

Murasira wurde 1962 in der Provinz Maniema im Osten der Demokratischen Republik Kongo geboren, wo er die Grundschule und eine Sekundarschule besuchte, bevor er nach Ruanda zog. Dort ging er auf die Byimana School of Sciences im heutigen Distrikt Ruhango in der Südprovinz, die er 1983 abschloss. Von 1983 bis 1988 studierte Murasira an der ehemaligen Nationaluniversität von Ruanda, wo er 1986 einen Bachelor of Science in Mathematik und 1988 eine Lizenz in Mathematik ablegte. Zudem erlangte er 2004 ein Diplom in öffentlicher Verwaltung vom Ghana Institute of Management and Public Administration, 2011 ein Diplom in Verteidigungs- und Strategiestudien von der Nationalen Verteidigungsuniversität der Volksbefreiungsarmee Chinas und 2016 einen Master of Science in Projektmanagement von der Universität Liverpool.

Von 1995 bis 1998 unterrichtete Murasira als Gastdozent in Teilzeit Mathematik an der Fakultät für Angewandte Wissenschaften der ehemaligen Nationaluniversität von Ruanda.

Schach

In den Jahren 1988, 1999 und 2000 wurde Murasira ruandischer Schachmeister. Bei der Schacholympiade 2000 in Istanbul spielte er am Spitzenbrett des ruandischen Teams, welches damals das erste Mal an der Schacholympiade teilnahm.

Militärische Laufbahn

Nach Abschluss seines Mathematikstudiums trat Mursasira 1988 dem Militär bei und wurde ein Jahr später zum Offizier ernannt. Während des Völkermords an den Tutsi im Jahr 1994 war Murasira Mitglied der Ruandischen Patriotischen Front (RPF), die die Hauptstadt Kigali und daraufhin das restliche Land von den Tätern einnehmen konnte. Laut der ruandischen Tageszeitung The New Times war Murasira von Oktober 1999 bis Oktober 2004 Planungsdirektor im Verteidigungsministerium. Anschließend war er zwischen Dezember 2004 und Dezember 2005 als Stabsoffizier bei der Mission der Afrikanischen Union in Sudan (AMIS) tätig und für Informationstechnologie in der Abteilung für Kommunikations- und Informationssysteme zuständig. Von Januar 2006 bis Januar 2007 war er stellvertretender Kommandant der ruandischen Militärakademie in Gako. Von Januar 2007 bis Februar 2012 war er Chief J1 – Joint General Staff und zuständig für Verwaltung und Personalmanagement bei den ruandischen Streitkräften. Im April 2012 wurde Murasira vom Colonel zum Brigadegeneral befördert und im Januar 2018 zum Generalmajor.

Karriere in der Wirtschaft und Politik

Von Februar 2012 bis Oktober 2018 war Murasira als Chief Executive Officer der Zigama Credit and Savings Bank tätig. Zwischen 18. Oktober 2018 und 6. Juni 2023 war er ruandischer Verteidigungsminister. Am 22. August 2023 wurde Murasira im Rahmen einer Kabinettsumbildung durch Präsident Paul Kagame als Nachfolger von Marie Solange Kayisire zum Minister in Charge of Emergency Management ernannt, dessen politischer Zuständigkeitsbereich der Katastrophenschutz und die Flüchtlingspolitik ist.

Privates

Murasira ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 New Defence minister Murasira is a mathematician and avid chess player. The New Times, 19. Oktober 2018, archiviert vom Original am 20. Oktober 2018; abgerufen am 31. Oktober 2026 (englisch).
  2. ↑ Jean de la Croix Tabaro: Gen. Kabarebe Hands Over to Maj. Gen Murasira. KT Press, 22. Oktober 2018, abgerufen am 31. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ Major General Murasira takes charge as the new Defence Minister. Ministry of Defence, Ruanda, 22. Oktober 2018, abgerufen am 31. Oktober 2026 (englisch).
  4. ↑ Remaniement au Rwanda: départ des poids-lourds de la Défense et des Affaires étrangères. La Libre Afrique, 19. Oktober 2018, abgerufen am 31. Oktober 2026 (französisch).
  5. ↑ Senior RDF officers promoted. The New Times, 14. April 2012, abgerufen am 31. Oktober 2026 (englisch).
  6. ↑ Kagame promotes 20 generals, hundreds others. The New Times, abgerufen am 31. Oktober 2026 (englisch).
  7. ↑ Senior Management. In: minemanew.prod.risa.rw. Ministry in Charge of Emergency Management, abgerufen am 31. Oktober 2026 (englisch).
  8. ↑ Rwanda: Cabinet Reshuffle. In: Africa Research Bulletin: Political, Social & Cultural Series. Band 60, Nr. 8, 2023, S. 24124A, doi:10.1111/j.1467-825X.2023.11197.x.