Alex Poignard

Alex Gaston Ulysse Pascal Poignard (* 27. März 1921 in Antwerpen, Belgien; † 12. Dezember 2015 in Oud-Turnhout, Belgien) war ein Pharmaunternehmer und Sammler aus Antwerpen.

Leben

Poignard wuchs als einziger Sohn des Pharmaunternehmers Gaston Alexandre Poignard und Maria Joanna Catharina Leclerq in Antwerpen auf. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er den elterlichen Betrieb, spezialisiert auf den internationalen Handel mit Drogerie­artikeln und Süßwaren. Geschäftlich wie privat bereiste Poignard vor allem die europäischen Nachbarländer.

Sammlung

Bereits als Jugendlicher entwickelte Poignard dank der Unterstützung seiner Eltern eine Sammelleidenschaft, deren Konzept gleichzeitig seine Lebensaufgabe war: Er wollte vor allem die Dinge für die Nachwelt erhalten, die in klassischen Kunstsammlungen oftmals keinen Platz finden. So trug er in über 70 Jahren einen bedeutenden Fundus an kulturhistorischen Objekten der vergangenen Jahrhunderte zusammen und gründete so eine außergewöhnliche Sammlung zur bürgerlichen Wohn- und Alltagskultur.

Er konzentrierte sich im Wesentlichen auf den westeuropäischen Raum seit dem frühen 19. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert; ein besonderer Fokus liegt auf frühindustriellen Manufakturen und deren Produkte.

Als „Sammlung von Sammlungen“ sind unter verschiedenen thematischen Schwerpunkten repräsentative Zeugnisse der Kultur des Bürgertums zusammengefasst. Bis zu seinem Tod im Jahr 2015 strebte Poignard danach, möglichst viele Objekte der unterschiedlichsten Sammlungsbereiche zusammenzutragen und als Spiegelbild eines vergangenen Lebensstils für die Nachwelt zu erhalten.

Stiftung

Alex Poignard gründete im August 2006 die Stiftung Bürgerliche Wohnkultur – Sammlung Alex Poignard, eine treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Seit dem Jahr 2009 besteht eine Kooperation zwischen der Stiftung Bürgerliche Wohnkultur – Sammlung Alex Poignard und der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz, Landesmuseum Koblenz.

Die Stiftung setzt sich für die Konservierung, Restaurierung sowie für die Präsentation und Erforschung der Sammlung ein; ein weiteres Ziel ist die Archivierung und Inventarisierung der zehntausenden Objekte.

Ausstellungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Alex Poignard. inmemoriam.be, abgerufen am 19. Oktober 2025 (belgisches Französisch).
  2. 1 2 Steffen Skudelny: Das Stiftungszentrum der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In: Stiftung&Sponsoring. Nr. 6, 1. Dezember 2006, ISSN 2366-2913, doi:10.37307/j.2366-2913.2006.06.06.
  3. ↑ Alex Poignard: Meine Sammlung. In: Förderverein Schloss Malberg e.V. (Hrsg.): Mahlberger Schloßbote. Heft 3, Februar 2007. Trier 2007, S. 18.
  4. ↑ Stiftung Bürgerliche Wohnkultur. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
  5. ↑ Madonna – Begleiterin und Kultfigur. 17. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.
  6. ↑ Rheinland-Pfalz: MADONNA. Begleiterin & Kultfigur Eine inszenierte Ausstellung im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein. 6. November 2023, abgerufen am 19. Oktober 2025.
  7. ↑ Rheinland-Pfalz: Das geheime Wirken der Dinge. Esskulturen – eine forschende Ausstellung. 22. Oktober 2020, abgerufen am 19. Oktober 2025.
  8. 1 2 Neue Einblicke in Poignards Wunderkammer. 17. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.
  9. ↑ Malberger Schloßbote: Veranstaltungsvorschau 2007 (PDF; 4,3 MB), S. 25
  10. 1 2 LICHT-SPIELE Guckkästen im Wandel der Zeit, auf idw-online.de
Personendaten
NAME Poignard, Alex
ALTERNATIVNAMEN Poignard, Alex Gaston Ulysse Pascal (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG Pharmaunternehmer und Sammler
GEBURTSDATUM 27. März 1921
GEBURTSORT Antwerpen, Belgien
STERBEDATUM 12. Dezember 2015
STERBEORT Oud-Turnhout, Belgien