Alexander von Aphrodisias (griechisch Ἀλέξανδρος ὁ Ἀφροδισιεύς Aléxandros ho Aphrodisieús, lateinisch Titus Aurelius Alexander) war ein antiker Philosoph, der um 200 n. Chr. lebte. Er gehörte der Richtung der Peripatetiker an.
Alexander stammte aus der Stadt Aphrodisias im Südwesten von Kleinasien und lebte an der Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert. Er studierte und lehrte zunächst in Aphrodisias und wurde Schüler von Herminos, Sosigenes dem Peripatetiker sowie Aristoteles von Mytilene. Zwischen 198 und 211 war er als Lehrer an die peripatetische Schule von Athen berufen worden. Er gehörte zu den bekanntesten Peripatetikern und gilt als der bedeutendste und wirkungsmächtigste Aristoteles-Kommentator der Antike (sein Ehrenname war „Kommentator“).

Erhalten sind Kommentare zur Topik, den Analytica priora, De sensu et sensibilibus, den Meteorologica und der Metaphysik. Unecht ist ein ihm früher zugeschriebener Kommentar zu den Sophistici elenchi. Er schrieb auch Abhandlungen über die Seele, das Schicksal, zur Ethik und zu naturkundlichen Fragen. Manche seiner Schriften sind nur in arabischen Übersetzungen erhalten.
Seine Schrift Über das Schicksal war dem Kaiser Septimius Severus und dessen Mitregenten Caracalla gewidmet, als Dank für die Berufung auf den aristotelischen Lehrstuhl in Athen. Dadurch kann die Entstehung dieses Werks auf den Zeitraum 198 bis 209 eingegrenzt werden.
Alexander verwendete als erster die Bezeichnung „Logik“ für die Lehre von der korrekten Argumentation. Aristoteles, der als Begründer der Logik betrachtet wird, hatte dafür den Begriff „Analytik“ verwendet.
In der Syllogistik stellte Alexander die Theorie der Figurenentstehung auf. Sie besagt, dass die zweite und die dritte Figur durch Konversion einer Prämisse aus der ersten Figur entstanden seien. Dabei seien die Eigenschaften der Modi der ersten Figur auf die Modi der anderen Figuren übertragen worden. Mit dieser Theorie knüpft Alexander an einen Denkansatz in den Analytica priora des Aristoteles an; die Theorie ist bei Aristoteles aber noch nicht vorhanden. Sie wurde von den späteren Peripatetikern, besonders von Themistios, vertreten, während die Neuplatoniker anderer Meinung waren.
Alexander hielt sich vom Synkretismus seiner Zeit fern und vertrat einen „reinen“, naturalistischen Aristotelismus, der bis zur Leugnung der Unsterblichkeit der Seele ging. Die Gegenstände oder Dinge galten ihm als ursprünglich und die Namen oder Begriffe nur als davon abgeleitete Abstraktionen. Im mittelalterlichen Universalienstreit wurde er daher als Vertreter des Nominalismus betrachtet.
Zwischen den beiden extremen Standpunkten, wonach das Schicksal von vorneherein unveränderlich feststehe (Fatalismus) oder alles nur reiner Zufall bzw. Willkür sei, versucht er eine eigenständige, mittlere, aristotelische Position über das Schicksal und die menschliche Verfügungsgewalt zu entwickeln.

Ein dunkler Bereich des Regenbogens (zwischen Haupt- und Nebenregenbogen) wurde ihm zu Ehren Alexanders dunkles Band genannt.
Übersichtsdarstellungen
Untersuchungen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Alexander von Aphrodisias |
| ALTERNATIVNAMEN | Alexandros ho Aphrodisieús Aphrodisieús |
| KURZBESCHREIBUNG | Aristoteles-Kommentator |
| GEBURTSDATUM | 2. Jahrhundert |
| GEBURTSORT | Aphrodisias |
| STERBEDATUM | 2. Jahrhundert oder 3. Jahrhundert |