Albin Eser

Albin Eser (links) bei der Verleihung der Universitätsmedaille der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durch Rektor Wolfgang Jäger (2001)

Albin Eser (* 26. Januar 1935 in Leidersbach; † 20. Januar 2023 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Strafrechtswissenschaftler und wirkte unter anderem als Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht.

Leben

Albin Eser wuchs als Sohn eines Schneiders in einem Spessartdorf auf. Ab September 1946 besuchte er das humanistische Gymnasium und das Kilianeum in Miltenberg. Eser studierte Jura in Würzburg (1954/55), Tübingen (1955/56) und Berlin (1956/57). Das Erste Juristische Staatsexamen legte er in Würzburg ab. Nach einem Studienaufenthalt in New York am Institute of Comparative Law (1960/61) als Fulbright-Stipendiat mit Unterstützung der Ford Foundation wurde Eser 1962 promoviert und legte 1964 sein Assessorexamen ab. Im selben Zeitraum war er Wissenschaftlicher Assistent bei Paul Mikat, von 1964 bis 1969 bei Horst Schröder.

Eser habilitierte sich 1969 an der Universität Tübingen mit einer strafrechtlichen Arbeit und war anschließend Professor in Bielefeld, Tübingen und Freiburg (bis 2003).

Dabei übte er eine nebenamtliche Tätigkeit als Richter am Oberlandesgericht Hamm und am Oberlandesgericht Stuttgart aus.

In Freiburg amtierte er von 1982 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 auch als Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht und damit zugleich als Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft.

Von 2004 bis 2006 war Eser als Ad-litem-Richter am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag tätig.

Die Universitäten Krakau (Polen), Huancayo (Peru) und Waseda (Tokio, Japan) verliehen ihm die Ehrendoktorwürde.

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit Albin Esers waren das Medizinstrafrecht, das Internationale Strafrecht und das Völkerstrafrecht.

Albin Eser wurde 2004 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Publikationen (Auswahl)

(Quelle unter anderem: )

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe Trauer um Albin Eser, Nachruf des Max-Planck-Instituts
  2. ↑ Traueranzeigen von Albin Eser. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Januar 2023, abgerufen am 28. April 2023 (deutsch).
  3. ↑ Eine eigene Zusammenstellung Esers, die bis 2008 reicht, findet sich in folgendem Text: Über Grenzen – Streben nach Mitte, in: Die deutschsprachige Strafrechtswissenschaft in Selbstdarstellungen. Herausgegeben von Eric Hilgendorf, De Gruyter (= Reihe: Juristische Zeitgeschichte, Abteilung 4, Band 12), 2010, S. 75–122, hier S. 117–122 (zugangsbeschränktes Digitalisat via De Gruyter)
  4. ↑ Vgl. dazu auch den folgenden lesenswerten Text Esers: Schönke/Schröder, Strafgesetzbuch, in: Rechtswissenschaft und Rechtsliteratur im 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Dietmar Willoweit, C.H. Beck, 11. Aufl. 2007, S. 851–866; zur Übernahme durch die Schröder-Schüler siehe die Seiten 860–864 (Digitalisat des Textes via beck-eLibrary.)