Alexander Terry Lovy (2. September 1913 in Passaic, New Jersey – 14. Februar 1992 in Valencia, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Animator, Regisseur und Produzent von Zeichentrickfilmen. Alex Lovy arbeitete nacheinander für Walter Lantz Productions, Screen Gems/Columbia Pictures, Hanna-Barbera und Warner Bros. Lovy schuf Zeichentrickfiguren wie Cool Cat und Colonel Rimfire sowie Merlin the Magic Mouse und dessen Sidekick Second Banana.
Im Laufe seiner Karriere war Lovy verantwortlich für Zeichentrickproduktionen mit Oswald dem lustigen Hasen, Andy Panda, Woody Woodpecker, Chilly Willy, Daffy Duck, Speedy Gonzales, Scooby-Doo, Fenn – Hong Kong Pfui, Familie Feuerstein, Die Jetsons und Yogi Bär.

Alexander Lovy wurde im 20 Kilometer von Manhattan entfernten Passaic, New Jersey, geboren. Im Jahr 1933 wurde Alex Lovy Animator in den New Yorker Van Beuren Studios, die bis 1936 kurze Zeichentrickfilme für das Kinovorprogramm produzierten, darunter Felix the Cat. Zwischen 1936 und 1937 arbeitete Lovy als Zeichner für National Comics (später: DC Comics) und zeichnete Comic-Serien wie Slim and Tex, Dale Daring, Lieutenant Leeds und Hope Hazard G-Women.
Ab 1937/38 arbeitete Lovy für Walter Lantz. Er machte Skizzen für den Drehbuchautor Victor McLeod und koordinierte Feed the Kitty, den letzten Cartoon mit der in den Walter-Lantz-Studios weitergeführten Walt-Disney-Figur Oswald the Lucky Rabbit.
Zusammen mit Lantz entwickelte Lovy den Trickfilmcharakter Andy Panda. Er führte Regie bei dessen Filmdebüt Life Begins for Andy Panda, die Kinopremiere war am 9. Oktober 1939. Ebenso war Lovy an der Gestaltung und Entwicklung des Helmspechts Woody Woodpecker beteiligt, erstmalig zu sehen im Andy-Panda-Cartoon Knock Knock (1940). Aufgrund des großen Erfolgs beim Publikum entwickelten Lantz und Lovy Woody Woodpecker weiter zu einer eigenständigen Trickfigur. Die Trickfilmserie begann 1941 mit den drei Folgen Woody Woodpecker, The Screwdriver or: Woodys Jallopy und Pantry Panic (letztere in Public Domain). Ab der vierten Folge, The Hollywood Matador (1942), übernahm Lovy auch die Regie der Woody-Woodpecker-Cartoons von Lantz. Es folgten die Cartoons Ace in the Hole, The Loan Stranger, The Screwball und The Dizzy Acrobat; letzterer brachte den Studios eine Oscar-Nominierung ein.
Bereits im November 1942 wurde Lovy zur US-Navy eingezogen, wo er bis 1945 im Einsatz war. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er kurzzeitig für Screen Gems, die Cartoon-Abteilung von Columbia Pictures. Er verantwortete fünf Zeichentrickfilme der Reihe Color Rhapsodies, bevor die Abteilung 1946 aus finanziellen Gründen geschlossen wurde.
Im Jahr 1955 kehrte Lovy zu Walter Lantz Productions zurück und beendete einige Cartoons mit dem Pinguin Chilly Willy, die sein Kollege Tex Avery bei einem kurzen Intermezzo in den Lantz-Studios begonnen hatte. Dazu gehören die Kurzfilme Hot and Cold Penguin, Room and Wrath und Hold That Rock. Mit dem Cartoon The Tree Medic vom 9. Dezember 1955 setzte Lovy seine Arbeit an Woody Woodpecker fort.
Als sich die Tom-und-Jerry-Erfinder William Hanna und Joseph Barbera mit ihrem eigenen Studio Hanna-Barbera von MGM unabhängig machten, stieß Lovy 1959 als Regisseur, Produzent und Storyboard-Animator dazu. Nach fünf Jahren Pause öffneten Warner Bros. 1967 ihre Cartoon-Abteilung erneut, und Lovy übernahm für ein Jahr die Regie zu mehreren Zeichentrickfilmen der Reihen Looney Tunes und Merrie Melodies. Neben Filmen mit den bereits etablierten Figuren Daffy Duck und Speedy Gonzales konnte er auch einige Projekte mit eigenen Charakteren wie Cool Cat, Colonel Rimfire, Merlin the Magic Mouse und Second Banana entwickeln. Bereits 1968 kehrte er als Produzent zu Hanna-Barbera zurück, wo er bis zu seinem Lebensende 1992 verblieb.
Lovy war Linkshänder und besaß die Fähigkeit der Beidhändigkeit (Ambidextrie), das bedeutet, er konnte mit beiden Händen gleichzeitig schreiben und zeichnen.
Alex Lovy war zweimal verheiratet. Am 15. Mai 1938 ehelichte er die Kellnerin Monte Maxine Lovy, doch bereits anderthalb Monate später trennte sich das Paar, da Alex Lovy laut Los Angeles Times in der Ehe „unzufrieden“ war. Im Juli 1947 heiratete er die Cartoon-Zeichnerin Vivian Jean. Ihre gemeinsame Tochter Nicki arbeitete ab 1966 bei Hanna-Barbera sowie weiteren Studios.
Zwei von Lovys Regiearbeiten waren für einen Oscar in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm nominiert. Juke Box Jamboree war 1943 für einen Oscar nominiert, konnte sich jedoch nicht gegen Der Fuehrer’s Face durchsetzen. The Dizzy Acrobat war 1944 für einen Oscar nominiert, aber konnte sich nicht gegen Tom spielt Feuerwerker behaupten.
Im Jahr 1988 erhielt Lovy den Motion Picture Screen Cartoonists Awards.
Videobeispiele
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lovy, Alex |
| ALTERNATIVNAMEN | Alexander Terry Lovy (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Animator und Regisseur von Zeichentrickfilmen |
| GEBURTSDATUM | 2. September 1913 |
| GEBURTSORT | Passaic, New Jersey, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 14. Februar 1992 |
| STERBEORT | Valencia, Kalifornien, Vereinigte Staaten |