Poignard wuchs als einziger Sohn des Pharmaunternehmers Gaston Alexandre Poignard und Maria Joanna Catharina Leclerq in Antwerpen auf. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er den elterlichen Betrieb, spezialisiert auf den internationalen Handel mit Drogerieartikeln und Süßwaren. Geschäftlich wie privat bereiste Poignard vor allem die europäischen Nachbarländer.
Sammlung
Bereits als Jugendlicher entwickelte Poignard dank der Unterstützung seiner Eltern eine Sammelleidenschaft, deren Konzept gleichzeitig seine Lebensaufgabe war: Er wollte vor allem die Dinge für die Nachwelt erhalten, die in klassischen Kunstsammlungen oftmals keinen Platz finden. So trug er in über 70 Jahren einen bedeutenden Fundus an kulturhistorischen Objekten der vergangenen Jahrhunderte zusammen und gründete so eine außergewöhnliche Sammlung zur bürgerlichen Wohn- und Alltagskultur.
Er konzentrierte sich im Wesentlichen auf den westeuropäischen Raum seit dem frühen 19. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert; ein besonderer Fokus liegt auf frühindustriellenManufakturen und deren Produkte.
Als „Sammlung von Sammlungen“ sind unter verschiedenen thematischen Schwerpunkten repräsentative Zeugnisse der Kultur des Bürgertums zusammengefasst. Bis zu seinem Tod im Jahr 2015 strebte Poignard danach, möglichst viele Objekte der unterschiedlichsten Sammlungsbereiche zusammenzutragen und als Spiegelbild eines vergangenen Lebensstils für die Nachwelt zu erhalten.
MADONNA. Begleiterin und Kultfigur; Landesmuseum Koblenz, November 2023 – April 2024, in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Das geheime Wirken der Dinge. Esskulturen – eine forschende Ausstellung; Landesmuseum Koblenz, 22. Oktober 2020 – 29. August 2021, in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Präsentation von Ostereiern der Sammlung Alex Poignard; Landesmuseum Koblenz, 2012.
Depotschau Sammlung Alex Poignard: Einblicke in seine Wunderkammer; Landesmuseum Koblenz, 29.07.2011 – 15.10.2011
Ausstellung von Sammlungsobjekten aus der Stiftung Bürgerliche Wohnkultur, Sammlung Alex Poignard. Eine Treuhandstiftung in der Obhut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz; Schloss Malberg, 15.09.2007-Mitte Oktober 2007
LICHT-SPIELE. Guckkästen im Wandel der Zeit, Schloss Malberg, 3. Mai 2002 – 26. Mai 2002.
LICHT-SPIELE. Guckkästen im Wandel der Zeit, Galerie Palais Walderdorff, Trier, 11. Januar 2002 – 6. Februar 2002
Literatur
Petra Habrock-Henrich: Der Serviettenring. Funktionsbesteckteil mit Symbolkraft, Dekorations- und Sammlungsobjekt. In: Marion Steinicke (Hrsg.): Ess-Manieren. Etikette und Abweichung, Bulletin Esskulturen. Jg. 2, Mappe 3, Faszikel 13-18, 2020, S. 1–7 (PDF; 2537KB (kobv.de))
Alex Poignard: Meine Sammlung. In: Förderverein Schloss Malberg e.V. (Hrsg.): Mahlberger Schloßbote, Heft 3, Februar 2007, Trier 2007, S. 17–18 (PDF; schloss-malberg.de)
Eva Schneider: Mahlzeiten und Chronometrie. Eine chinoise Konsolenuhr aus der Sammlung Poignard. In: Marion Steinicke (Hrsg.): Mahl-Zeiten. Chronometrie und Störung, Bulletin Esskulturen. Jg. 3, 2021, Mappe 6, Faszikel 31-36, 2021, S. 1–7 (PDF; 3782KB (kobv.de))
Cordula Stadtfeld: Aufgetischt. Menuhalter aus der Sammlung Alex Poignard im Landesmuseum. In: Marion Steinicke (Hrsg.): Tisch-Ordnungen. Hierarchisierung und Egalisierung, Bulletin Esskulturen, Jg. 1, Mappe 1, Faszikel 1-6, 2019, S. 1–7 (PDF; 664KB (kobv.de))
Britta Stein: Exotisches Dienstpersonal. Sozialstatus und Rollenspiel am Beispiel einer Reklamesammelkarte der Firma Kemmerich. In: Marion Steinicke (Hrsg.): Service-Kräfte.Sozialstatus und Rollenspiel, Bulletin Esskulturen, Jg. 2, Mappe 4, 2020, Faszikel 19-24, S. 1–7 (PDF; 2850KB (uni-koblenz.de))
Britta Stein: Tafeldekoration = Repräsentation? Einblicke in die Sammlung Alex Poignard. In: Marion Steinicke (Hrsg.): Tafel-Dekorationen. Speisegestaltung und Repräsentation, Bulletin Esskulturen, Jg. 2, Mappe 5, Faszikel 25-30, 2020, S. 1–7 (PDF; 3588KB (kobv.de))
Mira van Leewen: Die Barttasse. Vom Sammlungs- zum Ausstellungs-objekt. In: Marion Steinicke (Hrsg.): Geschlechter-Diätetik. Gender und Speisekonventionen, Bulletin Esskulturen, Jg. 2, Mappe 2, Faszikel 7-12, 2020, S. 1–7 (PDF; 1801KB (kobv.de))
Bettina Vaupel: Jäger der alltäglichen Schätze. Eine Stiftung bewahrt die Sammlung Alex Poignard. In: Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland, Band 4, Bonn 2011, S. 62–64
Elke von Wüllenweber: Damit Vergangenheit Zukunft hat. In: Förderverein Schloß Malberg (Hrsg.): Malberger Schloßbote, Heft 3, 2007, S. 13–14
Paul Verbraeken: Der Sammler Alex Poignard. In: Förderverein Schloss Malberg e.V. (Hrsg.): Mahlberger Schloßbote, Heft 3, Februar 2007, Trier 2007, S. 15–16