Alessandro Padoa

Alessandro Padoa, 1910

Alessandro Padoa (* 14. Oktober 1868 in Venedig; † 25. November 1937 in Genua) war ein italienischer Mathematiker und Logiker.

Leben

Padoa stammte aus einer jüdischen Familie und wurde im jüdischen Glauben erzogen. Er ging in Venedig am Istituto Tecnico ‚Paolo Sarpi‘ zur Schule, wo er 1885 seinen Abschluss machte. Im Anschluss nahm er ein Studium an der Ingenieursschule der Universität Padua auf. Aus familiären Gründen ging er im Januar 1889 an die Universität Turin, wechselte aber bereits nach zwei Monaten an die Universität Bologna. Er kehrte für das Studienjahr 1894/95 zurück nach Turin, wo er Vorlesungen von Giuseppe Peano über Infinitesimalrechnung und höhere Geometrie hörte. Padoa wurde ein enger Mitarbeiter und Freund von Peano, der ihn stark in seiner mathematischen Denkweise und Forschung beeinflusste. 1895 erhielt er seinen Laurea-Abschluss in Mathematik von der Universität Turin, setzte sein Studium aber noch ein Jahr fort, um das für eine Tätigkeit als Gymnasiallehrer notwendige Lehrerexamen zu erhalten. 1896 legte er die Prüfungen mit Bestnoten ab.

Im Anschluss unterrichtete er in Pinerolo sowohl am Gymnasium als auch an der Technischen Hochschule Michele Buniva. 1898 wechselte er für ein Jahr an die Technische Hochschule nach Sondrio und ging dann nach Rom, wo er bis 1904 an der Technischen Schule Pietro della Valle blieb. Von 1904 bis 1906 unterrichtete er am nautischen Institut in Chioggia und anschließend an der Technischen Hochschule Pietro Martini in Cagliari. 1908 wechselte er nach Genua, wo er 16 Jahre lang an der Technischen Hochschule Vittorio Emanuele unterrichtete. Anschließend war er von 1924 bis zu seiner Pensionierung als Lehrer 1935 am Gymnasium Cristoforo Colombo in Genua. Er unterrichtete auch ab 1911 an der Marineakademie in Genua Mathematik (später abwechselnd mit Giuseppe Vitali). 1932 wurde Padoa zum Dozenten für mathematische Logik an der Universität Genua berufen; diese Stelle hatte er bis 1936 inne, als er die Altersgrenze für Dozenten erreichte und in den Ruhestand treten musste.

Er war mit Elisabetta Padoa verheiratet und hatte zwei Söhne und eine Tochter. Padoa hatte weitgespannte kulturelle Interessen und war in der jüdischen Gemeinde in Genua und der zionistischen Bewegung aktiv.

Werk

Bekannt wurde er durch seine klare Darstellung der axiomatischen Methode auf Mathematiker- und Philosophiekongressen unter anderem auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Paris 1900 (und später an den Internationalen Mathematikerkongressen in Rom, Cambridge und Bologna) und popularisierte so die Methoden von Peano.

Seine Ideen hatten Einfluss auf die frühe Entwicklung der Modelltheorie durch Alfred Tarski. Er hielt auch Vorlesungen an den Universitäten in Brüssel, Pavia, Padua, Bern, Padua, Cagliari und Genf. Er befasste sich auch mit Mathematikdidaktik und hielt darüber 1908 einen Vortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Rom.

Siehe auch

Schriften (Auswahl)

Ehrungen und Auszeichnungen

Literatur

Commons: Alessandro Padoa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Alessandro Padoa im Mathematics Genealogy Project (englisch) abgerufen am 19. Juni 2025.
Personendaten
NAME Padoa, Alessandro
KURZBESCHREIBUNG italienischer Logiker und Mathematiker
GEBURTSDATUM 14. Oktober 1868
GEBURTSORT Venedig
STERBEDATUM 25. November 1937
STERBEORT Genua