Alexander Leipold (* 2. Juni1969 in Alzenau i. Ufr.) ist ein ehemaliger deutscher Freistilringer und aktueller Trainer.
Leipold ist einundzwanzigfacher deutscher Meister, vierfacher Europameister und zweifacher Weltmeister im Freistilringen. Er darf sich nach einem bis heute umstrittenen Dopingurteil bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, bei dem ihm die Goldmedaille aberkannt wurde, auch wieder Sieger der Olympischen Spiele 2000 in Sydney nennen, trägt jedoch nicht den offiziellen Titel Olympiasieger. Alexander Leipold wurde 2010 von der „Unabhängigen DOSB-Kommission zur Überprüfung von Trainerinnen, Trainern und Offiziellen mit Dopingvergangenheit“ rehabilitiert.
Leben
Alexander Leipold absolvierte ein Studium zum Diplom-Trainer an der Trainerakademie Köln, das er im April 2009 mit der Gesamtnote von 1,3 abschloss. Zunächst war er Nachwuchs-Bundestrainer für Freistilringen, dann Freistil-Bundestrainer der Männer. Von diesem Amt trat er im Dezember 2012 zurück. Seit 2017 ist er Trainer des Deutsche-Ringerliga-Teams KSV Ispringen.
Aufgrund einer schweren Viruserkrankung und einer daraus resultierenden Überreaktion seines Immunsystems erlitt Leipold im Juli 2003 auf einer Wettkampfreise in Usbekistan einen Schlaganfall, dem kurz darauf während der Behandlung in Deutschland zwei weitere folgten. Von dem vorübergehenden Verlust der Sprech- und Bewegungsfähigkeit konnte er sich jedoch verhältnismäßig schnell wieder erholen.
2005 kämpfte Leipold sich nach den drei Schlaganfällen erneut zum Weltmeistertitel in seiner Altersklasse (35–40 Jahre) in Teheran/Iran.
Derzeit (Stand: 2026) lebt er im unterfränkischen Goldbach.
Er war von 2014 bis 2020 als Vertreter der CSU Mitglied im Gemeinderat.
2021 wurde Alexander Leipold zum Vize-Präsident Sport im Deutschen Ringer-Bund (DRB) gewählt. 2026 wurde er Trainer der Bundesliga-Mannschaft des KSC Hösbach.
Dopingaffäre bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney
Leipold gewann bei den Olympischen Spielen 2000 mit einem klaren Sieg (4:0) über den Amerikaner Brandon Slay die Goldmedaille. Allerdings musste er drei Tage später den Titel Olympiasieger und die Medaille wieder abgeben, da das Zehnfache des Erlaubten des Stoffes Nandrolon in seinem Blut gefunden wurde.
Das Verfahren gegen ihn wartete allerdings mit einigen Ungereimtheiten auf:
Beim Test beinhaltete die ausschlaggebende B-Probe 85ml und damit 35ml mehr als bei der Abgabe von nur 50ml; nach einem sich darauf beziehenden Einspruch Leipolds blieb der Rest der Probe unauffindbar.
Der Stoff Nandrolon hätte Leipold in der ermittelten Konzentration (dem Tausendstel einer Tablette) nachweislich keinerlei Wettkampfvorteile gebracht.
Nandrolon, ein dem Testosteron ähnlicher Stoff, kann auch in der erhöhten Konzentration durchaus körpereigen produziert werden. Leipold hatte in einem Wettkampf zuvor eine Hodenquetschung erlitten. In diesem Zusammenhang wurden auch immer wieder allgemein Vorwürfe laut, der erlaubte Höchstwert für Nandrolon sei willkürlich gesetzt und stehe in keinerlei sinnvollem Verhältnis zu dem Wert, ab dem der Stoff tatsächlich leistungssteigernd zu wirken beginnt.
Dennoch wurde Leipold in letzter Instanz für ein Jahr gesperrt, musste die Kosten für das Verfahren jedoch nicht selbst tragen. Da sein Fall in der Schwebe zwischen einem an sich rechtmäßig errungenen sportlichen Sieg einerseits und der Verurteilung durch die Sportdachorganisationen andererseits hängt, darf sich Leipold heute zwar wieder rechtmäßig Sieger der Olympischen Spiele 2000 in Sydney nennen, aus rechtlichen Gründen jedoch nicht den offiziellen Titel Olympiasieger tragen. Die Goldmedaille blieb ebenfalls im Besitz seines amerikanischen Finalgegners.
1996, 5. Platz, OS in Atlanta, FS, bis 74kg, nach Siegen über Lazaros Loizidis, Griechenland, David Hohl, Kanada, Məhəmmədsalam Qacıyev, Aserbaidschan und Kenneth Monday und Niederlagen gegen Buwaissar Saitijew und Plamen Paskalew, Bulgarien
1997, 1. Platz, Weltcup in Stillwater, FS, bis 76kg, vor Leonardo Díaz, Kuba und Pat Smith, USA
1998, 3. Platz, WM in Teheran, FS, bis 76kg, nach Siegen über Miroslav Gotschew, Pejman Dorostkar, Iran, Árpád Ritter, Mönchbajar Tumenultsu und noch einmal Pejman Dorsotkar und einer Niederlage gegen Moon Eui-jae, Südkorea
1999, 3. Platz, EM in Minsk, FS, bis 76kg, nach Siegen über Ihar Kosyr, Nuri Zengin, Türkei und Radion Kertanti und einer Niederlage gegen Adam Saitijew
2000, (Goldmedaille), OS in Sydney, FS, bis 76kg, nach Siegen über Radion Kertanti, Yosmany Romero, Kuba, Nasir Gadžihanov, Mazedonien, Moon Eui-jae, Südkorea und Brandon Slay, USA – Disqualifikation wegen positivem Dopingtest
2002, 6. Platz, EM in Baku, FS, bis 74kg, nach Siegen über Radion Kertanti und Theodossios Pavlidis, Griechenland und einer Niederlage gegen Árpád Ritter