Aldana

Aldana (auch Alda, † vor 804) war die Ehefrau des Grafen Theoderich von Autun († vor 804) und die Mutter von Wilhelm von Gellone († vor 815). Sie wird als Tochter von Karl Martell bezeichnet, doch ist dies in der Forschung umstritten.

Auslöser der Benennung als Tochter Karl Martells sind:

Der Bischof Chrodegang von Metz

Mit den Namen Hiltrud und Landrada sind in der fraglichen Zeit zwei Frauen bezeugt, so dass die Erwähnung eindeutig zugeordnet werden kann (unter der Voraussetzung, dass es keine zweite Person gleichen Namens gab, die lediglich nicht bekannt ist).

Hiltrud († 754) war eine eheliche Tochter Karl Martells. Sie war die Vollschwester Pippins des Jüngeren und seit 741 die Ehefrau des Herzogs Odilo von Bayern. Landrada ist nach der Metzer Bischofsgeschichte aus dem 8. Jahrhundert die Mutter des Bischofs Chrodegang (siehe Robertiner), aber eine Verwandtschaft zu den Karolingern wird weder dort noch in den königlichen Urkunden oder fast allen Urkunden, die von Chrodegangs selbst stammen, behauptet. Einzige Ausnahme ist eine Urkunde vom 25. Mai 765, in der Pippin als avunculus, als Bruder der Mutter Chrodegangs genannt wird, eine Urkunde, die laut Hlawitschka „längst als späte Fälschung bekannt ist“.

Erst die im 9. oder 10. Jahrhundert verfasste Vita Chrodegangs fügt die Angabe hinzu, Landrada sei eine Schwester Pippins des Jüngeren und damit auch Hiltruds gewesen – und lässt dabei außer Acht, dass Pippin (* 714) und Chrodegang (* um 715) fast gleich alt waren, Chrodegangs Mutter Landrada (* wohl 695/700) somit als Schwester Hiltruds (* um 715) und Pippins kaum in Frage kommt. Da das Geburtsjahr Wilhelms wiederum mit „um 754“ angegeben wird, ist für Aldana – unter Berücksichtigung, dass Wilhelm ein jüngerer Sohn war – eine Geburt um 730/735 wahrscheinlich, so dass die Geburtsjahre der drei Frauen rund 30 bis 40 Jahre auseinander liegen, was eine Verwandtschaft als Schwestern wenig wahrscheinlich macht, bzw. nahelegt, dass die Schwestern Hiltrud und Landrada nicht die Ehefrau Odilos bzw. die Mutter Chrodegangs sind – und Aldana nicht die Tochter Karl Martells.

Wala und Rothlindis

Als Argument gegen Aldana als Schwester Pippins wird angeführt, dass Karl Martells Enkel Wala mit Aldanas Enkelin Rothlindis verheiratet war, somit – falls Aldana eine Tochter Karls war – eine sowohl nach kanonischem Recht als auch nach salischem Recht verbotene 2:3-Ehe vorlag.

Literatur

Fußnoten

  1. ↑ „Pater eius [Wilhelms] fuit Theodericus, mater Aldana“, Mabillon, saeculum 4, pars 1, Seite 68; „Willelmus de praeclara Francorum progenie, ex patro videlicet nobili magnoque consule Theoderico nomine; cuius mater aeque generosa et nobilissima comitissa dicta est Aldana“, Vita Wilhelms von Gellone (wohl 11. Jahrhundert), Acta sanctorum, Maii 6, S. 801, siehe auch Hlawitschka zu Wilhelm von Gellone (Nr. 61); „Willelmus…comes“ nennt „genitore meo Theuderico et genitrice mea Aldana“ in den Urkunden zur Gründung der Abtei Saint-Guilhem-le-Désert, datiert vom 14. bzw. 15. Dezember 804, (Thomassy, S. 179)
  2. ↑ z. B. Tellenbach, S. 43, und Weinrich, S. 17 und Tafel S. 107
  3. ↑ „Willelmus…pater eius Theodericus, mater Aldana soror Hiltrudis et Landradæ“, Settipani (1993), S. 173, zitiert Jean Mabillon, Acta Sanctorum ordinis Sancti s. Benedicti (9 Bände, 1668–1701) Band IV 1, S. 71
  4. ↑ Settipani, S. 176
  5. ↑ MGH SS I, S. 163.
  6. ↑ Post hunc vir egregius et omnibus preconiis efferendus, Grodegangus antistes eligitur, ex pago Hasbaniensi oriundus, patre Sigrano, matre Landrada, Francorum ex genere primae nobilitatis progenitus. Paulus Diaconus, Kap. 37, S. 540
  7. ↑ „Grodegangus…archiepiscopus“ schenkt Eigentum „in pago Wormacensi…[et] in villa Dagosbesher…in Hostoven, Burdus, in villa Flamersheim ecclesiam“ an die Abtei Gorze mit Zustimmung von „Pipini…Francorum regis, avunculi mei“, Calmet, col. cv, und A. D'Herbomez, Nr. 11
  8. ↑ Hlawitschka, S. 174
  9. ↑ „Sigiramnus pater eius est dictus, in tantum nobilitatis et divitiarum gloria pollens, ut cui Pippini regis soror congruentius daretur in terra Francorum nullo modo inveniretur. Illius utique Pippini sororem, Landradam dictam, iste in matrimonio dignitate et gloria praepotens est sortitus, qui sapientia et fortitudine cunctis mortalium clarior, regnum Sicambrorum ex sua illa stirpe sancta primus, Deo sic disponente, suscepit.“, S. 556
  10. ↑ Wilhelm Kohl: Wilhelm von Aquitanien. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 13, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7, Sp. 1231–1232.
  11. ↑ Hlawitschka, S. 76
  12. ↑ Da weder die Mutter Aldanas noch die Großmutter Walas bekannt sind, stellt sich die Frage, ob die beiden Frauen Voll- oder Halbschwestern waren. Im sächsischen Recht (eine Verwandtschaft zum salischen Recht unterstellt) wurde im Fall von Halbgeschwistern eine Erhöhung um eine Einheit, hier also auf eine 3:4-Ehe, vorgenommen (siehe Sachsenspiegel Landrecht I,3,3: „Gibt es da Halbbürtigkeit (zweiunge), so können diese Halbgeschwister nicht an einem Glied [Verwandtschaftsgrad] stehen, sondern rücken in das zweite Glied.“ (Übersetzung von Ruth Schmidt-Wiegand, zitiert nach Armin Wolf: Ahnen deutscher Könige und Königinnen. In: Herold-Jahrbuch. Neue Folge, 15. Band, 2010, Fußnote 460, S. 188/189)), die nach salischem Recht – das kanonische Recht war im 8. Jahrhundert in diesen Fragen noch nicht entscheidend – zugelassen war (Jackman, S. 55/56)
Personendaten
NAME Aldana
ALTERNATIVNAMEN Alda
KURZBESCHREIBUNG Ehefrau des Grafen Theoderich I. von Autun und Mutter von Wilhelm von Gellone
GEBURTSDATUM 8. Jahrhundert
STERBEDATUM vor 804