Albert Oppel

Albert Oppel (1831–1865). Aufnahme wohl von 1862

Carl Albert Oppel (* 19. Dezember 1831 in Hohenheim, Stuttgart; † 22. Dezember 1865 in München) war ein deutscher Paläontologe mit bedeutenden Beiträgen zur Erforschung des erdgeschichtlichen Zeitabschnitts des Juras.

Leben und Werk

Oppel, Sohn des Agrarwissenschaftlers und Regierungsrates Julius Albert Oppel (1799–1882), studierte ab 1851 an der Universität Tübingen bei Friedrich August von Quenstedt und erhielt 1853 durch Lösung der Preisfrage „Ueber den mittleren Lias Schwabens“ die Doktorwürde. 1854 und 1855 begab er sich auf Forschungsreisen zu den damals bekannten Jurafundstätten in Frankreich, England, der Schweiz und Deutschland. Die Ergebnisse seiner Forschung legte er 1856 bis 1858 in dem Werk Die Juraformation Englands, Frankreichs und des südwestlichen Deutschlands vor.

1858 wurde er Professor für Paläontologie an der Universität München, 1861 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor und in Nachfolge von Johann Andreas Wagner zum Konservator des Paläontologischen Museums München. 1862 wurde er zum außerordentlichen Mitglied der Mathematisch-physikalischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Ab 1862 war er zudem Herausgeber und Mitautor in den von ihm begründeten Paläontologischen Mitteilungen.

Den Jura teilte er in 36 biostratigraphische „Zonen“ ein. Mit diesem, von ihm eingeführten Begriff (heute Biozone), verfeinerte Oppel die Stufeneinteilung. Die von ihm eingeführten jurassischen Stufenbezeichnungen Pliensbachium und Tithonium sind heute international anerkannt.

Auf dem Mond ist das Gebirge Dorsum Oppel („Oppel-Rücken“) nach ihm benannt. 2004 benannten Günter Schweigert und Alessandro Garassino die fossile Garnelen-Gattung Albertoppelia aus dem Tithonium von Eichstätt (Solnhofener Plattenkalk) nach Oppel, dessen Monographie zu den Zehnfußkrebsen des südwestdeutschen Juras noch immer die umfassendste Arbeit zu diesem Thema ist.

Sein Sohn war der Arzt und Histologe Albert Otto Oppel (1863–1916).

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Günter Schweigert: „Wenn sich Genie und Fleiß verbinden - Albert Oppel (1831–1865)“. In: Fossilien. Heft 2, März/April 2008, S. 90
  2. ↑ Günter Schweigert & Alessandro Garassino (2004): „New genera and species of shrimps (Crustacea: Decapoda: Dendrobranchiata, Caridea) from the Upper Jurassic lithographic limestones of S Germany“. In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde - Serie B, Nr. 350: 33 pp. Artikel (Memento vom 7. April 2017 im Internet Archive) (PDF; 2,4 MB)
Wikisource: Albert Oppel – Quellen und Volltexte
Personendaten
NAME Oppel, Albert
ALTERNATIVNAMEN Oppel, Carl Albert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Paläontologe
GEBURTSDATUM 19. Dezember 1831
GEBURTSORT Hohenheim
STERBEDATUM 22. Dezember 1865
STERBEORT München