Vor und nach dem Studium an der Juilliard School war er Mitglied des Montreal Orchestra, daneben trat er auf Konzertreisen und im Rundfunk als Solist auf und bildete mit Edmond Trudel und Jean Belland das Montreal Trio. Ende der 1930er Jahre erhielt er Preise als Kammermusiker und Komponist.
Von 1939 bis 1985 unterrichtete Brott an der McGill University zunächst Violine, Orchestration und Komposition, später Komposition und Musikliteratur. Seit 1974 war er hier composer-in-residence. 1939 gründete Brott auch das Orchestre de chambre McGill. Mit dem CBC Trio mit John Newmark und Roland Leduc spielte er für die CBC die erste Gesamtaufnahme der Beethoven-Trios ein.
Mit dem Montreal Orchestra spielte Brott 1939 die Uraufführung seiner sinfonischen DichtungOracle, mit der er seinen Ruf als Komponist begründete. Von 1945 bis 1958 wirkte er als Konzertmeister, daneben bis 1961 immer wieder auch als Dirigent des „Montreal Symphony Orchestra“. 1948–1949 tourte er als Violinist und Dirigent durch Europa, wo er zahlreiche Uraufführungen von Werken kanadischer Komponisten leitete; später unternahm er auch Europatourneen mit dem von ihm 1945 gegründeten McGill Chamber Orchestra. Seine Komposition War and Peace reichte er bei den letztmals ausgerichteten olympischen Kunstwettbewerben 1948 in London in der Kategorie Orchestermusik ein.
Seit den 1950er Jahren konzentrierte sich Brott auf die Komposition und das Dirigieren. Er arbeitete weltweit als Gastdirigent und führte erstmals in Kanada Bachs sämtliche Brandenburgische Konzerte, HändelsConcerti grossi und Ralph Vaughan Williams’ Pastorale auf.
Schließlich war Brott von 1965 bis 1981 künstlerische Direktor der „Kingston Symphony“, danach bis 1990 der Kingston Pops Concerts. 1985 gründete er die Montreal Young Virtuosi, ein Orchester aus fünfzehn jungen Instrumentalisten, dessen Leitung er 2000 seinem Sohn Boris Brott übergab.
Brott war mit der Cellistin Lotte Brott verheiratet. Sein älterer Sohn Boris wurde als Dirigent und Violinist bekannt, sein jüngerer Sohn Denis Brott als Cellist.
Werke
Oracle für Orchester, 1938
Laurentian Idyll für Streichorchester, 1940
Characteristic Dance für Violine und Orchester, 1940
Invocation and Dance für Violine und Klavier, 1941
Suite für Klavier, 1941
Ritual für Streichquartett und Streichorchester, 1942
Lullaby and Procession of Toys für Streichorchester oder -quartett, 1943
War and Peace für Orchester, 1944
Songs of Contemplation für hohe Stimme und Streichorchester, 1945
Concordia für Orchester, 1946
From Sea to Sea für Orchester, 1947
Berceuse für Klavier, 1947
Delightful Delusions für Orchester, 1950
Concerto für Violine und Kammerorchester, 1950
Critics’ Corner für Streichquartett und Schlagzeug, 1950
Vignettes en caricature für Klavier, 1952
Israël für Chor, 1952
A Royal Tribute to Queen Elizabeth II. für Orchester, 1953
Sept for Seven für Erzähler, Klarinette, Saxophon, Violine, Viola, Cello und Klavier, 1954
Mini-Minus für Klarinette, Fagott, Trompete, Posaune, Violine, Kontrabass und Schlagzeug, 1971
Spasms for Six für sechs Schlagzeuger, 1971
Saxi – foni – saties für Saxophonquartett, 1972
Satie’s Faction für Streichquartett, 1973
How Thunder and Lightening Came to Be (Inuit legend) für Erzähler, Schlagzeug, Klavier und Kammerensemble, 1972; für Sopran, Bass, Sprecher, Kinderchor und Orchester, 1973
Psalmody für Cello, 1973
Indian Legends für Sopran, Bariton und Klavier, 1973
Songs of the Central Eskimos für Sopran, Bariton und Klavier, 1973
Cupid’s Quandary für Violine, Streicher und Schlagzeug, 1975
Evocative Provocations für Cello und Orchester, 1975
H.B.S. für Orchester, 1975
Bacchi – Annus – Handle für Orchester, 1976
E Dai P Milo für Streichorchester, 1976
Shofar für Cello, 1976
Double Entente für Streichquartett, 1976
Time’s Trials Triumph für Chor, 1976
Trivial Trifles für Streicher, 1984
Millennium Prelude für Streicher 2000
Millennium Sinfonietta für Streichorchester und Bläser, 2002
Literatur
Alexander Brott, Betty Nygaard King:Alexander Brott: My Lives in Music. Mosaic Press, Oakville, Ontario 2005, ISBN 0-88962-854-8.