Adolph Albert Leopold Wolfschmidt (* 19. November 1816 in Gumbinnen, Provinz Ostpreußen, Königreich Preußen; † 14. Julijul. / 26. Juli 1895greg. in Dubbeln, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich) war ein deutscher Spirituosenfabrikant in Riga.
Albert Wolfschmidt war ein Sohn des Justizwachtmeisters Friedrich Leopold Wolfschmidt und von Elisabeth Kamrusch. 1845 gründete er die erste Spirituosenfabrik in Riga, der größten Stadt in den Ostseegouvernements Russlands.Die Firma A. Wolffschmidt. In: Er stellte Liköre, Wodka, Kräuterbitter, Branntweine und weitere Getränke her und besaß auch eine Presshefefabrik.
Am bekanntesten wurde sein Rigaer Schwarzer Balsam, den er nach dem Rezept von Abraham Kunze weiterentwickeln ließ und der 1860 eine Medaille in St. Petersburg erhielt. Bei der Weltausstellung 1873 in Wien wurde er für seine Liköre mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet, bei der Weltausstellung 1878 in Paris sogar mit der Goldmedaille. Zudem erhielt er bei der Gewerbeausstellung in Mitau 1875 eine Silbermedaille. Es gab auch eine Niederlassung in Hamburg und wahrscheinlich in weiteren Städten.
1858 wurde Wolfschmidt in die Literärisch-praktische Bürger-Verbindung, die gesellschaftlich wichtigste Vereinigung in Riga aufgenommen.
Bei den Stadtverordnetenwahlen am 12. März 1886 wurde Albert Wolfschmidt von der 1. Wählerklasse in den Stadtrat gewählt. Er war Mitglied der Steuerbehörde, die an der Festsetzung der örtlichen Akzise mitwirkte.
Seine Lebensleistung als erfolgreicher Unternehmer würdigte die in Riga erscheinende Zeitung Mājas Viesis mit einem ausführlichen Nachruf.
Nach seinem Tod 1895 wurde das Unternehmen A. Wolfschmidt AG von seinem Sohn Albert Wolfschmidt weitergeführt, Aufsichtsratsvorsitzender war sein Schwiegersohn Christian von Stritzky, später waren dessen Nachkommen Miteigentümer. Der Rigaer Schwarze Kräuter Kunzens Balsam erhielt Auszeichnungen in Paris 1900 und 1937 und in Brüssel 1935.
Die Marken Wolfschmidt Kümmel und Wodka Wolfschmidt bestehen bis in die Gegenwart. Das ehemalige Rittergut Wolfschmidtshof (lettisch Volfšmita muižiņa) steht am Botanischen Garten der Universität Riga, auch der umfangreiche Fabrikkomplex ist erhalten.
Albert Wolfschmidt war mit Anna Charlotte Katharine Roeder (um 1824–1891) verheiratet. Sie hatten vier Kinder:
| Personendaten | |
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| NAME | Wolfschmidt, Albert |
| ALTERNATIVNAMEN | Wolfschmidt, Adolph Albert Leopold (vollständiger Name); Wolfschmidt, Adolf Albert (neuere Schreibweise); Wolfschmidts, Adolfs Alberts (lettische Namensform in der zeitgenössischen Schreibweise); Volfšmits, Ādolfs Ālberts Leopolds (lettische Namensform gemäß der derzeitigen lettischen Rechtschreibung); Вольфшмидтъ, Адольфъ Альбертъ Леополдъ (historische russische Schreibweise) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Spirituosenfabrikant in Riga |
| GEBURTSDATUM | 19. November 1816 |
| GEBURTSORT | Gumbinnen, Provinz Ostpreußen, Königreich Preußen |
| STERBEDATUM | 26. Juli 1895 |
| STERBEORT | Dubbeln, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich |