Alekos Fassianos

Alekos Fassianos (2019)

Alekos Fassianos, auch Alecos Fassianos, (griechisch Αλέκος Φασιανός; * 13. Dezember 1935 in Athen; † 16. Januar 2022 ebenda) war ein griechischer Maler, Schriftsteller und Dichter. Er galt als einer der bekanntesten griechischen Maler der Gegenwart.

Leben

Fassianos wurde in Athen, als Sohn eines Musikers und einer Philologin, sowie als Enkel eines Priesters, geboren. Während der Besatzungszeit lebte er aus Überlebensgründen für kurze Zeit in einem Dorf in Nafpaktia. Nach dem Krieg lebte er eine Zeit lang in Livadia, wo seine Mutter unterrichtete. Während seiner Schulzeit in Athen lernte er Theo Angelopoulos, Lefteris Papadopoulos und Christos Yannaras kennen.

Er studierte Violine am Athener Konservatorium und später Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste in Athen in den Jahren 1956–1960 im Atelier von Yannis Moralis und besuchte gleichzeitig die Kurse von Yannis Tsarouchis, der einen entscheidenden Einfluss auf das Werk des Künstlers hatte. Während seines Studiums nahm er zum ersten Mal an Ausstellungen teil, arbeitete mit Tsarouchis, Minos Argyrakis und dem Architekten Aris Konstantinidis zusammen und erweiterte seinen Bekanntenkreis, zu dem Odysseas Elytis, Takis Sinopoulos, Andreas Embirikos, Eleni Vakalo und weitere Persönlichkeiten jener Zeit umfasst. Seine erste Einzelausstellung fand in der Galerie A23 in Athen statt.

Anschließend besuchte er mit einem Stipendium der französischen Regierung (1960–1963) Kurse in Lithografie und Druckgrafik an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris bei Pierre-Eugène Clairin und Georges Dayez (1962–1964). 1966 fand seine erste Ausstellung in Paris statt. Ihr Erfolg führte zu einer langjährigen Präsenz des Malers in der französischen Kunstszene, die fünf Jahrzehnte andauerte. Während der Militärdiktatur in Griechenland lebte er im selbstgewählten Exil in Paris. In Frankreich arbeitete Fassianos auf vielfältige Weise mit den Literaten Jean-Marie Drot, Pierre Seghers und Bernard Gheerbrant, dem Fotografen und Galeristen Paul Facchetti sowie – auf Empfehlung von Louis Aragon – mit dem Verlag „Fata Morgana“ zusammen.

In den 1970er Jahren nahm er an den Biennalen von Venedig und São Paulo teil, baute seine Kooperationen aus und stellte unter anderem in New York, Mailand, Genf und Tokio aus. Im folgenden Jahrzehnt nahm er an bedeutenden Ausstellungen teil, darunter die FIAC 1984 und die Grafikbiennale in Baden-Baden (1985), und parallel dazu begannen Retrospektiven, die seinem Werk gewidmet waren.

Fassianos setzte sein künstlerisches Schaffen auch in den folgenden Jahren fort, begleitet von zahlreichen Auszeichnungen und Retrospektiven. Ab 2002 war Athen sein Wohnsitz. Er blieb bis in die letzten Jahre seines Lebens im künstlerischen Geschehen aktiv.

Alekos Fassianos starb im Alter von 86 Jahren in seinem Athener Heim.

Das Alekos-Fassianos-Museum wurde 2023 eröffnet.

Werk

In seinen Werken thematisierte Fassianos oft Erotik und Sinnlichkeit, den Sommer, die Mythologie, aber auch Situationen des täglichen Lebens. Seit 1959, dem Jahr seiner ersten Einzelausstellung in Athen, hat er mehr als siebzig einzelne Ausstellungen innerhalb und außerhalb Griechenlands realisiert. Er nahm wiederholt an Gruppenausstellungen und renommierten internationalen Veranstaltungen rund um die Welt teil. Fasianos beschäftigte sich außerdem mit Gravur, dem Entwerfen von Plakaten und Schmuck sowie mit Architektur, Möbeldesign und Keramik.

Er wirkte als Bühnenbildner und Kostümbildner an Inszenierungen des Nationaltheaters Athens (Kafkas „Amerika“, 1975, Euripides’ „Helene“, 1976, „Die Vögel“ von Aristophanes, 1978 u. a.), des Staatstheaters Nordgriechenlands, der ELS u. a. Er arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Karolos Koun, Alexis Solomos und Giorgos Messalas zusammen. Er übernahm die Illustration zahlreicher Bücher in Griechenland und im Ausland, darunter Werke bekannter Dichter und Schriftsteller, sowie die Gestaltung von Musikalbum-Covern. Außerdem hat er eigene Artikel und Bücher (Prosa und Lyrik) veröffentlicht.

Er hat seine Werke in mehr als 70 Einzelausstellungen in Griechenland und in vielen europäischen Städten präsentiert. Seine Kunstwerke befinden sich in Kunstgalerien, Museen und Privatsammlungen auf der ganzen Welt (Nationale Pinakothek, Averof-Pinakothek, Pinakothek der Stadt Athen, Mobilier National, Museum für zeitgenössische Kunst in Paris, Centre Pompidou, Fondation Maeght usw.). Werke von ihm werden auch in dem nach ihm benannten Museum ausgestellt, das seit 2023 im Metaxourgeio an der Stelle seines ehemaligen Familienhauses untergebracht ist. Die Metrostation Metaxourgio in Athen wurde mit Kunstwerken von Fassianos ausgestattet. Eine Briefmarkenserie der Olympischen Spiele von Athen wurde ebenfalls von Fassianos entworfen.

Ehrungen und Auszeichnungen

Commons: Alekos Fassianos – Sammlung von Bildern

Artikel über Fassianos und seine Werke:

Artikel über Fassianos’ Gedichte:

Einzelnachweise

  1. ↑ Alekos Fassianos: Ο μύθος της γειτονιάς μου: σαν αυτοβιογραφία. Kastaniotis, Athen 2002, ISBN 960-03-3424-2, S. 11–28, 41–42 (google.gr [abgerufen am 7. Juli 2026]).
  2. ↑ Fassianos 2002, S. 44–45
  3. 1 2 3 4 5 6 Fassianos Alekos. In: National Gallery. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
  4. 1 2 Ψηφιακή Πλατφόρμα ΙΣΕΤ : Artists - Fassianos Alekos. In: Contemporary Greek Art Institute. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
  5. 1 2 Studies at Yiannis Moralis atelier. In: Alekos Fassianos. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
  6. 1 2 Πέθανε ο εμβληματικός ζωγράφος Αλέκος Φασιανός. In: AMNA, 16. Januar 2022 (griechisch)
  7. ↑ Fassianos in light. In: Alekos Fassianos. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
  8. 1 2 Encyclopædia Universalis: Biographie d'ALEKOS FASSIANOS (1935–2022). Abgerufen am 7. Juli 2026 (französisch).
  9. 1 2 French Government Scholarship. In: Alekos Fassianos. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
  10. ↑ Nikos G Mastropavlos: Αλέκος Φασιανός: Τα βιβλία της τέχνης και της ποίησης. In: TO VIMA. 4. November 2016, abgerufen am 7. Juli 2026 (griechisch).
  11. ↑ Alekos Fassianos. In: TOMMASO CALABRO. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
  12. ↑ Paris. In: Alekos Fassianos. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
  13. ↑ Alekos Fassianos, le dernier maître de Grèce, bientôt honoré d'un musée. In: Le Figaro. 18. Dezember 2021, abgerufen am 7. Juli 2026 (französisch).
  14. ↑ Ξένια Γεωργιάδου: O ντιζάινερ Φασιανός. In: I KATHIMERINI. 25. November 2022, abgerufen am 7. Juli 2026 (griechisch).
  15. ↑ Μανιάτης Δημήτρης Ν: Αλέκος Φασιανός: «Το θέατρο πρέπει να είναι ψεύτικο για να είναι πραγματικό». In: TA NEA. 29. März 2015, abgerufen am 7. Juli 2026 (griechisch).
  16. 1 2 Lexiko ellēnōn kallitechnōn: zōgraphoi, glyptes, charaktes ; 16os - 20os aiōnas (= Kallitechnikē bibliothēkē. Band 4). Ekd. Oikos "Melissa", Athen 1997, ISBN 960-204-034-3, S. 359–362 (griechisch).
  17. ↑ Alekos Fassianos Estate. In: Athens Design Forum. Abgerufen am 7. Juli 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Fassianos, Alekos
ALTERNATIVNAMEN Fassianos, Alecos; Fasianos, Alekos; Φασιανός, Αλέκος (griechisch)
KURZBESCHREIBUNG griechischer Maler, Schriftsteller und Dichter
GEBURTSDATUM 13. Dezember 1935
GEBURTSORT Athen
STERBEDATUM 16. Januar 2022
STERBEORT Athen