Alexander Niemann

Alexander Niemann (* 1953 in Lauchhammer) ist ein deutscher Gartendenkmalpfleger, Gartenhistoriker und Genealoge.

Leben

Er wurde als Sohn des Maschinenbau-Ingenieurs und mehrfachen Gaumeisters im Turnen Alex Niemann (1911–1964) und Irmgard geb. Ukkat (1920–2013) im brandenburgischen Lauchhammer geboren. Dort besuchte er auch die Polytechnische (POS) und Erweiterte Oberschule (EOS), wo er 1971 das Abitur ablegte.

Nach dem Wehrdienst studierte Alexander Niemann von 1973 bis 1978 Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Dresden und schloss das Studium als Diplom-Ingenieur ab. Schon beim Studium spezialisierte er sich auf Gartengeschichte und Gartendenkmalpflege (1975 Seminararbeit „Pflanzenverwendung bei Friedrich Ludwig v. Sckell“, 1978 Diplomarbeit „Entwicklungsstudie für den Dorf- und Schloßbereich in Nischwitz bei Wurzen“ mit Schwerpunkt Wiederherstellung des historischen Schlossparks) und war in diesem Bereich von 1979 bis 1989 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Direktion Gärten und Parke der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar tätig. Nach der im Juni 1989 aus politischen Gründen erfolgten Übersiedlung nach West-Berlin wechselte er an die Geschäftsstelle des Landesverbandes Berlin der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur.

Von 1991 bis 2018 war er Fachreferent für Gartendenkmalpflege beim 1991 neu gegründeten Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Im Jahr 2018 trat er in den Ruhestand.

Wirken

Klostergarten mit Orangerie in Neuzelle (2023)
Fürst-Pückler-Park Branitz, Teil des Innenparks – vorn die Landpyramide und rechts im Hintergrund der Hermannsberg (2021)

In seiner Tätigkeit als Gartendenkmalpfleger war er an der Unterschutzstellung und Neukartierung von über 200 Denkmalen und Denkmalbereichen beteiligt. Seine Arbeit beschränkte sich nicht auf Garten- und Parkanlagen. Sein Engagement galt auch der Bewahrung historischer ländlicher und städtischer Frei-, Straßen und Platzräume (zum Beispiel Beeskow, Herzberg (Elster), Luckau, Lübbenau/Spreewald, Kirchhain (Doberlug-Kirchhain), Eisenhüttenstadt, Uebigau) und städtebaulich bedeutsamer Strukturen (zum Beispiel Gartenstadt „Marga“, Lübben (Spreewald), Schlosskomplex Straupitz, Neuzelle, Spremberg). Schwerpunkte waren die Restaurierung und Wiederherstellung der Freiflächen der Klosteranlage Neuzelle ab 1995, einschließlich des barocken Klostergartens, des Stiftsplatzes und der Einordnung des unterirdischen Museumsneubaus; des bergbaugeschädigten Schlossparks Altdöbern; der Ortslage, des Schlossparks und der Außenanlagen des Schlosses Neuhardenberg; des Fürst-Pückler-Parks Branitz und des Denkmalbereichs „Branitzer Parklandschaft“; des Stadtparks und der Festungsanlage Senftenberg sowie der Gartenstadt „Marga“ im Ortsteil Brieske; der barocken Stadtanlage und der Außenanlagen des Klosters Doberlug; der Außenanlagen am Eisenwerk, der Siedlung „Grundhof“ und des Schlossparks in Lauchhammer; des Ostdeutschen Rosengartens in Forst (Lausitz) sowie von Schlossparken und Außenanlagen von Schlössern, unter anderem Ahlsdorf (Schönewalde), Alt Madlitz, Bärenklau (Schenkendöbern), Elsterwerda, Finsterwalde, Fürstlich Drehna, Golßen, Groß Rietz, Großkmehlen, Hohenbocka, Lübbenau, Ogrosen, Ragow (Ragow-Merz), Reuthen (Felixsee), Sallgast, Stechau und Uebigau. Durch ihn erfolgte die denkmalfachliche Betreuung der Bundesgartenschau 1995 in Cottbus in den städtischen Parkanlagen und im ehemaligen Außenpark von Branitz (dem späteren Spreeauenpark) sowie der Landesgartenschau 2000 in Luckau. Neben zahlreichen Veröffentlichungen zur Gartendenkmalpflege und Gartengeschichte im Land Brandenburg wurde Alexander Niemann auch durch genealogische Publikationen bekannt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Selbstständige Veröffentlichungen

Zeitschriftenaufsätze und Buchkapitel

Literatur

Personendaten
NAME Niemann, Alexander
KURZBESCHREIBUNG deutscher Gartenhistoriker, -denkmalpfleger und Genealoge
GEBURTSDATUM 1953
GEBURTSORT Lauchhammer